Die Lufthansa-Tochtergesellschaft Eurowings hat ihr Flugprogramm für den Winterflugplan 2026/27 vorgelegt. Der Schwerpunkt der Netzwerkanpassungen liegt auf der Aufstockung von Verbindungen an deutschen Sekundärstandorten sowie an den Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf.
Am Flughafen Berlin-Brandenburg erhöht die Fluggesellschaft das Angebot auf insgesamt 38 Direktziele, darunter neu aufgenommene Routen nach Rom, Bologna und Kuusamo. Neben europäischen Städtedestinationen beinhaltet der Flugplan eine Verdichtung des Streckennetzes in den Nahen Osten, wo unter anderem zwei wöchentliche Verbindungen nach Bagdad ab Berlin und Düsseldorf eingerichtet werden.
Zusätzlich zu den Kapazitätsanpassungen führt Eurowings ab Dezember 2026 ein modifiziertes Sitzplatzangebot auf ausgewählten Strecken ein. Unter der Bezeichnung „Premium BIZ Seat“ werden in den vorderen Reihen der Flugzeuge vom Typ Airbus A320neo vergrößerte Bestuhlungen in einer 2×2-Anordnung angeboten. Die Maßnahme betrifft Sämtliche Flüge nach Dubai sowie ausgewählte Rotationen nach London-Heathrow, Málaga und Mallorca. Damit versucht die Fluggesellschaft, im Segment der Geschäftsreisenden sowie bei zahlungsbereiten Privatkunden höhere Durchschnittserlöse pro Sitzplatz zu erzielen.
Die Ankündigung der Flugplananpassungen erfolgt vor dem Hintergrund eines wettbewerbsintensiven Umfelds und hoher Betriebskosten an deutschen Flughäfen. Während Mitbewerber wie Condor einzelne Verbindungen in den Nahen Osten aufgrund mangelnder Rentabilität gestrichen haben, setzt Eurowings auf den Ausbau von Nischenstrecken für den Privat- und Familienreiseverkehr (VFR). Finanzdaten der Muttergesellschaft Lufthansa verdeutlichen gleichzeitig die strukturellen Herausforderungen im Point-to-Point-Segment, wo steigende Entgelte an deutschen Flughäfen sowie hohe Kerosinkosten die operative Marge der Billig- und Direktfluganbieter belasten.
Branchenbeobachter bewerten die Aufnahme von Zielen im Irak und in anderen Nahost-Regionen als Versuch, ganzjährig stabilere Auslastungsquoten fernab der saisonal schwächeren europäischen Sommerferienrouten zu sichern. Ob die angebotene Sitzplatzaufwertung im Kurz- und Mittelstreckenbereich ausreicht, um die Ertragslage der Fluggesellschaft nachhaltig zu verbessern, hängt maßgeblich von der Zahlungsbereitschaft der Passagiere auf den betroffenen Strecken ab.