Speisen im Jaffa (Foto: Jan Gruber).
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„Jaffa Vegan Streetfood“ bringt frischen Wien in die Gastronomie der Brigittenau

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Vor wenigen Tagen hat im 20. Wiener Gemeindebezirk unter dem Namen „Jaffa Vegan Streetfood“ an einem ganz unscheinbaren Ort zwischen einem Bipa-Drogerie-Markt und einem Döner-Kebap-Lokal ein neuer „Geheimtipp“ für hochqualitative Vegane Speisen zu einem fairen Preis eröffnet.

Zuvor befand sich in diesem Geschäftslokal eine Filiale einer bekannten Bäckerei-Kette. Diese schloss bereits vor einiger Zeit ihre Pforten. Seit mehreren Monaten macht der neue Pächter mittels Plakatwerbung, die auf den Scheiben angebracht ist, auf die bevorstehende Eröffnung auf sich aufmerksam. Diese Woche war es dann soweit, denn nach durchaus langer Wartezeit hat „Jaffa Vegan Streetfood“ die Pforten geöffnet.

Die Wiener Brigittenau verfügt zwar über ein paar wenige sehr gute Gastronomiebetriebe, kommt jedoch selbst Einheimischen nicht als erstes in den Sinn, wenn beispielsweise an ein gutes Mittag- oder Abendessen gedacht wird. Das gesamte Viertel rund um den bekannten Wallensteinplatz, an dem sich beispielsweise das Theater „Vinobodana“ befindet, ist seit mehr als einem Jahrzehnt in gastronomischem Umbruch. Nur noch vereinzelt konnten sich Traditionsbetriebe halten. Geprägt ist die Region von Imbiss-Lokalen, die zumeist türkische Küche servieren. Natürlich gibt es auch beispielsweise eine Pizzeria und sogar ein ausgesprochen gutes vietnamesisches Lokal, jedoch ist ansonsten die Auswahl eher mau geworden.

Speisen im Jaffa (Foto: Jan Gruber).

Vegane Spezialitäten peppen „gastronomisches Sibirien Wiens“ auf

Sharaf Jaffa, ein erfahrener Gastronom mit arabischen Wurzeln, hat sich entschieden einen anderen Weg zu gehen und damit frischen Wind in die Brigittenau zu bringen. Sein Konzept unterscheidet sich grundlegend von jenem der lokalen Mitbewerber, denn „Jaffa Vegan Streetfood“ ist auf vegetarische und vegane Gerichte spezialisiert. Angeboten wird eine Symbiose aus der jüdischen und arabischen Küche, wie man der auf Schiefertafeln handgeschriebenen Speisekarte entnehmen kann.

Dass das Lokal erst vor wenigen Tagen neu eröffnet hat, merkt man schon beim Betreten, denn das gesamte Interieur wirkt nicht nur komplett neu, sondern ist es auch. Viel Platz hat das „Jaffa Vegan Streetfood“ nicht zu bieten, denn man hat nur wenige Tische. Von Anfang an möchte man sich auf To-Go-Kundschaft spezialisieren, was auch der Name vermuten lässt. Derzeit bietet man keinen Lieferdienst an, jedoch soll die Möglichkeit zur telefonischen Vorbestellung zur Abholung demnächst folgen. Gedruckte Speisekarten gibt es noch nicht, denn der Betreiber wartet noch auf die Auslieferung durch die Druckerei.

Doch was wirklich zählt sind die angebotenen Speisen und Getränke. Man ist auf vegetarische und vegane Küche mit jüdisch-arabischem Touch spezialisiert. Dementsprechend kommen hier Veganer und Vegetarier voll auf ihre Kosten, aber Fleischliebhaber schauen durch die Röhre. Mahlzeiten müssen nicht zwangsläufig tierischer Herkunft sein, um lecker zu schmecken. Genau das beweist das neue Lokal eindrucksvoll.

Speisen im Jaffa (Foto: Jan Gruber).

Erst verkosten, dann bestellen

Die Begrüßung durch das Personal erfolgte beim unangekündigten Testbesuch durch die Aviation.Direct-Redaktion zunächst durch Übergabe einer Kostprobe. Da alles komplett neu ist, wurde hinsichtlich der Speisen das Personal um einen Tipp gebeten. Dieses empfahl daraufhin einen Acker Bohnen Bowl und einen Shakchoka Bowl. Gesagt getan und warten was serviert wird, denn so ganz genau wusste man ja nicht was es eigentlich ist.

Die Speisen werden frisch vor den Augen der Kundschaft zubereitet. Anschließend wurden die Bowls in optisch ansprechendem Porzellan durch das Personal serviert. Dazu reichte man das für die arabisch-jüdische Küche typische Fladenbrot, das ebenfalls auf Porzellan serviert wurde. Als Beilage gab es frisches Gemüse wie Rucola, Zwiebeln und so weiter. Alles war frisch, optisch in sehr ansprechender Darbietung. Vereinfacht gesagt: Von einem Lokal, das auf Streetfood „To-Go“ spezialisiert ist, hätte man sich wohl nicht erwartet, dass ansprechend auf dem Niveau der gehobenen Gastronomie serviert wird. Als Getränk wurde hausgemachte Zitronen-Limonade bestellt, die ausgesprochen lecker war.

