Zum Fahrplanwechsel hat die Deutsche Bahn Änderungen an den Stornierungsbedingungen für Flexpreis-Tickets im Fernverkehr eingeführt. Diese Neuerungen sorgen bei Kunden für gemischte Reaktionen. Während die Bahn eine klarere Strukturierung ihrer Regeln betont, stehen für die Kunden vor allem die höheren Gebühren und kürzeren Fristen im Fokus.
Ab sofort können Flexpreis-Tickets im Fernverkehr nur noch bis acht Tage vor dem ersten Geltungstag kostenfrei storniert oder umgetauscht werden. Für Stornierungen, die innerhalb der sieben Tage vor dem Reisedatum erfolgen, fällt eine Gebühr von zehn Euro an. Noch teurer wird es für Kurzentschlossene: Ab dem ersten Geltungstag des Tickets beträgt die Stornogebühr 30 Euro. Damit hat die Deutsche Bahn die bisherigen Kosten von 19 Euro deutlich erhöht.
Für Tickets mit Hin- und Rückfahrt gilt der Tag der Hinfahrt als Stichtag. Diese Regelung sorgt dafür, daß Rückfahrten, die erst später stattfinden, nicht separat storniert werden können, ohne die neuen Gebührensätze zu berücksichtigen.
Sparpreis-Tickets bleiben unverändert
Für die günstigeren Sparpreis-Tickets bleiben die Stornierungsregelungen hingegen bestehen. Reisende können ihre Tickets bis vor dem ersten Geltungstag stornieren, wobei eine Gebühr von zehn Euro erhoben wird. Allerdings erfolgt die Rückerstattung nicht in bar, sondern als Gutschein, der für drei Jahre gültig ist.
Auch bei Supersparpreis-Tickets bleibt die strikte Regelung bestehen: Eine Stornierung ist nicht möglich, es sei denn, sie wird als Sofortstorno innerhalb von drei Stunden nach der Buchung vorgenommen.
Sofortstornierung: Ein begrenztes Zeitfenster
Bereits im Sommer 2024 hatte die Deutsche Bahn die Frist für die sogenannte Sofortstornierung drastisch verkürzt. Während Kunden zuvor zwölf Stunden Zeit hatten, sich im Falle eines Buchungsfehlers zu korrigieren, bleiben ihnen nun nur noch drei Stunden, um das Ticket kostenfrei zu stornieren. Dieses Verfahren gilt für alle Ticketarten, also auch für Superspar- und Sparpreise, die später nicht oder nur gegen Gebühr stornierbar sind.
Auswirkungen auf die Kundschaft
Die neuen Regelungen werden von der Bahn als notwendige Anpassung dargestellt, um die Organisation der Sitzplatzkapazitäten zu optimieren. Gleichzeitig könnten sie jedoch dazu führen, daß Kunden mit unvorhersehbaren Reiseplänen vorsichtiger bei der Buchung von Flexpreis-Tickets werden.
Ein Bahnsprecher betonte, daß die Flexpreis-Tickets nach wie vor eine hohe Flexibilität böten, da sie bis zu acht Tage vor der Reise kostenfrei stornierbar seien. Für viele Kunden bedeuten die neuen Gebühren jedoch eine erhebliche Einschränkung, insbesondere für Vielreisende, die auf kurzfristige Änderungen angewiesen sind.
Weniger Flexibilität, mehr Gebühren
Die Änderungen bei den Stornierungsbedingungen zeigen, daß die Bahn an einer stringenteren Strukturierung ihrer Tarife arbeitet. Allerdings dürfte die Erhöhung der Gebühren und die Verkürzung der Fristen bei vielen Reisenden auf Unverständnis stoßen. Ob die neuen Regeln das gewünschte Ziel der besseren Planbarkeit für die Deutsche Bahn erreichen, bleibt abzuwarten. Kunden sollten sich in jedem Fall intensiver mit den neuen Stornierungsbedingungen vertraut machen, um unerwartete Kosten zu vermeiden.