Der Lufthansa-Konzern konnte im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres den Umsatz von 2,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 5,4 Milliarden Euro steigern. Das Adjusted-Ebit war mit minus 591 Millionen Euro tiefrot.
Die Adjusted Ebit-Marge stieg entsprechend auf -11,0 Prozent (Vorjahr: -40,9 Prozent). Der Nettoverlust sank auf -584 Millionen Euro (Vorjahr: -1,0 Milliarden Euro). Die Zahl der Passagiere an Bord der Konzernairlines hat sich im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als vervierfacht. Insgesamt begrüßten die Airlines der Lufthansa Group zwischen Januar und März 13 Millionen Fluggäste an Bord (Vorjahr: 3 Millionen).
In Folge der im Verlauf des ersten Quartals stark steigenden Nachfrage nach Flugreisen konnte auch die angebotene Kapazität zum Ende des Quartals deutlich ausgebaut werden. Die Kapazität der Passagier-Airlines lag zwischen Januar und März 2022 durchschnittlich bei 57 Prozent des Vorkrisenniveaus (171 Prozent über Vorjahr).
Das Adjusted EBIT der Passagier-Airlines betrug -1,1 Milliarden Euro (Vorjahr: -1,4 Milliarden Euro). Das Ergebnis wurde von einer niedrigen Auslastung der Flüge, vor allem zu Beginn des Quartals, steigenden Treibstoffaufwendungen und dem Wegfall von Entlastungen durch Kurzarbeit belastet. Die Durchschnittserlöse lagen hingegen beinahe auf Vorkrisenniveau. Auf der Langstrecke wurde das Niveau von 2019 sogar übertroffen.
Lufthansa Cargo mit neuem Quartalsrekord
Die positive Ergebnisentwicklung im Geschäftsfeld Logistik setzte sich auch im ersten Quartal 2022 fort. Die Frachtkapazitäten sind weltweit weiterhin aufgrund fehlender Frachtraumkapazitäten in Passagierflugzeugen und Unterbrechungen der globalen Lieferketten reduziert, die Nachfrage dagegen bleibt auf hohem Niveau. Davon profitierte Lufthansa Cargo und erzielte erneut ein Rekordergebnis. Das Adjusted EBIT stieg im ersten Quartal um 57 Prozent auf 495 Millionen Euro (Vorjahr: 315 Millionen Euro).
Das Geschäft von Lufthansa Technik erholte sich im ersten Quartal 2022 weiter. Die Nachfrage nach Wartungs- und Reparaturleistungen stieg, da sich Airlines weltweit auf die weitere Markterholung in den kommenden Monaten vorbereiten. Lufthansa Technik erwirtschaftete im ersten Quartal 2022 ein positives Adjusted EBIT von 120 Millionen Euro (Vorjahr: 45 Millionen Euro). Damit verbesserte das Geschäftsfeld sein Ergebnis um 167 Prozent.
Das Ergebnis der LSG Group lag aufgrund des Wegfalls staatlicher Unterstützungsmaßnahmen in den USA mit einem Adjusted EBIT von -14 Millionen Euro unter Vorjahr (Vorjahr: -8 Millionen Euro). Ohne diesen Effekt hätte sich das Ergebnis verbessert.
„Derzeit erlebt die Welt, wie wichtig Verständigung und Partnerschaft zwischen Völkern ist. Luftfahrt kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten – sie ermöglicht den Austausch zwischen Menschen. Unsere Mission, Menschen, Kulturen und Volkswirtschaften auf nachhaltige Weise zu verbinden, ist aktueller denn je. Die Beschränkungen des Luftverkehrs sind weitestgehend überwunden. Wir haken die Krise jetzt mental ab und gehen wieder in die Offensive – fokussierter, effizienter und nachhaltiger als vor der Pandemie. Gerade die vergangenen Wochen haben deutlich gezeigt, wie groß das Bedürfnis der Menschen ist, zu reisen. Die Neubuchungen steigen von Woche zu Woche – bei den Geschäftsreisenden, aber ganz besonders bei Urlaubs- und Privatreisen. Logistikketten weltweit sind noch immer gestört. Dadurch bleibt die Nachfrage nach Frachtkapazitäten hoch. Umso mehr zahlt sich jetzt unsere strategische Entscheidung aus, Lufthansa Cargo noch weiter zu stärken“, erklärt Konzernchef Carsten Spohr.
Ende März 2022 standen dem Unternehmen liquide Mittel in Höhe von insgesamt 9,9 Milliarden Euro zur Verfügung. Damit liegt die Liquidität weiter über dem Zielkorridor von 6 bis 8 Milliarden Euro. Darin ist der Abschluss einer revolvierenden Kreditlinie Anfang April, mit der sich das Volumen verfügbarer Kredit-linien um 1,3 Milliarden Euro erhöht, noch nicht berücksichtigt. Ende Dezember 2021 lag die verfügbare Liquidität der Lufthansa Group noch bei 9,4 Milliarden Euro.
Aufgrund der weiterhin hohen Nachfrage im Premiumbereich und steigender Preisniveaus rechnet die Lufthansa Group damit, dass die Durchschnittserlöse im weiteren Verlauf des Jahres 2022 mindestens im hohen einstelligen Prozentbereich über Vorjahr liegen werden. Damit wird das Vorkrisenniveau des Jahres 2019 voraussichtlich übertroffen werden.
Das Unternehmen plant, im zweiten Quartal 2022 rund 75 Prozent der Vorkrisenkapazität anzubieten. Damit sollte sich das Ergebnis der Passagier-Airlines deutlich verbessern. Die positiven Trends in den Geschäftsfeldern Logistik und Technik werden sich nach Einschätzung des Konzerns weiter fortsetzen.
95 Prozent der Vorkrisenkapazität
Für das Gesamtjahr 2022 plant die Lufthansa Group im Jahresschnitt mit einer Kapazität der Passagier-Airlines von rund 75 Prozent. Im Sommer werden auf der europäischen Kurzstrecke rund 95 Prozent der Vorkrisenkapazität angeboten, auf dem Transatlantik rund 85 Prozent.
Dennoch verbleiben Unsicherheiten für die weitere Geschäftsentwicklung des Unternehmens. Angesichts der extremen Veränderungen im Kerosinpreis in den letzten Wochen ist vor allem die Entwicklung der Treibstoffkosten im Gesamtjahr nicht genau prognostizierbar. Auch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und der deutlich gestiegenen Inflation auf das Konsumentenverhalten sind nicht genau vorherzusagen. Für das Gesamtjahr wird unverändert eine Verbesserung des Adjusted EBIT gegenüber dem Vorjahr prognostiziert.
„Die Nachfrage hat sich in den vergangenen Wochen schneller und stärker als erwartet erholt. Der aktuelle Buchungsstand macht uns zuversichtlich, dass wir unser Finanzergebnis in den kommenden Quartalen weiter verbessern können. Steigende Kosten müssen wir an unsere Kunden weitergeben. Außerdem wird die Umsetzung der verbleibenden Kostensenkungsmaßnahmen im Umfang von einer guten halben Milliarde Euro dazu beitragen, unser Unternehmen angesichts des aktuellen Umfelds so widerstandsfähig wie möglich aufzustellen“, so Remco Steenbergen, Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa AG.
Die Lufthansa-Zahlen auf einen Blick:
