Die norwegische Fluggesellschaft Norwegian Air Shuttle reduziert ihre Personalkapazitäten am Flughafen Kopenhagen Kastrup. Ab Januar 2027 werden an dem dänischen Standort 123 Arbeitsplätze gestrichen, darunter 53 Stellen im Cockpit und 70 im Kabinenbereich.
Parallel dazu verringert die Fluggesellschaft die Anzahl der dauerhaft in Kopenhagen stationierten Flugzeuge im Winterflugplan von zwölf auf zehn Einheiten. Das Gesamtfrequenzangebot ab Dänemark soll nach Angaben des Carriers jedoch auf bisherigem Niveau verbleiben, da betroffene Umläufe künftig von Flugzeugen und Besatzungen anderer Standorte übernommen werden, darunter Flugbetriebe an spanischen Basen.
Die Konzernführung von Norwegian führt die Maßnahmen auf gesunkene operative Renditen und gestiegene Kostenstrukturen im skandinavischen Heimatmarkt zurück. Durch die Verlagerung von Stationierungskapazitäten an kostengünstigere Standorte in Südeuropa strebt das Unternehmen eine Senkung der variablen Personalkosten im Europaverkehr an. Der Umbau ist Teil von Maßnahmen zur Anpassung der Flottenallokation an saisonale Nachfrageschwankungen und zur Sicherung der Cashflows im Winterhalbjahr.
Die Ankündigung löste scharfe Kritik bei den dänischen Arbeitnehmervertretungen aus. Die Gewerkschaft Flyvebranchens Personale Union wies die wirtschaftliche Begründung zurück und warf der Unternehmensleitung vor, dänische Arbeitsplätze gezielt durch Personal zu schlechteren Tarifbedingungen aus Spanien zu ersetzen. Die Vertretung fordert Verhandlungen über die Weiterbeschäftigung sowie die Einhaltung der geltenden kollektivvertraglichen Standards im dänischen Luftfahrtsektor.
Der Stellenabbau am Drehkreuz Kopenhagen verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen europäischen Fluggesellschaften und den Gewerkschaften im Bereich der Basenstrukturierung. Fluggesellschaften nutzen die Flexibilität bei der Verteilung ihrer Flotten innerhalb Europas, um Tarifunterschiede zwischen den Ländern auszugleichen. Dies führt an Standorten mit höherem Lohnniveau regelmäßig zu Konflikten über den Schutz heimischer Arbeitsplätze und die Wahrung lokaler Arbeitsbedingungen.