Portionen groß, frisch und wohlschmeckend

Beide Bowls haben die Erwartungen des Teams weit übertroffen. Geschmacklich waren diese ausgesprochen gut und die Größe der Portion war sehr groß, so dass man in jedem Fall satt wird. Fleisch hätte übrigens die Komposition total ruiniert, denn beide Speisen haben schlichtweg kein Fleisch notwendig gehabt, um einfach lecker zu schmecken. Die Brigittenau ist nun um ein kleines, aber feines Lokal, das ausgesprochen gute vegane und vegetarische Spesen serviert, bereichert. Es bleibt zu hoffen, dass es dem Inhaber gelingt die hohe Qualität, die er momentan liefert, dauerhaft halten zu können. Auch wenn sein Lokal sehr klein ist und sich nicht unbedingt gerade in einer Gegend, die für Spitzengastronomie bekannt wäre, befindet, das „Jaffa Vegan Streetfood“ muss sich keinesfalls „verstecken“, sondern bietet frische und tolle Qualität, die sich mit der Spitzengastronomie durchaus auf Augenhöhe befindet.

Für viele Lokalbesucher ist der Preis in Zeiten wie diesen ein wichtiges Kriterium. Veganer und Vegetarier sind oftmals mit hohen Preisen in der Gastronomie, aber besonders im Alltag in Supermärkten belastet. Die Wirtschaft hat den noch eher jungen Trend erkannt und bittet kräftig zur Kasse und das obwohl der Wareneinsatz bei fleischlosen Speisen meistens sogar billiger ist. Die Gewinnmarge steigt aber, wenn man diese Kundengruppe kräftig zur Kasse bittet. Umso überraschender war dann die Rechnung, die im „Jaffa Vegan Streetfood“ überreicht wurde.

Speisen im Jaffa (Foto: Jan Gruber).

Faire Preise und kompetentes Personal

Das große Acker-Bohnen-Bowl wurde mit 5,50 Euro berechnet. Für das ebenfalls umfangreiche Shakchoka-Bowl sind 7 Euro angefallen und pro Glas hausgemachter Limonade 2,60 Euro. Macht in Summe 17,70 Euro für das Mittagessen für zwei Personen. Angesichts der hohen Qualität, der Frische der Zutaten und natürlich des guten Geschmacks, kann man nicht nur von einem absolut fairen Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern sogar von einem Schnäppchen für Liebhaber veganer und vegetarischer Speisen sprechen. Ein absoluter Geheimtipp fürs Mittag- oder Abendessen also.

Für Veganer möglicherweise sehr wichtig: Das Personal weist mündlich im Zuge der Bestellung der Speisen darauf hin, wenn man eine Mahlzeit bestellen würde, die eben nicht vegan ist. Zum Beispiel sagte der Kellner bei einem Bestellvorschlag, dass er darauf aufmerksam machen möchte, dass in diesem Gericht Hühner-Eier enthalten wären und voila hatte er gleich ein vergleichbares Produkt, das komplett vegan ist, als Empfehlung parat. Für echte Veganer dürfte das ein richtig tolles Service sein und genau das, das man erwartet, wenn man ein Lokal betritt, das über der Eingangstür riesig mit dem Wort „vegan“ wirbt.

Hausgemachte Limonade (Foto: Jan Gruber).

Erreichbarkeit und Öffnungszeiten

Das neueröffnete „Jaffa Streetfood“ befindet sich direkt an der Straßenbahn- und Bushaltestelle Rauscherstraße (Linien 5 und 5A) in 1200 Wien, Bäuerlegasse 29/8. Erreichbar ist es mit den erwähnten Öffi-Routen der Wiener Linien. Der Eingang befindet sich in Fahrtrichtung Westbahnhof (Straßenbahn 5) bzw. Griegstraße (Bus 5A) unmittelbar nach dem Aussteigen zwischen Bipa und einem Döner-Kebap-Lokal. Die Öffnungszeiten laut Aufdruck auf dem Kassabon sind von Montag bis Sonntag jeweils von 11 Uhr bis 22 Uhr 00.

Autofahrer sollten beachten, dass man direkt vor dem Lokal nicht parken kann, aber in etwa 50 Meter Entfernung stehen gebührenpflichtige öffentliche Parkplätze der Stadt Wien zur Verfügung. Die Kurzparkzone in diesem Bezirk ist wie folgt: Montag bis Freitag (ausgenommen Feiertage) jeweils von 9 Uhr 00 bis 22 Uhr 00. Es empfiehlt sich daher die An- und Abfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da dann sowohl die Suche nach einer Abstellmöglichkeit als auch das Lösen der kostenpflichtigen Parkscheine der Gemeinde Wien entfallen.

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