Landside-Ansicht des Flughafens Warschau-Modlin (Foto: Jan Gruber).
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Ryanair stationiert drei weitere Flugzeuge am Flughafen Warschau-Modlin

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Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair baut ihre Präsenz am Flughafen Warschau-Modlin im kommenden Winterflugplan aus.

Wie das Unternehmen mitteilte, werden drei zusätzliche Passagierflugzeuge an dem nordwestlich der polnischen Hauptstadt gelegenen Standort stationiert, womit die fest dort verankerte Flotte auf insgesamt neun Maschinen ansteigt. Das Streckennetz ab Modlin soll künftig 30 Verbindungen umfassen. Durch die Erhöhung der Sitzplatzkapazitäten strebt die Fluggesellschaft eine Verdopplung ihres jährlichen Passagieraufkommens an dem Standort auf rund 3,2 Millionen Fluggäste an.

Der Ankündigung ging ein monatelanger Konflikt zwischen der Fluggesellschaft und dem Flughafenbetreiber voraus. Ryanair hatte in der Vergangenheit das Flugangebot in Modlin aufgrund uneinheitlicher Entgeltstrukturen und unzureichender Rabattgewährungen reduziert und Strecken an den größeren Flughafen Warschau-Chopin sowie an den regionalen Flughafen Radom verlagert. Die Einigung auf neue Gebührenkonditionen bildet nun die Grundlage für die Rückkehr zusätzlicher Flugzeuge. Mit dem Ausbau festigt die Airline ihre Stellung als einziger dominierender Anbieter am Flughafen Modlin.

Die Abhängigkeit des Flughafens von einem einzelnen Großkunden birgt jedoch auch betriebswirtschaftliche Risiken für die Infrastrukturgesellschaft. Während die steigenden Passagierzahlen dem Flughafen höhere Entgelte im Non-Aviation-Bereich wie der Gastronomie und dem Parkplatzgeschäft einbringen, bleiben die Einnahmen aus den reinen Start- und Landegebühren durch die Gewährung volumenbasierter Rabatte vergleichsweise gering. Zudem steht der Standort Modlin im Wettbewerb mit dem im Bau befindlichen Großflughafen Projekt CPK (Centralny Port Komunikacyjny), der mittelfristig den Flugverkehr in der Region Warschau neu ordnen soll.

Analysten betonen, dass Ryanair mit der Aufstockung der Flotte auf den wachsenden Markt für Arbeitsmigration und Städtetourismus in Ostmitteleuropa reagiert. Das Konzept stützt sich vor allem auf die Auslastung von Verbindungen nach Westeuropa sowie in den Mittelmeerraum. Die Realisierung der angestrebten Passagierverdopplung hängt maßgeblich davon ab, ob die Terminal- und Abfertigungskapazitäten in Modlin den höheren Spitzenbelastungen ohne nennenswerte Abfertigungsverzögerungen standhalten können.

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