Die Betreibergesellschaft des Flughafens Berlin Brandenburg (FBB) und das Hamburger Handelsunternehmen Gebr. Heinemann SE & Co. KG haben ihre Zusammenarbeit im Bereich des Flughafen-Einzelhandels vorzeitig verlängert.
Die Vereinbarung bildet die Grundlage für eine umfassende Neugestaltung und Vergrößerung der Duty-Free- und Travel-Value-Bereiche im Sicherheitsbereich des Hauptterminals. Ab dem Herbst 2026 soll der zentral gelegene Marktplatz hinter den Sicherheitskontrollen im Terminal 1 bei laufendem Betrieb schrittweise umgebaut werden.
Im Zuge der Baumaßnahmen wird die reine Verkaufsfläche für den Einzelhandel auf rund 3.800 Quadratmeter erweitert. Das Neugestaltungskonzept sieht vor, die Retail-Zonen enger mit Gastronomieangeboten zu verknüpfen und durch Glasfronten eine direkte Sichtachse auf das Vorfeld zu schaffen. Ergänzend sind zusätzliche Sitzgelegenheiten für wartende Fluggäste, überarbeitete Fahrgastinformationssysteme sowie ein neuer Kinderspielbereich vorgesehen. Die Fertigstellung aller Bauabschnitte ist für Ende 2028 geplant, wobei Beeinträchtigungen der Passagierabwicklung während der Bauphase vermieden werden sollen.
Die Erweiterung der Verkaufsflächen ist Teil der wirtschaftlichen Bemühungen des Flughafenbetreibers, die kommerziellen Einnahmen pro Passagier zu steigern. Flughafenchefin Aletta von Massenbach und Florian Seidel, Vertriebsvorstand bei Gebr. Heinemann, betonen die Notwendigkeit, Aufenthaltsqualität und Sortimentsstruktur an das veränderte Passagierverhalten anzupassen. Die Erlöse aus der Vermietung und Verpachtung von Einzelhandels- und Gastronomieflächen stellen für den hochverschuldeten Hauptstadtflughafen eine wesentliche Säule zur Verbesserung der operativen Profitabilität dar.
Luftfahrtexperten und Verbraucherschützer weisen jedoch darauf hin, dass die bauliche Verdichtung von Verkaufszonen in Terminalbereichen nicht zu Engpässen bei den Passagierströmen führen darf. In der Vergangenheit führten Umbaumaßnahmen an internationalen Großflughäfen gelegentlich zu verlängerten Wegen und Unübersichtlichkeiten für Reisende. Die Herausforderung für die FBB wird darin bestehen, die kommerziellen Flächeninteressen mit einer reibungslosen Logistik in den hochfrequentierten Wartebereichen vor den Abfluggates abzustimmen.