Mit dem Ende der Sommermonate stellt sich im Straßennetz von Wien wieder eine erhöhte Belastung im morgendlichen und nachmittäglichen Berufsverkehr ein.
Die Verkehrsexperten des Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Hochtourenclubs (ÖAMTC) weisen darauf hin, dass Pendler ab den frühen Morgenstunden mit erheblichen Zeitverlusten auf den Haupteinfahrtsstraßen rechnen müssen. Bereits ab 07:00 Uhr erreichen viele Abschnitte im Stadtgebiet ihre Kapazitätsgrenzen, wodurch Unfälle oder liegengebliebene Fahrzeuge rasch zu kilometerlangen Rückstaus führen.
Zusätzlich zu den regulären Verkehrsspitzen belasten mehrere Baustellen und Sperrungen das Wiener Hauptstraßennetz. Die Bauarbeiten auf der Ost Autobahn (A4) zwischen dem Knoten Prater und Schwechat sorgen weiterhin zeitweise für Engpässe auf einer der wichtigsten Transitrouten im Osten der Stadt. Im innerstädtischen Bereich führen Arbeiten auf der Großen Ungarbrücke beim Stadtpark sowie die stadteinwärtige Sperre der Landstraßer Hauptstraße zwischen Schlachthausgasse und Oberzellergasse zu Ausweichverkehr im 3. Wiener Gemeindebezirk.
Zusätzliche Beeinträchtigungen ergeben sich im Bezirk Meidling durch geänderte Verkehrsführungen. Diese stehen im Zusammenhang mit dem Schienenersatzverkehr der ÖBB, der aufgrund von Erneuerungsarbeiten auf der Wiener S-Bahn-Stammstrecke eingerichtet wurde. Der Einsatz von Ersatzbussen gebietet dort Kapazitätsanpassungen im Straßenraum. Der ÖAMTC rät Verkehrsteilnehmern daher, mehr Reisezeit für die Fahrten zur Arbeit oder zu Terminen einzuplanen und vor Fahrtantritt digitale Verkehrsinformationen zur Routenprüfung zu konsultieren.
Verkehrsplaner verweisen darauf, dass die Überlagerung von baulichen Maßnahmen an der Hauptinfrastruktur und dem saisonal steigenden Verkehrsaufkommen die Verwundbarkeit des städtischen Verkehrsnetzes verdeutlicht. Während Baustellen an Brücken und Autobahnen für die Substanzerhaltung unerlässlich sind, führen langwierige Sperren regelmäßig zu Verlagerungseffekten in Wohngebiete. Eine stärkere Abstimmung zwischen den Baustellenkoordinatoren der Stadt und den öffentlichen Verkehrsbetrieben bleibt zwingend erforderlich, um Stauspitzen wirksam zu reduzieren.