Die britische Niedrigpreis-Fluggesellschaft Easyjet stellt ihren Flugbetrieb am Flughafen Leeds/Bradford zu Beginn des Jahres 2027 vollständig ein.
Wie das Unternehmen mitteilte, werden nach dem 5. Januar 2027 keine Züge oder Maschinen des Anbieters mehr an dem nordenglischen Regionalflughafen starten oder landen. Der Carrier begründet den Rückzug mit einer umfassenden Überprüfung seines Streckennetzes sowie der betrieblichen Absicht, Flottenkapazitäten auf nachfragestärkere Standorte und ertragsreichere Basen im Vereinigten Königreich zu konzentrieren.
Vom Rückzug betroffen sind mehrere europäische Städte- und Urlaubsverbindungen. Easyjet bediente ab Leeds/Bradford Ziele wie Barcelona, Paris, Belfast, Málaga, Palma de Mallorca sowie Genf. Einzelne Strecken werden bereits vor dem endgültigen Stichtag im Januar schrittweise aus dem Programm genommen. Ein Blick in die Buchungssysteme zeigt, dass die Flüge nach Málaga und Palma de Mallorca voraussichtlich bereits im November 2026 enden, während die Verbindung nach Genf für die kommende Wintersaison bereits nicht mehr buchbar ist.
Für den Betreiber des Flughafens Leeds/Bradford bedeutet der Abzug der Fluggesellschaft einen spürbaren Verlust an Passagierkapazitäten im regionalen Reiseverkehr. Allerdings teilen sich auch andere Billigfluggesellschaften wie Jet2.com und Ryanair Marktanteile an diesem Standort, weshalb ein Teil des Passagieraufkommens von Mitbewerbern aufgefangen werden dürfte. Dennoch verringert der Schritt die Auswahl an Direktverbindungen für Reisende aus der Region Yorkshire.
Branchenbeobachter werten die Entscheidung als Beleg für den strikten Rentabilitätskurs europäischer Low-Cost-Carrier. In einem Marktumfeld mit steigenden Betriebskosten und kapazitiven Engpässen bei der Flugzeuglieferung verlagern Fluggesellschaften ihre Flotten bevorzugt an Großflughäfen oder eigene Hauptstandorte, wo sich höhere Durchschnittserlöse pro Sitzplatz erzielen lassen. Für kleinere Regionalflughäfen erhöht sich dadurch der Druck, attraktive Entgeltstrukturen anzubieten, um internationale Fluggesellschaften dauerhaft zu binden.