Boeing 737-900ER (Foto: Acroterion).
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Delta Air Lines korrigiert Gewinnprognose trotz hoher Umsätze nach unten

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Die US-amerikanische Fluggesellschaft Delta Air Lines hat ihre Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 spürbar gesenkt. Wie das Unternehmen mit Sitz in Atlanta am 9. Oktober 2026 im Rahmen der Vorlage seiner Finanzergebnisse für das dritte Quartal mitteilte, machen die stark gestiegenen Kerosinpreise die Zugewinne aus höheren Ticketpreisen und einer anhaltend hohen Passagiernachfrage weitgehend zunichte.

Das Management rechnet nun mit einem bereinigten Gewinn pro Aktie zwischen 5,10 und 5,60 US-Dollar. Bei der vorherigen Prognose im Juli 2025 war das Unternehmen noch von Werten zwischen 6,50 und 7,50 US-Dollar ausgegangen. Der Konzern erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Anstieg seiner Treibstoffrechnung um rund sechs Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Trotz der erheblichen Kostenbelastung prognostiziert die Unternehmensführung für das Gesamtjahr 2026 ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern in Höhe von etwa 4,5 Milliarden US-Dollar.

Verstärkter Druck durch Kerosinpreise auf die operativen Margen

Finanzvorstand Erik Snell erläuterte bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen, dass die Aufwendungen für Treibstoff allein im dritten Quartal 2026 um mehr als 500 Millionen US-Dollar höher ausfielen als in den Annahmen von Juli 2026 kalkuliert. Die bereinigte Treibstoffrechnung stieg im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 62 Prozent auf 4,1 Milliarden US-Dollar. Dieser Anstieg wirkte sich direkt auf die Marge aus. Die bereinigte operative Marge des Konzerns ging im dritten Quartal von 11,1 Prozent im Vorjahr auf 9,4 Prozent zurück.

Für das vierte Quartal 2026 rechnet Delta Air Lines mit einem bereinigten Kerosinpreis von rund 4,25 US-Dollar pro Gallone. Im dritten Quartal lag der Durchschnittspreis noch bei 3,61 US-Dollar. In diesem prognostizierten Preis ist bereits eine rechnerische Einsparung von etwa 40 Cent pro Gallone enthalten, die durch den Betrieb der konzerneigenen Erdölraffinerie in Monroe im Bundesstaat Pennsylvania erzielt wird. Da die Eigenversorgung jedoch nur einen Teil des Gesamttreibstoffbedarfs abdeckt, verbleibt der wesentliche Teil des Preisanstiegs als Kostenfaktor in den Bilanzen des Luftfahrtunternehmens.

Umsatzentwicklung im Passagiergeschäft und Verschiebung der Kabinenstruktur

Auf der Einnahmenseite verzeichnete Delta Air Lines im dritten Quartal 2026 einen bereinigten Umsatz von 17,6 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Diese Erlössteigerung wurde bei einer nahezu unveränderten Gesamtkapazität erzielt. Der ausgewiesene Nettogewinn nach Rechnungslegungsstandard GAAP sank jedoch um 47 Prozent auf 756 Millionen US-Dollar beziehungsweise 1,15 US-Dollar pro Aktie, während das bereinigte Nettoergebnis um zwei Prozent auf 1,13 Milliarden US-Dollar oder 1,72 US-Dollar je Aktie zulegen konnte. In den bereinigten Zahlen sind Effekte aus Treibstoffsicherungsgeschäften sowie Buchgewinne und -verluste aus Finanzinvestitionen herausgerechnet.

Die Umsatzstruktur zeigt eine deutliche Verschiebung in Richtung der gehobenen Beförderungsklassen. Die Erlöse aus den sogenannten Premium-Kabinen stiegen im dritten Quartal um 18 Prozent. Delta erweiterte das Sitzplatzangebot in diesen Kategorien um sechs Prozent, setzte höhere Ticketpreise durch und erzielte eine höhere Sitzplatzauslastung. Gleichzeitig verringerte die Fluggesellschaft das Angebot an Sitzplätzen in der Standard-Hauptkabine (Economy). Trotz der Reduzierung des Sitzplatzangebots im hinteren Kabinenbereich stieg der Erlös pro verfägbarem Sitzmeilenabschnitt in der Economy-Klasse um 17 Prozent. Für das vierte Quartal stellt das Management eine weitere Erlössteigerung von etwa 20 Prozent in Aussicht, wobei das Angebot an Premium-Sitzplätzen weiter ausgebaut und die Kapazität in der Hauptkabine leicht zurückgefahren werden soll.

Entwicklung der Stückkosten abseits des Kerosineinkaufs

Die Kosten ohne Treibstoff bezogen auf die angebotene Sitzmeile stiegen im dritten Quartal um 7,3 Prozent. Die Unternehmensleitung führte diesen Anstieg im Wesentlichen auf gestiegene Personalkosten, erlösbezogene Aufwendungen sowie ein geringeres Kapazitätswachstum als ursprünglich geplant zurück. Zudem führten schwere Sommerunwetter im Osten der USA zu operativen Verzögerungen und zusätzlichen Aufwendungen im Flugbetrieb.

Eine verlässliche Einnahmequelle außerhalb des reinen Ticketverkaufs bleibt das Kundenbindungsprogramm sowie die Partnerschaft mit dem Finanzdienstleister American Express. Die Zahlungen aus dieser Kooperation stiegen im dritten Quartal um 15 Prozent. Delta Air Lines sieht sich damit auf Kurs, im Gesamtjahr 2026 mehr als neun Milliarden US-Dollar aus der Kooperation mit dem Kreditkartenunternehmen zu vereinnahmen.

Flottenzuwachs und Erfolgsbeteiligung für die Belegschaft

Im Verlauf des dritten Quartals übernahm Delta Air Lines insgesamt 13 Neufahrzeuge. Dazu gehörten Langstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A350-900 sowie Kurz- und Mittelstreckenmaschinen der Typen Airbus A321neo und Airbus A220-300. Trotz der Anpassung der Jahreshöchstziele beteiligt das Unternehmen seine Belegschaft an den erwirtschafteten Ergebnissen. Auf Basis der Finanzergebnisse der ersten neun Monate des Jahres 2026 steht den Mitarbeitenden ein Betrag von knapp 900 Millionen US-Dollar an Erfolgsbeteiligungen zu. Die Auszahlung an die Angestellten ist für Februar 2027 vorgesehen.

Mit dem Anstieg der Treibstoffkosten steht Delta Air Lines exemplarisch für die Gesamtsituation der US-amerikanischen Luftfahrtbranche. Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die weiteren großen US-Fluggesellschaften wie United Airlines und American Airlines in ihren anstehenden Quartalsberichten vor ähnlichen Herausforderungen stehen dürften. Das Zusammenspiel aus anhaltendem Treibstoffpreisdruck und der Möglichkeit, Mehrkosten über Ticketpreise am Markt durchzusetzen, bleibt die zentrale Bestimmungsgröße für die Ertragslage im internationalen Flugverkehr.

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