Die Römerstadt Carnuntum veranstaltet ihr jährliches Römerfest, bei dem die Römische Kaiserzeit im Zentrum der Darstellungen steht.
Rund 300 internationale Darsteller und Reenactment-Gruppen reisen für das Wochenende an, um Aspekte des damaligen Alltagslebens, Handwerks sowie militärische Formationen im Freilichtmuseum zu demonstrieren. Die Römische Legion zeigt dabei Exerzierübungen und Formationstaktiken auf dem Gelände der ehemaligen römischen Siedlung, die zu den bedeutendsten archäologischen Stätten der Region zählt.
Neben den militärischen Vorführungen bilden Gladiatorenkämpfe in der rekonstruierten Arena einen zentralen Programmpunkt. Die Akteure nutzen dafür Nachbildungen historischer Übungswaffen und orientieren sich an überlieferten Kampftechniken der Antike. Zudem präsentieren Handwerker und Händler traditionelle Bearbeitungsmethoden von Leder, Metall und Stoffen an temporären Verkaufs- und Werkstattständen. Die Veranstaltung zieht regelmäßig tausende Besucher an und gilt als wichtiger Wirtschaftsfaktor für den regionalen Tagestourismus im Land um Wien.
Für Kinder und Familien bietet das Organisationsteam spezifische Vermittlungsangebote wie Mitmachstationen und handwerkliche Kurse an. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der niederschwelligen Vermittlung archäologischer Forschungsergebnisse und historischer Zusammenhänge. Wissenschaftler nutzen die Kulisse der Veranstaltung parallel, um experimentelle Archäologie unter realen Bedingungen mit Nachbauten von Werkzeugen, Rüstungen und Alltagsgegenständen zu beobachten und auszuwerten.
Kritische Beobachter von Großveranstaltungen an historischen Stätten weisen darauf hin, dass der Balanceakt zwischen wissenschaftlichem Anspruch und kommerziellem Unterhaltungswert eine ständige Herausforderung darstellt. Um eine Verfälschung des Geschichtsbildes zu vermeiden, müssen Reenactment-Darstellungen streng an den archäologischen Funden der Region Carnuntum ausgerichtet bleiben. Das Management des Freilichtmuseums steht vor der Aufgabe, die hohen Besucherzahlen in Einklang mit dem Schutz der konservierten Baudenkmäler und Rekonstruktionen auf dem Gelände zu bringen.