Das Softwareunternehmen Skylum, Entwickler der Bildbearbeitungsanwendung Luminar, hat im September 2026 eine strukturierte Auswertung der registrierten Wanderrouten in Deutschland vorgelegt. Die Untersuchung basiert auf aggregierten Datensätzen der Tourenportale Komoot und Wanderbares Deutschland.
Analysiert wurden dabei mehr als 1.400 erfasste Strecken im Hinblick auf Höhenprofile, Infrastruktur, Zugänglichkeit und Gastronomieangebote in den jeweiligen Bundesländern. Stadtstaaten sowie Länder mit weniger als zehn gelisteten Wegen wurden aus der Methodik ausgeschlossen.
Aus der Erhebung geht hervor, dass Baden-Württemberg mit 235 registrierten Routen das flächenübergreifende Verzeichnis anführt, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 221 und Bayern mit 211 Strecken. Auf regionaler Ebene verzeichnen der Schwarzwald mit 59 und die Schwäbische Alb mit 52 Routen die höchste Dichte. Hinsichtlich des Schwierigkeitsgrads weist Brandenburg mit 45 Prozent den höchsten Anteil an flachen und leichten Abschnitten auf. Die anspruchsvollsten Streckenprofile finden sich in Sachsen-Anhalt mit einem Anteil von 45 Prozent als schwer eingestuften Routen, während Bayern mit durchschnittlich 1,8 Kilometern pro Weg die längsten zusammenhängenden Steigungsabschnitte aufweist.
Neben den topografischen Parametern erfasste die Analyse auch die Versorgungs- und Beherbergungsdichte entlang der Routen. Während in Nordrhein-Westfalen und Hessen mit durchschnittlich acht bis neun Beherbergungsbetrieben pro Strecke eine hohe Dichte an Übernachtungsmöglichkeiten besteht, fällt das gastronomische Angebot direkt an den Wegen bundesweit gering aus. Im Schnitt liegt die Versorgung bei 0,4 Gastronomiebetrieben pro Route. Zudem zeigt die Erhebung, dass rund 75 Prozent des analysierten Wegenetzes auch in den Wintermonaten nutzbar bleiben, was die ganzjährige Nutzung der Infrastruktur unterstreicht.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass kommerzielle Datenanalysen dieser Art primär als Marketinginstrument zur Kundenbindung für Softwareprodukte dienen. Die Datengrundlage ist stark von den Nutzer- und Eintragszahlen der verwendeten Plattformen abhängig, wodurch unregistrierte oder regionale Wanderwege in der Statistik unberücksichtigt bleiben. Dennoch verdeutlichen die Ergebnisse die enge Verknüpfung zwischen regionaler Wanderinfrastruktur und den Übernachtungszahlen im Inlandstourismus, wo Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen kontinuierlich hohe Buchungszahlen verzeichnen.