Airbus A320neo (Foto: Jan Gruber).
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Tailstrike-Gefahr: Airbus fordert mehr Fingerspitzengefühl am Sidestick

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In der Luftfahrt sind Notlandungen und Landeabbrüche kritische Momente, die ein hohes Maß an Präzision und Geschicklichkeit von den Piloten erfordern.

Insbesondere bei Airbus-Maschinen, insbesondere der A320-Serie, zeigen aktuelle Berichte ein besorgniserregendes Muster in Bezug auf Tailstrikes während Go-Around-Manövern, also dem Abbruch einer Landung in letzter Minute. Diese Problematik wird durch die Flugsicherheitsabteilung von Airbus ernst genommen, die den Piloten dringend rät, in solchen Situationen eine ruhigere Hand am Steuer zu führen.

Was ist ein Tailstrike?

Ein Tailstrike tritt auf, wenn das Heck eines Flugzeugs beim Landen oder während eines Go-Arounds den Boden berührt. Dies kann erhebliche Schäden an der Struktur des Flugzeugs verursachen und in extremen Fällen zu Unfällen führen. Laut Airbus wurden zwischen Januar 2022 und September 2024 insgesamt 49 Tailstrike-Vorfälle gemeldet. Diese umfassen fünf Vorfälle während des Starts, 23 bei der Landung und 21 während des Durchstartens in Bodennähe.

Ursachen und Empfehlungen

Die Flugsicherheitsabteilung von Airbus hat festgestellt, dass in vielen Fällen die Piloten während des Go-Arounds dazu neigen, den Steuerknüppel (Stick) übermäßig nach hinten zu ziehen. Dies führt zu einer erhöhten Nase nach oben (Nose-Up) Haltung des Flugzeugs, was das Risiko eines Tailstrikes erhöht. Airbus empfiehlt daher, in kritischen Phasen einen weniger aggressiven Steuerbefehl zu verwenden und gegebenenfalls ein zweites Bodenkontakt-Ereignis zuzulassen. Erst nachdem das Flugzeug stabil durchgestartet ist, sollten die Klappen und Fahrwerke wieder eingefahren werden.

Ein Beispiel für die Gefahren eines Tailstrikes ereignete sich am Flughafen Heathrow, wo ein Airbus A350 während eines Go-Arounds kurz über dem Boden einen Tailstrike erlitt. Der Vorfall war auf eine unzureichende Energie beim Abbruch der Landung zurückzuführen, was dazu führte, dass das Flugzeug während des Go-Arounds erneut aufsetzte. Solche Vorfälle verdeutlichen die Herausforderungen, die beim Fliegen in kritischen Situationen auftreten können und unterstreichen die Notwendigkeit präziser Steuerung und Entscheidungsfindung.

Der Weg nach vorne

Die Airbus-Sicherheitsabteilung arbeitet kontinuierlich daran, ihre Pilotenschulungsprogramme zu verbessern und sicherzustellen, dass alle Besatzungen über die besten Praktiken im Umgang mit Go-Arounds informiert sind. Die Einhaltung der Empfehlungen von Airbus könnte dazu beitragen, die Sicherheit im Luftverkehr erheblich zu erhöhen und das Risiko von Tailstrikes zu minimieren.

Mit der Zunahme des Luftverkehrs und den damit verbundenen Herausforderungen bleibt die Schulung und Sensibilisierung von Piloten für Sicherheitsfragen von entscheidender Bedeutung. Airbus hebt hervor, dass das Management der Energie während eines Go-Arounds von höchster Wichtigkeit ist, um die Sicherheit der Passagiere und der Besatzung zu gewährleisten.

Die Airbus-Initiative zur Sensibilisierung für die Risiken von Tailstrikes während Landeabbrüchen ist ein wichtiger Schritt, um die Sicherheit in der Luftfahrt weiter zu verbessern. Mit der richtigen Schulung und einer verbesserten Entscheidungsfindung in kritischen Momenten können viele der mit dieser Herausforderung verbundenen Risiken minimiert werden. Die Luftfahrtindustrie muss ständig an der Verbesserung ihrer Sicherheitsprotokolle arbeiten, um das Vertrauen der Passagiere in die Luftfahrt zu erhalten.

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