Mit dem Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen stellt sich der Flughafen Dortmund auf die verkehrsreichste Phase des laufenden Jahres ein. Für den Zeitraum vom 18. Juli bis zum 1. September 2026 prognostiziert das Management des Regionalflughafens ein Passagieraufkommen von mindestens 500.000 Fluggästen.
Das aktuelle Streckennetz des Ruhrgebietsflughafens umfasst in dieser Saison 38 Destinationen in 18 Ländern. Zu den am stärksten frequentierten Routen zählen traditionell Verbindungen zu Zielen an der Türkischen Riviera sowie auf die Baleareninsel Mallorca, die von den Fluggesellschaften Condor und Eurowings bis zu 21-mal pro Woche bedient wird. Ebenso verzeichnet der Flughafen eine kontinuierliche Nachfrage im Segment der Städtereisen nach London, Warschau und Budapest sowie bei Flügen in osteuropäische und Balkan-Regionen wie Tirana und Varna.
Luftfahrt- und Verkehrsexperten verweisen angesichts der prognostizierten Passagierzahlen auf erhebliche logistische Herausforderungen für die Infrastruktur des Flughafens. Aufgrund von Baumaßnahmen und Kapazitätsengpässen auf der angrenzenden Bundesautobahn 40 müssen Fluggäste bei der Pkw-Anreise mit erheblichen Verkehrsbehinderungen, Umleitungen und Verzögerungen rechnen. Die Flughafenleitung empfiehlt Reisenden daher dringend, mindestens drei Stunden vor dem geplanten Abflug am Terminal einzutreffen und Stellplätze in den Parkhäusern vorab online zu buchen. Im Gegensatz zu einigen internationalen Großflughäfen, die bereits moderne CT-Scanner einsetzen, gelten in Dortmund zudem weiterhin die restriktiven Sicherheitsbestimmungen für Flüssigkeiten im Handgepäck, die auf maximal 100 Milliliter pro Behältnis beschränkt sind.
Kritische Branchenbeobachter merken an, dass die Konzentration des Dortmunder Flugplans auf Billigfluggesellschaften wie Wizz Air und Ryanair bei massiven Passagierspitzen zu operativen Risiken führt. Zwar versucht der Flughafen, die Abfertigungsprozesse durch den Einsatz von zehn automatisierten Gepäckaufgabestationen (Self-Bag-Drop) zu beschleunigen, doch führt das Geschäftsmodell der Low-Cost-Carrier mit extrem kurzen Bodenzeiten der Flugzeuge bei Verzögerungen im europäischen Luftraum schnell zu Kettenreaktionen im Flugplan. Das hohe Aufkommen an Passagieren, die Freunde und Verwandte im osteuropäischen Raum besuchen, sorgt zudem für ein erhöhtes Gepäckaufkommen, was die Abfertigungsstrecken zu den Stoßzeiten an ihre Belastungsgrenzen bringt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die personellen Kapazitäten der Bodendienste ausreichen, um längere Wartezeiten bei den Sicherheitskontrollen zu vermeiden.