
Airbus-Belegschaft in Spanien stimmt Tarifkompromiss nach monatelangen Streiks zu
Nach monatelangen Arbeitskämpfen haben die Beschäftigten des Flugzeugbauers Airbus in Spanien mehrheitlich einer Tarifvereinbarung zugestimmt und damit den anhaltenden Arbeitskonflikt vorerst beigelegt. Bei einer Beteiligung von rund 87 Prozent der Stimmberechtigten sprachen sich 76,7 Prozent der Belegschaft für den Kompromissvorschlag aus, den die Konzernführung Anfang September 2026 unter Vermittlung des spanischen Industrieministeriums mit den Arbeitnehmervertretungen ausgehandelt hatte. Rund 20,3 Prozent stimmten gegen das Paket, während sich etwa drei Prozent der Teilnehmenden der Stimme enthielten. Das Regelwerk sieht finanzielle Nachbesserungen vor, um den Kaufkraftverlust der Belegschaft infolge der teils hohen Inflation abzufedern. Dazu zählen direkte Entgeltanpassungen sowie eine Kopplung künftiger Lohnsteigerungen an den Verbraucherpreisindex. Zudem beinhaltet die Einigung mehr zeitliche Flexibilität bei der Urlaubsgestaltung und schreibt das Recht auf mobiles Arbeiten fest, wonach Büroangestellte bis zu 40 Prozent ihrer Arbeitszeit im Homeoffice absolvieren können. Streitpunkte wie die Verschärfung von Anwesenheitskontrollen und die Einschränkung der Fernarbeit hatten die Streikwelle im Juli 2026 maßgeblich ausgelöst. Airbus-Geschäftsführung und Gewerkschaften werten das Abstimmungsergebnis uneinheitlich. Der Konzern betonte, dass der Kompromiss die Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Standorte sichere, räumte jedoch ein, dass der beträchtliche Anteil der Gegenstimmen auf verbleibenden Vorbehalt in der Belegschaft hinweise. Der Ausstand betraf acht Standorte mit insgesamt etwa 14.500 Beschäftigten, an denen unter anderem Militärtransportflugzeuge wie die C295, Eurofighter-Komponenten sowie Rumpf- und Flügelteile für zivile Verkehrsflugzeuge und Satelliten gefertigt werden. Zwar blieben größere Lieferverzögerungen in der Zivilluftfahrt sparte bisher begrenzt, im Bereich der Militärluftfahrt kam es im Spätsommer jedoch vereinzelt zu operativen Verzögerungen.