Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) und die Deutsche Lufthansa AG nehmen in der kommenden Woche ihre formellen Gespräche über offene Tariffragen wieder auf.
Nach mehrtägigen Moderationsphasen, Workshops und Sondierungsgesprächen bahnt sich damit eine Deeskalation in der festgefahrenen Auseinandersetzung zwischen der Gewerkschaft und dem Luftfahrtkonzern an. Aus Sicht der Arbeitnehmervertretung hat die Airline-Führung Signale für eine Rückkehr zu konstruktiven Verhandlungen gegeben, um Lösungsansätze für das Kabinenpersonal der Muttergesellschaft sowie für die Beschäftigten der von der Schließung bedrohten Lufthansa CityLine zu erarbeiten.
Der UFO-Vorsitzende Joachim Vázquez Bürger und Tarifbeauftragter Harry Jaeger erklärten, dass die vorangegangenen Gesprächsformate ein Grundmaß an Vertrauen wiederhergestellt hätten, um erneut in die inhaltliche Arbeit einzusteigen. Ein zentraler Schwerpunkt der Verhandlungen betrifft die Zukunft des fliegenden Personals der Regionaltochter Lufthansa CityLine, deren Flugbetrieb im Zuge der Neuausrichtung der Zubringerflotte und dem Aufbau der neuen Tochtergesellschaft City Airlines schrittweise abgewickelt werden soll. Für die kommenden Wochen wurden eng getaktete Verhandlungstermine vereinbart, über deren konkrete Inhalte beide Parteien Vertraulichkeit vereinbart haben.
Der schrittweise Rückbau der CityLine und der gleichzeitige Aufbau von City Airlines führten in den vergangenen Monaten zu erheblichen Spannungen im Verhältnissen zwischen Management und Gewerkschaften. Während der Vorstand Kostensenkungen und Anpassungen in der Zubringerflotte anstrebt, fordern die Arbeitnehmervertreter verlässliche Perspektiven und den Erhalt von Beschäftigungsbedingungen für die betroffenen Flugbegleiter. Die Wiederaufnahme der Gespräche gilt als wichtiger Versuch, einen langwierigen Arbeitskampf im Konzern zu vermeiden und sozialverträgliche Übergangsregelungen zu finden.
Luftfahrtexperten verweisen darauf, dass die Befriedung der Kabinentarifverträge für die Lufthansa von hoher operativer Bedeutung ist. Angesichts eines anhaltenden Personalbedarfs und des intensiven Wettbewerbs an den Drehkreuzen Frankfurt und München würde ein erneuter Streik im Kabinenbereich die betriebliche Stabilität empfindlich treffen. Ob die Aufnahme der Vertraulichkeitsgespräche tatsächlich zu dauerhaften Vereinbarungen führt, hängt davon ab, wie flexibel sich die Verhandlungspartner bei den Abfindungs- und Wechselbedingungen für das CityLine-Personal zeigen.