Der US-amerikanische Flugzeugbauer Boeing hat auf der Farnborough International Airshow weitere Verträge mit Fluggesellschaften bekannt gegeben. Der afrikanische Staatscarrier Uganda Airlines hat erstmals Flugzeuge der Typen 737 Max und 787 Dreamliner direkt beim Hersteller geordert.
Die Festbestellung umfasst je vier Maschinen der Baureihen 737 Max 8 und 787-9. Zeitgleich nutzte die luxemburgische Fluggesellschaft Luxair die Gelegenheit, um bestehende Kaufoptionen auszuüben. Das europäische Unternehmen wandelte zwei Optionen für das größte Modell der Serie, die 737 Max 10, in Festbestellungen um, nachdem es bereits im Jahr 2024 zwei Exemplare dieses Typs geordert hatte.
Für Uganda Airlines markiert der Vertrag einen Schritt bei der Modernisierung und dem Ausbau der staatlichen Flotte. Die Fluggesellschaft betreibt derzeit primär Airbus A330-800 auf Langstrecken sowie CRJ900-Regionalflugzeuge für afrikanische Verbindungen. Die Einführung von Boeing-Maschinen führt zu einer Diversifizierung des Flugzeugparks, was jedoch zusätzliche Herausforderungen bei der Wartung, Ersatzteilversorgung und der Ausbildung des Flugpersonals mit sich bringt. Die neuen Boeing 787-9 sollen auf Strecken nach Europa, Asien und in den Nahen Osten eingesetzt werden, während die 737 Max 8 die Kapazitäten auf stark frequentierten Regionalstrecken erhöhen soll.
Bei der luxemburgischen Luxair verdichtet sich mit der Bestellung der Wandel hin zu einer reinen Boeing-Flotte im Bereich der Schmalrumpfflugzeuge. Die Airline befindet sich im Austausch ihrer älteren Boeing 737-700 und 737-800 durch modernere Varianten. Die gewählte 737 Max 10 bietet die höchste Sitzplatzkapazität innerhalb der Max-Familie und ist für dicht bediente europäische Strecken vorgesehen. Allerdings wartet die Version 737 Max 10 nach diversen Verzögerungen und strengeren Prüfauflagen US-amerikanischer und europäischer Luftfahrtbehörden weiterhin auf die endgültige Zertifizierung, was Risiken bezüglich des genauen Auslieferungszeitpunkts birgt.
Für den Hersteller Boeing bedeuten die Messeaufträge eine Stabilisierung des Auftragsbestands, nachdem der Konzern in den vergangenen Jahren mit Qualitätsmängeln und Produktionsverzögerungen zu kämpfen hatte. Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die fristgerechte Übergabe der Flugzeuge entscheidend für das Vertrauen der Kunden bleibt. Verzögerungen in den globalen Lieferketten und anhaltende Engpässe bei Zulieferern könnten den Zeitplan für die Auslieferung an Uganda Airlines und Luxair in den kommenden Jahren beeinflussen.