Bei der belgischen Fluggesellschaft Brussels Airlines droht ein Arbeitskampf auf den Strecken in den Nahen Osten.
Die Gewerkschaft ACV Puls hat einen Streikaufruf eingereicht, um gegen die Entscheidung der Unternehmensleitung zu protestieren, Flüge nach Tel Aviv wieder über den regulären Dienstplan zu besetzen. Die Fluggesellschaft hatte die Verbindungen nach Israel im Sommer 2026 zunächst wieder aufgenommen und den Betrieb auf dieser Route vorübergehend ausschließlich mit freiwillig gemeldeten Besatzungsmitgliedern durchgeführt. Nun stellt der Betreiber auf das standardmäßige Personaleinsatzverfahren um, da er die Lage vor Ort als ausreichend stabil bewertet.
Die Gewerkschaft ACV Puls weist diese Einschätzung zurück und beruft sich auf anhaltende Sicherheitsrisiken in der Region sowie die Hinweise der belgischen Behörden, die von nicht notwendigen Reisen nach Israel abraten. Nach Ansicht der Arbeitnehmervertretung muss den Beschäftigten unter den aktuellen Bedingungen weiterhin das Recht eingeräumt werden, Einsätze auf den Strecken nach Tel Aviv ohne arbeitsrechtliche Konsequenzen abzulehnen. Der eingereichte Streikaufruf ist seit dem 1. September 2026 wirksam, wobei sich eventuelle Arbeitsniederlegungen nach Angaben der Gewerkschaft ausschließlich auf die Flüge von und nach Tel Aviv beschränken würden.
Die Führung von Brussels Airlines betont, dass die Sicherheit von Passagieren und Personal oberste Priorität habe. Der Vorfall wird in enger Abstimmung mit dem Mutterkonzern Lufthansa sowie internationalen Sicherheitsbehörden kontinuierlich analysiert. Das Unternehmen verweist darauf, dass die Einsatzverfahren bei einer Veränderung der Gefährdungslage jederzeit angepasst werden können. Konkrete Termine für Streikmaßnahmen wurden von den Gewerkschaftsvertretern bisher nicht festgesetzt, um Raum für weitere Verhandlungen zu lassen.
Luftfahrtexperten verweisen darauf, dass die Wiederaufnahme von Flügen in Krisenregionen wiederholt zu Spannungen zwischen Airline-Managements und Bordpersonal führt. Während die Konzernleitung der Lufthansa-Gruppe darauf bedacht ist, ihr Streckennetz schrittweise zu normalisieren und wirtschaftliche Positionen im Nahen Osten zu sichern, fordern die Personalvertretungen verlässliche Schutzmaßnahmen und ein Mitbestimmungsrecht bei Flügen in geopolitische Spannungsgebiete. Der Ausgang des Konflikts bei Brussels Airlines könnte Signalwirkung für andere europäische Netzwerkträger haben.