Der Flughafen Zürich hat im ersten Halbjahr 2024 sein bisher bestes Halbjahresergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen in der Luftfahrtbranche, wie steigenden Betriebskosten und globalen Unsicherheiten, konnte die Flughafen Zürich AG ein Konzernergebnis von CHF 151,8 Millionen verzeichnen. Dieses Ergebnis markiert einen bedeutenden Meilenstein und unterstreicht die starke wirtschaftliche Erholung und das Wachstumspotenzial des Flughafens, das auf die hohe Nachfrage nach Flugreisen und eine kluge strategische Ausrichtung zurückzuführen ist.
Die Passagierzahlen am Flughafen Zürich haben sich im ersten Halbjahr 2024 deutlich erholt und liegen nun bei 97 % des Niveaus von 2019, dem Jahr vor der COVID-19-Pandemie. Insgesamt nutzten 14,5 Millionen Passagiere den Flughafen, was einem Anstieg von 11 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders bemerkenswert war das Aufkommen an Spitzentagen, an denen über 100.000 Personen den Flughafen durchliefen. Diese Entwicklung spiegelt die steigende Reiselust der Menschen wider, die nach den Pandemieeinschränkungen wieder verstärkt auf Flugreisen setzen.
Das Streckennetz des Flughafens wurde im Sommerflugplan 2024 ebenfalls erweitert. Insgesamt werden 200 Destinationen von 62 Airlines angeflogen, was eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Die Frachtmenge stieg im Vergleich zum Vorjahr um 15 % auf 215.299 Tonnen, was 95 % des Niveaus von 2019 entspricht und die Bedeutung des Flughafens als wichtiges Frachtzentrum unterstreicht.
Das hohe Passagieraufkommen trug nicht nur zu den Aviation-Erträgen bei, sondern wirkte sich auch positiv auf das Kommerz- und Immobiliengeschäft des Flughafens aus. Die kommerziellen Umsätze stiegen um 5 % auf CHF 133,8 Millionen, während die Immobilienerträge einen neuen Höchstwert von CHF 98,2 Millionen erreichten, was einer Steigerung von 1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung des „Circle“, eines modernen Business- und Dienstleistungszentrums, das sich weiter als beliebter Standort für nationale und internationale Unternehmen etabliert hat. Über 90 % der Flächen sind bereits vermietet, was die Attraktivität des Flughafenumfelds als Wirtschaftsstandort deutlich macht.
Investitionen in die Zukunft
Um auch zukünftig den hohen Ansprüchen der Passagiere und Geschäftspartner gerecht zu werden, hat die Flughafen Zürich AG im ersten Halbjahr 2024 kräftig investiert. Insgesamt wurden CHF 275,4 Millionen in Sachanlagen und Projekte gesteckt, davon CHF 117 Millionen am Standort Zürich. Zu den bedeutendsten Projekten gehören die Weiterentwicklung der landseitigen Passagierflächen, die bis Herbst 2027 abgeschlossen sein soll, und der Ersatz der alten Gepäcksortieranlage, der bis 2027 abgeschlossen sein wird.
Ein weiteres Highlight war die Erteilung der Plangenehmigung für die „Umrollung Piste 28“, ein wichtiges Infrastrukturprojekt, das die Sicherheit am Flughafen Zürich durch die Vermeidung von über 100.000 Pistenkreuzungen pro Jahr erheblich erhöhen wird. Auch die Verlängerung der Pisten 28 und 32, die von fast 62 % der Zürcher Stimmbevölkerung befürwortet wurde, stellt einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Flugsicherheit dar.
Internationales Engagement
Neben den Erfolgen am Heimatstandort hat sich die Flughafen Zürich AG auch international weiterentwickelt. Die Erträge aus dem Auslandgeschäft stiegen im ersten Halbjahr um 20 % auf CHF 49 Millionen. Besonders bemerkenswert ist das Projekt des Neubaus des Flughafens in Noida nahe Delhi, Indien, das sich in einer fortgeschrittenen Bauphase befindet und Ende April 2025 in Betrieb genommen werden soll. Auch in Brasilien und Chile hat das Unternehmen wichtige Fortschritte erzielt, etwa durch die Übernahme des internationalen Flughafens in Natal und den Abschluss des Terminalbaus in Iquique.
Der Ausblick für das Gesamtjahr 2024 ist vielversprechend. Es wird erwartet, dass am Flughafen Zürich rund 31 Millionen Passagiere abgefertigt werden. Die Pünktlichkeit, ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit der Passagiere, konnte bis zu den Sommermonaten verbessert werden und bleibt weiterhin im Fokus zahlreicher Maßnahmen, die gemeinsam mit allen relevanten Partnern umgesetzt werden.