Nightjet-Liegewagen (Foto: ÖBB / Marek Knopp).
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Nightjet-Beinahe-Unfall: Vida fordert gesetzliche Regeln für Ausbildungen

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In der Vorwoche ist ist es in der Nähe von Teisendorf auf deutschem Staatsgebiet zu einem Beinaheunfall zwischen zwei ÖBB-Railjet-Zügen gekommen. Diese näherten sich auf ca. 80 Meter an. Eine Kollision konnte nur durch die Aufmerksamkeit und die schnelle Reaktion der beiden Triebfahrzeugführer verhindert werden.

„Der Vorfall zeigt einmal mehr, welchen Nutzen eine fundierte und nachhaltige Ausbildung in den eisenbahnspezifischen Berufen hat“, fordert Friedrich Schinagl, Vorsitzender der Gewerkschaft Vida Salzburg, dass bei der Aus- und Weiterbildung der Eisenbahnbediensteten nicht gespart werden darf. Man könne sich dabei nicht nur auf die Bahnunternehmen verlassen, nimmt Schinagl hier auch die EU-Kommission in die Pflicht, da eine Harmonisierung der europäischen Bahnsysteme für mehr Sicherheit noch immer ausstehe.

Trotz aller Sicherungssysteme, die speziell im Eisenbahnwesen unterstützen, sei bei einem Ausfall der Technik das Fachwissen der Eisenbahnbediensteten die einzige „Rückversicherungsebene“, gibt Schinagl zu bedenken. Trotz der zunehmenden Liberalisierung im Eisenbahnbetrieb in Europa vertrauen die Fahrgäste dem Verkehrsträger ÖBB mehr denn je, was steigende Fahrgastzahlen dokumentieren würden. „Die wachsende Zahl an Eisenbahnunternehmen auf Europas Schienen in Verbindung mit dem vorherrschenden akuten Personalmangel nicht nur in Österreich, birgt zunehmende Gefahren: Die Unternehmen stehen enorm unter Druck und gerade deswegen gilt es, allen Verantwortlichen klarzumachen, dass bei der Aus- und Weiterbildung der Eisenbahnbediensteten, wie beispielsweise Triebfahrzeugführer, Fahrdienstleiter oder Wagenmeister, nicht gespart werden darf“, betont der Vida-Gewerkschafter.

„Auch wenn die Bahnsysteme in Deutschland und Österreich in vielfacher Hinsicht ähnlich funktionieren, sind wir von einer Harmonisierung noch weit entfernt. Die Europäische Kommission ist in Hinblick auf die bevorstehenden europarechtlichen Änderungen aufgefordert, endlich schneller auf diese Entwicklung zu reagieren und die Ausbildungsinhalte sowie die Dauer der Ausbildung für das Eisenbahnpersonal europaweit zu regeln. Sich hier allein auf die Unternehmen zu verlassen, welche mit ständig wachsendem Konkurrenzdruck und Personalmangel konfrontiert sind, ist fatal“, warnt Schinagl.

Um die notwendigen europäischen Entwicklungsprozesse auf nationaler Ebene zu unterstützen und zu beschleunigen, gelte es, alle Vorfälle sowie Verstöße gegen die Einhaltungen von Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten durch die Aufsichtsbehörden zu erfassen und gegebenenfalls sofort behördliche Maßnahmen (Kontrollen, Aufsichtsverfahren, Erlassen von Bescheiden usw.) zu setzten. „Das für die notwendigen Kontrollen in diesem Zusammenhang auch entsprechendes Personal benötigt wird, ist selbstredend: Das sollte auch dem zuständigen Ministerium klar sein“, so Schinagl abschließend. 

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