Bees Airline wehrt sich gegen AOC-Entzug und poltert gegen ukrainische Luftfahrtbehörde

Boeing 737-800 (Foto: Jan Gruber).
Boeing 737-800 (Foto: Jan Gruber).

Bees Airline wehrt sich gegen AOC-Entzug und poltert gegen ukrainische Luftfahrtbehörde

Boeing 737-800 (Foto: Jan Gruber).
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Die ukrainische Billigfluggesellschaft Bees Airline setzt sich gegen den Entzug von AOC und Betriebsgenehmigung zur Wehr. Das Unternehmen hat Einspruch gegen die Entscheidung der Zivilluftfahrtbehörde der Ukraine erhoben.

Der Carrier musste bereits vor dem Einmarsch der Armee der Russischen Föderation den eigenen Flugbetrieb einstellen, denn die Leasinggeber hatten aufgrund der angespannten Lage Bedenken und forderten Bees Airline dazu auf die Maschinen des Typs Boeing 737-800 temporär außer Landes zu bringen. Auch andere Carrier, darunter SkyUp und Ukraine Inernational, waren von derartigen Entscheidungen der Lessoren betroffen.

In einer kurzen Übergangsphase konnte Bees Airline die Passagiere mit Hilfe von ACMI-Gerät und einem Schulterschluss mit Mitbewerbern noch befördern. Ab 24. Feber 2022 war dann für alle Schluss, denn die Russische Föderation griff die Ukraine an. Seit dem Kriegsbeginn ruht aus Sicherheitsgründen der zivile Flugverkehr.

Bees Airline erklärt unter anderem: „In dieser sehr schwierigen Zeit kämpft das ganze Land mit gemeinsamen Anstrengungen gegen den Feind. Wenn wir uns zusammenschließen, werden wir auf jeden Fall gewinnen, denn wir arbeiten auch daran, die Ukraine zu einem wirtschaftlich starken und unabhängigen Land zu machen.  Die Flugzeuge von Bees Airline wurden bereits vor dem 24. Februar außer Dienst gestellt, da der Leasinggeber die Flugzeuge aufgrund militärischer Risiken aus dem Hoheitsgebiet der Ukraine evakuieren wollte“.

Aus beantragter Ruhendstellung wurde ein Entzug

Aus der Sicht des Carriers hat die Zivilluftfahrtbehörde rechtswidrig gehandelt. Man trat an das Amt heran und beantragte, dass AOC und Betriebsgenehmigung aufgrund des Krieges ruhend gestellt werden. Bees Airline ist davon ausgegangen, dass die Behörde dem nachkommen wird und nach Beendigung des Krieges die Zertifikate reaktiveren wird. Es kam jedoch anders.

„Die Regulierungsbehörde hat jedoch beschlossen, das Zertifikat ohne die in den Luftfahrtvorschriften vorgeschriebene Vorwarnung und ohne Rücksprache mit der Fluggesellschaft zu entziehen. Wir sind davon überzeugt, dass die Aufrechterhaltung des Luftverkehrsbetreiberzeugnisses der Bees Airline keine Gefahr für die Luftfahrt darstellte und es keine Notwendigkeit für die Aufhebung des Zeugnisses gab. Eine solche Entscheidung der staatlichen Luftfahrtbehörde der Ukraine ist diskriminierend und unbegründet und zielt auf die endgültige Zerstörung der Luftfahrtindustrie in der Ukraine ab, die bereits am Rande des Überlebens steht. Dies ist nicht die einzige Entscheidung der staatlichen Luftfahrtbehörde, die unter dem Gesichtspunkt der Luftfahrtvorschriften überraschend und fragwürdig ist“, so Bees Airline in einer Erklärung.

Bees Airline stinksauer auf ukrainische Luftfahrtbehörde

Die Entscheidung der Zivilluftfahrtbehörde der Ukraine will man nicht kampflos hinnehmen. Das Unternehmen kündigt an, dass man alle Rechtsmittel ausschöpfen wird, da man sich ungerecht behandelt fühlt. Auch ist man der Ansicht, dass nicht alles „sauber“ und „vorschriftsmäßig“ abgelaufen wird.

Dazu erklärt Bees Airline: „Heute ist die Haltung der Führung der staatlichen Luftfahrtbehörde nicht konstruktiv, und die Aktivitäten sind nicht auf die Erhaltung und Wiederherstellung der Luftfahrt ausgerichtet.  Die Fluggesellschaft hat beim Leiter der staatlichen Luftfahrtbehörde der Ukraine Beschwerde eingelegt und sich an das ukrainische Ministerium für Infrastruktur gewandt, um die Verstöße bei der Verabschiedung des Beschlusses über die Annullierung des Zertifikats aufzudecken. Wir werden unsere Rechte verteidigen, für unser Geschäft kämpfen und beweisen, dass Bees Airline das Recht hat, seine Geschäfte weiterhin professionell und qualitativ hochwertig zu führen“.

Im Gegensatz zum Konkurrenten SkyUp hat sich Bees Airline nicht um ACMI-Aufträge in der Europäischen Union bemüht, sondern der Flugbetrieb ruht seit Feber 2022 generell. Der Mitbewerber fliegt unter anderem für Corendon, Smartwings und Wizz Air. Kürzlich wurde bekannt, dass unter dem Projektnamen SkyUp Malta ein EU-Ableger ins Leben gerufen wird.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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