Der CO₂-Ausstoß von Privatflügen ist zwischen 2019 und 2023 um 46 Prozent gestiegen und erreichte im vergangenen Jahr weltweit 15,6 Millionen Tonnen, wie eine Studie im Fachjournal Communications Earth & Environment zeigt.
Die Untersuchung, die 18 Millionen Privatflüge auswertete, weist darauf hin, dass vor allem kurze Strecken unter 500 Kilometern per Privatflugzeug zurückgelegt wurden – Strecken, die auch mit dem Auto oder der Bahn bewältigt werden könnten. Ein erheblicher Teil der Flüge sei zudem Freizeit- oder Urlaubszwecken gewidmet, was die Diskussion über Regulierungsmaßnahmen in diesem Bereich neu entfacht.
Kritiker betonen, dass nur ein winziger Teil der Weltbevölkerung – etwa 0,003 Prozent – Privatflugzeuge nutzt, deren Emissionen jedoch rund 1,8 Prozent der kommerziellen Luftfahrt ausmachen. Insbesondere bei sportlichen und kulturellen Großereignissen sowie politischen Treffen wie der UN-Klimakonferenz in Dubai 2023 war das Aufkommen an Privatjets besonders hoch. In den USA sind die meisten Privatflugzeuge registriert, gefolgt von Brasilien, Kanada und Deutschland. Pro Kopf verzeichnet Malta mit 46,5 Privatjets pro 100.000 Einwohner die höchste Dichte.
Die Studienautoren fordern angesichts der Klimabelastung durch den Sektor eine stärkere Regulierung. Die steuerlichen Vorteile für Privatflugzeuge und die Freistellung von Emissionsabgaben sollten überprüft werden, da diese Luftfahrzeuge in den meisten Fällen von Energiesteuern und dem europäischen Emissionshandel ausgenommen sind. Die Studie legt nahe, dass eine Regulierung der Privatluftfahrt mit Blick auf Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit unumgänglich ist.