Boeing 787 (Foto: Steffen Lorenz).
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Lufthansa fordert Aussetzung des Katar-Abkommens

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Die Lufthansa Group hat eine wegweisende politische Resolution verabschiedet, die weitreichende Forderungen an die Luftverkehrs- und Wirtschaftspolitik der Europäischen Union stellt.

Besonders im Fokus stehen dabei das kontrovers diskutierte Open-Skies-Abkommen mit Katar sowie die Wettbewerbsverzerrungen durch unterschiedliche Marktbedingungen zwischen europäischen und asiatischen Fluggesellschaften. Diese Initiative könnte nicht nur die Diskussion um die Regulierung der Luftfahrtbranche neu beleben, sondern auch weitreichende Folgen für die geopolitischen Beziehungen und die wirtschaftliche Stabilität der Branche haben.

Kritik am Open-Skies-Abkommen mit Katar

Das Open-Skies-Abkommen zwischen der EU und Katar wurde 2021 auf Interimsbasis in Kraft gesetzt. Es ermöglicht eine Liberalisierung des Luftverkehrsmarktes und erleichtert den Zugang katarischer Fluggesellschaften zu europäischen Flughäfen. Doch von Beginn an stand das Abkommen in der Kritik. Lufthansa argumentiert, daß es erhebliche Wettbewerbsverzerrungen schaffe, da die Marktbedingungen für europäische Fluggesellschaften strenger seien, während Katar von subventionierten Rahmenbedingungen profitiere.

Die Situation wurde durch den sogenannten „Qatargate“-Skandal weiter verschärft. Der Korruptionsskandal, der Ende 2022 öffentlich wurde, beinhaltete Vorwürfe, daß Mitglieder des Europäischen Parlaments sowie andere Beamte von Katar und anderen Staaten bestochen worden seien. Diese Anschuldigungen führten dazu, daß das Europäische Parlament die Ratifizierung des Abkommens vorläufig stoppte. Besonders brisant war die Enthüllung, daß der damalige Leiter der Generaldirektion Mobilität und Verkehr der Europäischen Kommission, Henrik Hololei, kostenlose Business-Class-Flüge von Qatar Airways angenommen hatte. Er trat im April 2023 zurück, doch die Debatte um das Abkommen bleibt hochpolitisch.

Forderungen nach einer stärkeren Regulierung

Lufthansa fordert nun nicht nur die sofortige Aussetzung des Abkommens, sondern auch umfassendere Maßnahmen zur Herstellung eines fairen Wettbewerbs. Die deutsche Fluggesellschaft argumentiert, daß insbesondere asiatische und türkische Airlines durch die Nutzung des russischen Luftraums einen strategischen Vorteil hätten, während europäischen Fluggesellschaften diese Option durch die Sanktionen gegen Russland verwehrt sei. Dies ermögliche es beispielsweise chinesischen Fluggesellschaften, schnellere und kostengünstigere Routen nach Europa anzubieten.

Bürokratieabbau und wirtschaftsfreundlichere Politik

Ein weiterer zentraler Punkt in der Resolution betrifft den Bürokratieabbau innerhalb der EU. Lufthansa kritisiert, daß die europäische Klimapolitik, insbesondere der Grüne Deal, die wirtschaftlichen Interessen der Luftfahrtbranche unzureichend berücksichtige. Die Gruppe fordert eine umfassende Überarbeitung der Klimaschutzmaßnahmen, um Wettbewerbsneutralität sicherzustellen. Rechtsvorschriften, die hauptsächlich EU-Unternehmen betreffen, sollten ausgesetzt oder reformiert werden, so die Forderung des Unternehmens.

Auswirkungen auf die Lufthansa-Strategie

Parallel zu diesen politischen Forderungen kündigte Lufthansa eine strategische Neuausrichtung im Bereich Tourismus an. Der bisherige Reiseveranstalter Lufthansa Holidays wird bis Ende 2024 eingestellt. Zukünftig konzentriert sich das Unternehmen ausschließlich auf die Marke Eurowings Holidays, die eine breite Palette an Pauschalreisen anbietet.

Die politische Resolution der Lufthansa Group könnte als Signal für eine grundlegende Reform der europäischen Luftfahrtpolitik dienen. Die Forderungen nach faireren Wettbewerbsbedingungen und einer besseren Balance zwischen ökologischen und wirtschaftlichen Interessen könnten langfristige Auswirkungen auf die gesamte Branche haben.

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