Die indische Regierung hat auf den Druck von Fluggesellschaften reagiert und die bisherigen Wetlease-Regeln befristet für vorerst ein Jahr gelockert. Konkret bedeutet das, dass Widebodies für bis zu 12 Monate im Rahmen von ACMI-Verträgen eingesetzt werden dürfen.
Derzeit ist die Nachfrage in Indien besonders hoch und gleichzeitig leiden die lokalen Carrier sowohl unter Personalmangel als auch unter schwerer Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Dies hat zur Folge, dass manche Anbieter Teile ihrer eigenen Flotten nicht betreiben können. Um das Problem lösen zu können, mietet man Flugzeuge, darunter oftmals auch Großraumjets, aus dem Ausland ein.
Die bisherigen Vorschriften gestatten dies aber nur in Ausnahmefällen und dann nur für wenige Wochen. Nun hat das für die Zivilluftfahrt zuständige Ministerium entschieden, dass derartige ACMI-Verträge vorläufig bis zu 12 Monate laufen dürfen. Damit will die indische Regierung möglichen Engpässen bzw. chaotischen Zuständen in der Luftfahrt gegensteuern.
Allerdings gibt es einen kleinen, aber feinen Haken: Im internationalen Verkehr betrifft diese Lockerung lediglich Routen zwischen Indien und den USA sowie Europa. Weiters ist der Einsatz im Inland möglich, muss jedoch gesondert beantragt werden. Die Wetlease-Maschinen dürfen auch nur von indischen Carriern angemietet werden, so dass ausländische Anbieter nicht wirklich davon profitieren. Mittelfristig will Indien auch hier Lockerungen vollziehen, wobei es noch keinen Zeitplan dafür gibt.