Die in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässige Frachtfluggesellschaft SolitAir nimmt neue Frachtverbindungen zwischen dem Drehkreuz Dubai World Central und dem Flughafen Bukarest-Otopeni in Rumänien auf.
Nach der Vergabe des sogenannten ACC3-Status durch die belgische Zivilluftfahrtbehörde stellt Bukarest das zweite Ziel der Fluggesellschaft innerhalb der Europäischen Union dar. Zuvor hatte das Unternehmen bereits eine Route in die bulgarische Hauptstadt Sofia eingerichtet. Für die Abwicklung der Flüge setzt die Gesellschaft Frachtmaschinen des Typs Boeing 737-800 BCF mit einer Kapazität von jeweils knapp 20 Tonnen ein.
Die Einbindung des rumänischen Marktes erfolgt vor dem Hintergrund eines wachsenden Handelsvolumens zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Rumänien. Im Jahr 2025 belief sich das bilaterale Handelsvolumen nach Angaben der Vereinten Nationen auf mehr als 500 Millionen US-Dollar. Den Schwerpunkt der Exporte aus Rumänien bilden Maschinen, Holzprodukte und Getreide, während Frachtsendungen in Gegenrichtung vor allem Parfüms, Eisenkonstruktionen und Rohaluminium umfassen. Der Beitritt Rumäniens zum Schengen-Raum sowie die Anbindung an den Schwarzmeerhafen Constanța begünstigen den Ausbau logistischer Transportketten in der Region.
Um Linienfrachtdienste in den europäischen Luftraum durchführen zu können, benötigte die Fluggesellschaft neben dem Luftverkehrsbetreiberzeugnis der Emirate und der TCO-Genehmigung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) den Nachweis strenger EU-Sicherheitsstandards durch die ACC3-Zertifizierung. Das Geschäftsmodell von SolitAir konzentriert sich auf reine B2B-Transporte zwischen Flughäfen im Güterverkehr, darunter Gefahrgut, Pharmaprodukte, verderbliche Waren und Luftfracht mit Sondermaßen.
Branchenkenner verweisen darauf, dass der Einsatz von Mittelstreckenfrachtschiff der Type Boeing 737 auf Routen zwischen dem Nahen Osten und Südosteuropa eine Zwischenlandung oder eine begrenzte Nutzlast erfordert. Zudem ist der Markt für Luftfracht zwischen den Golfstaaten und Osteuropa von intensivem Wettbewerb durch etablierte Logistikkonzerne und Frachtsparten großer Netzwerk-Airlines geprägt. Das Unternehmen plant eine Erweiterung seiner bestehenden Flotte von sieben auf 20 Flugzeuge, was für die nachhaltige Auslastung der Kapazitäten am Standort Dubai einen dauerhaft hohen Frachtumschlag voraussetzt.