Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus hat im September 2026 insgesamt 72 kommerzielle Verkehrsflugzeuge an 37 Kunden ausgeliefert. Damit steigt die Gesamtzahl der seit Jahresbeginn übergebenen Maschinen im Zeitraum von Januar bis Ende September 2026 auf 547 Einheiten.
Trotz kontinuierlicher Herausforderungen in den globalen Zulieferketten – insbesondere bei der fristgerechten Bereitstellung von Triebwerken und Kabinenbauteilen – hält der Flugzeugbauer an seinem Jahresziel fest, im Gesamtjahr 2026 rund 870 Flugzeuge an Kunden weltweit zu übergeben. Um diese Zielvorgabe zu erreichen, muss das Unternehmen im verbleibenden vierten Quartal ein deutlich höheres Auslieferungstempo vorlegen und rechnerisch durchschnittlich knapp 108 Flugzeuge pro Monat fertigstellen. Parallel dazu verzeichnete der Konzern im September 2026 insgesamt 17 Brutto-Aufträge, woraus sich unter Berücksichtigung von Stornierungen ein Nettozugang von 14 Bestellungen ergab.
Detailbetrachtung der Monatsauslieferungen und Segmentverteilung im September
Die im September 2026 getätigten Auslieferungen verteilen sich überwiegend auf das Segment der Standardrumpfflugzeuge (Single-Aisle). Von den insgesamt 72 übergebenen Passagiermaschinen entfielen 67 Exemplare auf die Schmalrumpffamilien Airbus A320neo und Airbus A220. Zu den Großabnehmern im Berichtsmonat gehörte unter anderem die indische Fluggesellschaft IndiGo, die ihre Flotte um sieben A321neo und drei A320neo erweiterte. Weitere Maschinen gingen an nordamerikanische Fluggesellschaften wie Delta Air Lines, American Airlines, Air Canada sowie Breeze Airways.
Im Segment der Langstrecken- und Großraumflugzeuge (Wide-body) übergab Airbus im September 2026 insgesamt fünf Maschinen an Kunden. Dazu zählten zwei Flugzeuge des Typs A330-900, die über Airbus Financial Services an die algerische Staatsgesellschaft Air Algérie geliefert wurden. Das A330-Programm verzeichnete im bisherigen Jahresverlauf jedoch den stärksten prozentualen Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, was unter anderem auf temporäre Fertigungsunterbrechungen und Qualitätskontrollen im Sommer zurückzuführen war.
Auftragslage und Entwicklung im Jahresverlauf von Januar bis September 2026
Auf der Bestellseite verzeichnete der Flugzeugbauer im September 2026 verhältnismäßig moderate Zuwächse. Der Bruttozugang von 17 Aufträgen setzte sich aus einer Festbestellung der ägyptischen Fluggesellschaft Air Cairo über 15 Maschinen vom Typ Airbus A320neo sowie einer Order der armenischen Gesellschaft FlyOne Armenia über zwei A321neo zusammen. Im Bereich der Großraumflugzeuge A330 und A350 wurden im September keine neuen Festbestellungen verbucht. Unter Berücksichtigung von drei Stornierungen verblieben im Monatsverlauf 14 Netto-Bestellungen.
Betrachtet man die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2026 kumuliert, weist Airbus solide Zahlen im Neugeschäft auf. Von Januar bis Ende September 2026 summieren sich die Brutto-Aufträge auf 1.174 Flugzeuge. Nach Abzug von insgesamt 69 Stornierungen ergibt sich ein Netto-Auftragseingang von 1.105 Maschinen. Dieser Wert liegt mehr als doppelt so hoch wie der im Vergleichszeitraum des Vorjahres verzeichnete Nettozugang von 514 Flugzeugen. Das Gros der Neubestellungen im Jahr 2026 entfällt mit 830 Einheiten auf die A320-Familie, gefolgt von 182 Maschinen der A220-Reihe, 95 Einheiten des Langstreckenmusters A350 sowie 67 A330-Flugzeugen. Der gesamte Auftragsbestand von Airbus lag Ende September 2026 bei 9.310 gewerblichen Luftfahrzeugen.
Anforderungen an die Produktion im vierten Quartal zur Zielerreichung
Um das angestrebte Auslieferungsziel von rund 870 Zivilflugzeugen für das Gesamtjahr 2026 zu realisieren, muss Airbus im vierten Quartal noch mindestens 323 Maschinen an Kunden übergeben. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem vierten Quartal 2025, in dem der Konzern 286 Auslieferungen verzeichnen konnte. Branchenbeobachter verweisen darauf, dass das vierte Quartal in der Luftfahrtindustrie traditionell die höchsten Auslieferungszahlen des Jahres aufweist, da die Endmontagelinien in Hamburg, Toulouse, Mirabel, Mobile und Tianjin zum Jahresende hin unter hohem Hochlaufdruck arbeiten.
Die Erreichung der Vorgabe hängt maßgeblich von der Stabilität der externen Lieferketten ab. Insbesondere Engpässe bei Triebwerksherstellern wie Pratt & Whitney und CFM International sowie Verzögerungen bei Zulieferern von Kabinenausstattungen begrenzten in den vergangenen Monaten das Hochlauftempo bei den Schmalrumpfflugzeugen. Das Management von Airbus Commercial Aircraft zeigte sich bezüglich der Zielerreichung im vierten Quartal weiterhin zuversichtlich, betont jedoch, dass das fehlerfreie Zusammenspiel aller Logistikketten bis zum Jahresende entscheidend bleibt.