
Juristischer Konflikt um das Punkte- und Fehlzeitensystem bei Southwest Airlines
Die US-amerikanische Fluggesellschaft Southwest Airlines steht im Rahmen eines Sammelklageverfahrens vor dem Bundesgericht in San Francisco unter juristischem Druck. Gegenstand der seit dem Jahr 2022 anhängigen Auseinandersetzung ist das interne Erfassungssystem für Arbeitsversäumnisse und dessen Handhabung bei geschütztem Krankheits- oder Pflegeurlaub. Die Klägerseite wirft dem Unternehmen vor, Mitarbeiter bei der Inanspruchnahme von gesetzlich geschützten Fehlzeiten benachteiligt und damit gegen den Federal Family and Medical Leave Act verstoßen zu haben. Richterin Jacqueline Scott Corley wies jüngst Anträge der Rechtsvertretung der Fluggesellschaft wegen verfahrensrechtlicher Versäumnisse und inhaltlicher Überschreitungen zurück. Das Verfahren steuert nun auf eine Hauptverhandlung vor einer Geschworenenjury im Oktober 2026 zu. Hintergrund des Punkte- und Anwesenheitssystems für das Kabinenpersonal Das Anwesenheitssystem von Southwest Airlines basiert auf einem Punktesystem, bei dem das Kabinenpersonal für unentschuldigte oder kurzfristige Fehlzeiten Strafpunkte erhält. Das Erreichen einer bestimmten Punktzahl kann zu disziplinarischen Maßnahmen bis hin zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses führen. Gleichzeitig sieht die Regelung vor, dass Flugbegleiter durch durchgehende Anwesenheit über einen Monat oder ein Quartal hinweg einen Abbau bereits angesammelter Strafpunkte erreichen können. Der Kern der gerichtlichen Auseinandersetzung betrifft die Anrechnung von geschützten Ausfallzeiten nach dem Family and Medical Leave Act. Zwar vergibt die Fluggesellschaft für diese gesetzlich geschützten Fehlzeiten keine direkten Strafpunkte. Die Kläger argumentieren jedoch, dass das Nehmen eines solchen Urlaubs dazu führt, dass die Betroffenen den Anspruch auf den regulären Punkteabbau für den entsprechenden Zeitraum verlieren. Dadurch verbleiben bereits vorhandene Strafpunkte auf den Konten der Beschäftigten, was sie nach Auffassung der Kläger näher an eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses bringt als Kollegen
