Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair baut ihr Flugangebot am Flughafen Lübeck aus und nimmt ab Ende März 2027 eine Direktverbindung nach Alicante an der spanischen Costa Blanca auf. Die Route soll im kommenden Sommerflugplan zweimal wöchentlich, jeweils dienstags und samstags, mit Passagierflugzeugen des Typs Boeing 737 bedient werden. Für die Fluggesellschaft stellt die Wiederaufnahme der Verbindung keine Prämiere dar, da der Carrier die Strecke zwischen der norddeutschen Hansestadt und der spanischen Küstenregion bereits im Jahr 2009 temporär bedient hatte.
Die Aufnahme der Strecke nach Alicante ergänzt das bisherige Bestandsnetz der Fluggesellschaft ab dem schleswig-holsteinischen Regionalflughafen, das für die Sommersaison Routen nach Palma de Mallorca, Málaga sowie London-Stansted umfasst. Neben der touristischen Outbound-Nachfrage aus dem norddeutschen Einzugsgebiet setzt die Betreibergesellschaft des Flughafens auch auf Inbound-Verkehre aus Spanien. Die Region rund um Lübeck und die schleswig-holsteinische Ostseeküste dient dabei als Anlaufpunkt für Reisende aus dem südlichen Europa.
Der Ausbau des Angebotsprogramms erfolgt vor dem Hintergrund der anhaltenden Branchenkritik von Ryanair an den Standortkosten und staatlichen Abgaben im deutschen Zivilluftverkehr. Während die Fluggesellschaft an anderen deutschen Regional- und Großflughäfen Kapazitäten kürzt oder Wachstum an Bedingungen knüpft, nutzt die Airline dezentrale Nischenstandorte wie Lübeck gezielt zur Auslastung ihrer Bestandsflotte im Punkt-zu-Punkt-Verkehr. Die Ausweitung von Einzelverbindungen sichert dem Flughafenbetreiber kurzfristige Einnahmen aus Abfertigungsentgelten, erhöht jedoch die Abhängigkeit des Standorts von den Netzentscheidungen eines einzelnen Low-Cost-Anbieters.
Die verhältnismäßig geringe Frequenz von zwei Umläufen pro Woche begrenzt das Marktvolumen der neuen Verbindung auf ein fest umrissenes Segment von Urlaubs- und Individualreisenden. Zudem erfordert die Bereitstellung der Streckeninfrastruktur an Regionalflughäfen eine kontinuierliche Abwägung zwischen den operativen Abfertigungskosten und den generierten Erlösen pro Passagier. Ob die Route dauerhaft im Lübecker Flugplan verbleibt, wird maßgeblich von den Auslastungsquoten der ersten Saison und der betriebswirtschaftlichen Ertragsentwicklung abhängen.