Boeing 737 Max (Foto: Jan Gruber).
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Hungary Airlines: Ein neuer Akteur in der europäischen Luftfahrt?

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Mit einem spektakulären Schritt hat Hungary Airlines einen Kooperationsvertrag mit dem US-amerikanischen Flugzeughersteller Boeing unterzeichnet, um 100 Boeing 737 MAX zu erwerben. Die Fluggesellschaft, die erst 2021 gegründet wurde und mehrheitlich im Besitz des chinesischen Unternehmers Wu Jiang ist, strebt an, den Flughafen Budapest als strategischen Knotenpunkt für den Passagierverkehr zwischen Mittel- und Osteuropa und China zu etablieren.

Die Bestellung, die als bedeutende Erweiterung der Flotte angesehen wird, ist Teil eines umfassenden Wachstumsplans der Fluggesellschaft, die ihren Ursprung im Luftfrachtbereich hat. Das Unternehmen plant, Passagierflüge einzuführen und gleichzeitig seine Frachtoperationen auszubauen. Es erwägt, Airbus A330F-Frachter, die derzeit von Wizz Air betrieben werden, in seine Flotte zu integrieren. Die erste Lieferung der 737 MAX wird voraussichtlich bis Ende 2025 erfolgen, was die ehrgeizigen Expansionsziele von Hungary Airlines unterstreicht.

Ein strategischer Knotenpunkt zwischen Ost und West

Die Wahl von Budapest als Hauptstandort für Hungary Airlines ist kein Zufall. Die geographische Lage Ungarns, verbunden mit der Infrastruktur des Flughafens und der wachsenden Zahl direkter Flugverbindungen nach China, macht Budapest zu einem idealen Drehkreuz. Der Flughafen Budapest verzeichnet bereits regelmäßige Verbindungen zu chinesischen Metropolen wie Peking, Shanghai und Chongqing, was den Passagier- und Frachtverkehr zwischen Europa und Asien stärkt.

Die Zusammenarbeit mit Boeing wird durch die enge wirtschaftliche Partnerschaft zwischen Ungarn und China ergänzt. Hungary Airlines spielt eine Schlüsselrolle in der „Air Silk Road“, einer Initiative zur Förderung des Handels und der Verbindungen zwischen Europa und China.

Kritik und Herausforderungen

Obwohl der Schritt als wegweisend angesehen wird, äußern Kritiker Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Expansionspläne. Die geplante Flottengröße sei möglicherweise überdimensioniert für eine junge Fluggesellschaft in einem stark umkämpften Markt. Einige Beobachter werfen Hungary Airlines vor, eher als ein Werkzeug chinesischer Interessen in Europa zu agieren, da das Unternehmen mehrheitlich chinesisch kontrolliert wird.

Auch das Fehlen eines ungarischen Staatsengagements bei der Gründung der Airline wurde thematisiert. Die Regierung hielt sich auffallend zurück, was ungewöhnlich erscheint angesichts des Umfangs der Investition und der strategischen Bedeutung für die nationale Wirtschaft.

Eine Chance für Budapest?

Trotz der Kritik bietet Hungary Airlines die Chance, Budapest Airport als internationales Drehkreuz neu zu positionieren, insbesondere nach dem Verlust der Transferpassagiere durch die Insolvenz der ehemaligen ungarischen Nationalfluggesellschaft Malev. Die Einführung einer modernen Flotte und die ambitionierten Pläne könnten die Attraktivität des Standorts steigern und das Potenzial für wirtschaftliches Wachstum freisetzen.

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