Die asiatische Low-Cost-Fluggesellschaft Air Asia und die türkische Pegasus Airlines haben ihre erste gemeinsame Codeshare-Partnerschaft ins Leben gerufen.
Ziel der Kooperation ist es, neue Direkt- und Umsteigeverbindungen zwischen Südostasien und Europa über das Drehkreuz am Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen zu etablieren. In einer ersten Phase umfasst das Abkommen Flugverbindungen von Kuala Lumpur nach London Stansted, Moskau Vnukovo, Ankara, Zürich und Athen mit Zwischenstopp in Istanbul. Die Partner beabsichtigen, die Kooperation schrittweise auf mehr als 100 Anschlussrouten in ihren Streckennetzen auszuweiten.
Passagiere können die gesamten Streckenabschnitte in einer einzigen Buchung zusammenfassen und profitieren von einer durchgehenden Gepäckabfertigung bis zum Zielort, ohne das Gepäck beim Zwischenstopp in Istanbul neu einchecken zu müssen. Zur Kapazitätsabsicherung baut die Langstreckentochter AirAsia X ihr Angebot auf der Route zwischen Kuala Lumpur und Istanbul-Sabiha Gökçen bis Februar 2027 von bisher vier auf sieben wöchentliche Frequenzen aus. Die Strecke war im November 2025 neu im Flugplan der Fluggesellschaft etabliert worden.
Für Reisende aus Europa eröffnet die Kooperation wiederum Anschlussverbindungen über den Flughafen Kuala Lumpur in das Streckennetz von AirAsia, das mehr als 140 Ziele im asiatisch-pazifischen Raum, in China und Australien abdeckt. Das Netz von Pegasus Airlines umfasst rund 160 Ziele in 56 Ländern. Das Bündnis vereint damit zwei große Billigfluggesellschaften, die bisher primär auf ihren jeweiligen Heimatmärkten operierten, und verstärkt den Wettbewerb im langstreckengestützten Niedrigpreissegment zwischen den Kontinenten.
Branchenbeobachter verweisen jedoch darauf, dass der Erfolg grenzüberschreitender Codeshare-Abkommen im Budget-Segment von einer funktionierenden Schnittstelle bei den Betriebssystemen und Passagierrechten abhängt. Da Billigflieger traditionell auf Punkt-zu-Punkt-Verbindungen ausgelegt sind, erfordern durchgehende Buchungen und Gepäcktransfers komplexere Prozesse bei Verspätungen und Anschlussverlusten. Zudem steht der Standort Istanbul-Sabiha Gökçen im intensiven Wettbewerb mit dem Großflughafen Istanbul (IST), der vom Netzwerkträger Turkish Airlines dominiert wird.