März 28, 2026

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März 28, 2026

Einigung im Tarifstreit bei der Lufthansa: Bodenpersonal erhält Gehaltsplus und langfristigen Kündigungsschutz

Die Deutsche Lufthansa AG und die Gewerkschaft Verdi haben nach intensiven Verhandlungen in der vierten Runde einen neuen Tarifvertrag für die rund 20.000 Bodenbeschäftigten des Konzerns erzielt. Mit diesem Abschluss werden drohende Streiks, die den deutschen Luftverkehr im Frühjahr 2026 hätten massiv beeinträchtigen können, abgewendet. Die Einigung sieht eine stufenweise Erhöhung der Grundgehälter sowie eine signifikante finanzielle Aufwertung technischer Berufe vor. Ein zentraler Pfeiler des Vertragswerks ist zudem ein achtjähriger Schutz vor Ausgliederungen, der den Mitarbeitern in der Passagier- und Flugzeugabfertigung langfristige Sicherheit garantiert. Während die Unternehmensführung die Planungssicherheit durch die lange Laufzeit von 26 Monaten betont, hebt die Arbeitnehmerseite die soziale Komponente des Abschlusses hervor, von der insbesondere untere Einkommensgruppen profitieren. Trotz Kritik von Konkurrenzgewerkschaften wertet Verdi das Ergebnis als Erfolg, der nun noch durch eine Mitgliederbefragung bestätigt werden muss. Damit kehrt vorerst Ruhe in die operativen Bereiche der Fluggesellschaft zurück, was angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen in der Branche als wichtiges Stabilitätsignal gewertet wird. Stufenplan zur Gehaltsanpassung und Laufzeitdetails Der neue Tarifvertrag sieht eine Erhöhung der monatlichen Bezüge vor, die im Durchschnitt ein Plus von gut 220 Euro für die Vollzeitbeschäftigten bedeutet. Die Anpassung der Grundgehälter erfolgt in zwei Schritten und summiert sich auf insgesamt 4,65 Prozent. In der Rückschau wird bereits zum Januar 2026 eine Erhöhung von 2,2 Prozent wirksam, gefolgt von einem weiteren Schritt um 2,4 Prozent im März 2027. Eine Besonderheit ergibt sich jedoch für die Beschäftigten der Kernmarke Lufthansa: Hier wurde vereinbart, dass die erste Stufe der Gehaltserhöhung erst im Januar 2027 greift, was

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Bundesheer zieht Bilanz zur Luftraumüberwachung im Jahr 2025

Die Aufrechterhaltung der Sicherheit im österreichischen Luftraum stellte das Bundesheer im vergangenen Jahr vor vielseitige operative Herausforderungen. Wie aus dem aktuellen Jahresbericht hervorgeht, wurde die Luftwaffe im Jahr 2025 insgesamt 55 Mal aktiv, um die Kontrolle über das Staatsgebiet sicherzustellen. Ein wesentlicher Teil dieser Einsätze entfiel auf sogenannte Alarmstarts, bei denen Abfangjäger des Typs Eurofighter Typhoon in kürzester Zeit aufstiegen, um potenzielle Verletzungen der Lufthoheit oder unklare Situationen im Flugverkehr zu klären. Insgesamt wurden 19 solcher scharfen Starts registriert, wobei allein der Jänner 2026 bereits mit drei weiteren Einsätzen an die hohe Intensität des Vorjahres anknüpfte. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner betonte die Notwendigkeit dieser permanenten Bereitschaft als zentralen Pfeiler der staatlichen Souveränität. Neben den aktiven Abfangmissionen bildet die bürokratische und technische Überprüfung von über 5.000 Überflügen ausländischer Militärmaschinen einen Schwerpunkt der täglichen Arbeit. Um die Einsatzfähigkeit langfristig zu gewährleisten, investiert das Bundesheer zudem massiv in die Ausbildung seines Personals, wobei Kooperationen mit internationalen Partnern wie Italien eine Schlüsselrolle spielen. Die Bilanz verdeutlicht, dass die militärische Luftraumüberwachung in einem geopolitisch volatilen Umfeld eine unverzichtbare Sicherheitsgarantie für die Bevölkerung darstellt. Operative Details der aktiven Luftraumüberwachung Die Luftraumüberwachung in Österreich basiert auf einem mehrstufigen System, das radargestützte Identifizierung und physische Interzeption kombiniert. Von den 55 dokumentierten Aktivitäten im Jahr 2025 stellten die 19 Alarmstarts die höchste Eskalationsstufe dar. Solche Einsätze werden ausgelöst, wenn zivile oder militärische Luftfahrzeuge keinen Funkkontakt zur Flugsicherung halten, von ihrem Flugplan abweichen oder ohne gültige Einfluggenehmigung in den österreichischen Luftraum eindringen. Die Reaktionszeit der Alarmrotte, die auf dem Fliegerhorst Hinterstoisser

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Kapazitätsausbau: Die Sommerflugpläne 2026 von Air France und KLM

Die europäische Luftfahrtgruppe Air France-KLM rüstet sich für eine intensive Sommersaison 2026 und reagiert mit einer umfassenden Umstrukturierung sowie gezielten Kapazitätserweiterungen auf die dynamischen globalen Marktveränderungen. Während die anhaltende Krise im Nahen Osten die Fluggesellschaften dazu zwingt, Verbindungen nach Tel Aviv, Beirut, Dubai und Riad vorerst bis April 2026 auszusetzen, verlagert Air France ihren Fokus massiv auf den asiatischen und amerikanischen Markt. Die Langstreckenkapazität soll insgesamt um zwei Prozent steigen, wobei insbesondere Nordamerika mit neuen Zielen wie Las Vegas und einer Frequenzverdopplung nach New York-Newark im Mittelpunkt steht. Parallel dazu vollzieht Air France eine historische Zäsur im Inlandsverkehr: Ab April 2026 werden nahezu alle Inlandsflüge am globalen Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle zentralisiert, während die Tochtergesellschaft Transavia zur führenden Kraft am Flughafen Paris-Orly aufsteigt. Auch die niederländische Schwestergesellschaft KLM meldet ein deutliches Wachstum und steigert ihr Sitzplatzangebot um rund fünf Prozent. Mit insgesamt 164 Destinationen und neuen Zielen wie Jersey und Santiago de Compostela festigt KLM ihre Präsenz in Europa und baut gleichzeitig die interkontinentale Reichweite nach Indien und in die USA aus. Zentralisierung in Paris und die neue Rolle von Transavia Ein Kernaspekt der aktuellen Strategie von Air France ist die tiefgreifende Umstrukturierung des französischen Inlandsnetzes. Um die Konnektivität zwischen regionalen Zubringern und dem internationalen Langstreckennetz zu optimieren, werden die Aktivitäten am Flughafen Paris-Charles de Gaulle (CDG) gebündelt. Ab dem Sommerflugplan 2026 starten sämtliche Flüge nach Toulouse, Nizza und Marseille sowie die Verbindungen in die französischen Überseegebiete wie Guadeloupe, Martinique und Réunion ausschließlich von CDG. Diese Maßnahme soll den Transfer

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Wirtschaftliche Bilanz der österreichischen Wintersaison: Steigende Übernachtungszahlen treffen auf massiven Kostendruck

Die österreichische Tourismusbranche blickt zum Ende der Wintersaison 2025/2026 auf ein paradoxes Ergebnis: Während die reine Zahl der Übernachtungen mit 54,3 Millionen ein deutliches Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet, schlagen Branchenvertreter Alarm. Die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) warnt davor, die hohe Auslastung mit wirtschaftlichem Erfolg gleichzusetzen. Laut ÖHV-Präsident Walter Veit neutralisieren die galoppierenden Betriebskosten und eine allgemeine Konsumzurückhaltung der Gäste die positiven Effekte der vollen Betten. Insbesondere die geopolitischen Verwerfungen durch den Iran-Krieg haben zu einem sprunghaften Anstieg der Energie- und Treibstoffpreise geführt, was die Kalkulationen der Beherbergungsbetriebe massiv belastet. Gleichzeitig zeigen sich die Auswirkungen der schwachen Konjunktur der vergangenen Jahre in einem veränderten Buchungsverhalten: Urlauber achten verstärkt auf ihr Budget, was die Zusatzumsätze in der Gastronomie und im Servicebereich schmälert. Vor diesem Hintergrund fordert die Branche eine strukturelle Entlastung bei den Arbeitskosten und eine klare Absage an neue steuerliche Belastungen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig zu sichern. Quantitative Erfolge versus qualitative Ertragslage Die statistische Auswertung der bisherigen Wintersaison liest sich oberflächlich wie eine Erfolgsgeschichte. Ein Zuwachs von über fünf Prozent bei den Nächtigungen deutet auf eine ungebrochene Attraktivität der österreichischen Alpenregionen hin. Doch die Branchenvertreter mahnen zur Differenzierung. Walter Veit betont, dass volle Hotels nicht automatisch volle Kassen bedeuten. Die Schere zwischen Umsatz und Kosten klafft immer weiter auseinander. Während die Preise für Übernachtungen aufgrund des Wettbewerbsdrucks nicht unbegrenzt angehoben werden können, steigen die Ausgaben für Personal, Energie und Lebensmittel im zweistelligen Prozentbereich. Zudem zeigt die Analyse der Gästestruktur, dass zwar die Frequenz stimmt, die Aufenthaltsdauer

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