Rollstuhl (Foto: Hans Moerman/Unsplash).
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Neuer US-Gesetzestext schützt Passagiere mit Behinderungen im Flugverkehr

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Am 16. Dezember 2024 hat das US-amerikanische Verkehrsministerium (Department of Transportation, DOT) eine neue Regelung für den Schutz von Passagieren mit Behinderungen, insbesondere Rollstuhlfahrern, im gewerblichen Luftverkehr angekündigt.

Diese strengeren Vorschriften setzen einen bedeutsamen Schritt zur Verbesserung der Reiseerfahrung für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. US-Verkehrsminister Pete Buttigieg betonte die Dringlichkeit dieser Maßnahme und bezeichnete die Regelung als „beispiellose“ Initiative, um die Fluggesellschaften zur Verantwortung zu ziehen, wenn es um die faire und respektvolle Behandlung von Fluggästen mit Behinderungen geht.

Die neuen Vorschriften im Detail

Die neue Regelung verlangt von den Fluggesellschaften, dass sie ihren Passagieren mit Behinderungen „sichere und würdige“ Hilfe leisten. Was bedeutet dies konkret? „Sicher“ wird hierbei vom Verkehrsministerium so definiert, dass die Hilfeleistung für die betroffenen Passagiere keine Gefahr von Körperverletzungen mit sich bringt. Der Begriff „würdevoll“ zielt darauf ab, die Unabhängigkeit, Autonomie und Privatsphäre der betroffenen Fluggäste zu respektieren. Diese spezifischen Anforderungen stellen sicher, dass Menschen mit Behinderungen nicht nur körperlich unterstützt werden, sondern dabei auch die notwendige Würde und Selbstbestimmung gewahrt bleibt.

Ein weiterer zentraler Punkt der neuen Vorschriften ist die Verpflichtung für Fluggesellschaften, alle Mitarbeiter sowie deren Vertragspartner, die Fluggästen mit Mobilitätseinschränkungen körperlich helfen oder mit deren Rollstühlen und Scootern umgehen, zu schulen. Diese Schulungen müssen bis spätestens 17. Juni 2026 abgeschlossen sein. Die Schulungsprogramme sollen sicherstellen, dass alle Beteiligten im Umgang mit Menschen mit Behinderungen gut vorbereitet sind und diese Fluggäste während ihres gesamten Reiseprozesses sicher und respektvoll betreut werden.

Besondere Maßnahmen für Rollstuhlfahrer und ihre Hilfsmittel

Ein weiterer Kernpunkt der neuen Regelung betrifft die sichere Handhabung von Rollstühlen und anderen Hilfsmitteln, die Passagiere mit Mobilitätseinschränkungen bei sich führen. Fluggesellschaften sind nun verpflichtet, den Passagieren beim Einsteigen, Aussteigen und Umsteigen unverzüglich zu helfen. Zudem muss der persönliche Rollstuhl eines Fluggastes, wenn gewünscht, so nah wie möglich an der Tür des Flugzeugs zur Verfügung gestellt werden.

Das US-Verkehrsministerium stellt auch klare Anforderungen an die Rückgabe von Rollstühlen und Hilfsmitteln. So müssen alle aufgegebenen Rollstühle und Hilfsmittel in dem Zustand an die Passagiere zurückgegeben werden, in dem sie diese abgegeben haben. Falls ein Rollstuhl oder Scooter während des Fluges beschädigt oder verspätet ist, verpflichtet die neue Regelung die Fluggesellschaften, den Passagieren die Kosten für den Transport des Hilfsmittels zum oder vom Flughafen zu erstatten.

Fristen und Entschädigungsregelungen

Sollte ein Rollstuhl oder Scooter verspätet ankommen, hat das US-Verkehrsministerium ebenfalls spezifische Vorgaben gemacht: Auf Inlandsflügen muss das Hilfsmittel innerhalb von 24 Stunden nach dem geplanten Ankunftszeitpunkt geliefert werden. Bei internationalen Flügen wird eine Frist von 30 Stunden gesetzt. Für den Fall, dass das Hilfsmittel nicht mit dem Passagier auf dem geplanten Flug reisen kann, müssen die Fluggesellschaften den Fluggast ohne zusätzliche Kosten auf den nächsten verfügbaren Flug derselben Gesellschaft oder einer Partnerfluggesellschaft umbuchen.

Reaktionen und Bedeutung der neuen Regelung

Diese Regelung kommt zu einer Zeit, in der die Diskussion über die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Luftverkehr immer wieder an Bedeutung gewonnen hat. Gerade bei Flügen, die lange Wartezeiten und Umsteigeverbindungen umfassen, waren Passagiere mit Mobilitätseinschränkungen in der Vergangenheit immer wieder von unzureichenden Dienstleistungen betroffen. Häufig wurden Rollstühle beschädigt oder gingen verloren, oder es gab Verspätungen, die zu erheblichem Stress für die betroffenen Reisenden führten. Die neuen Vorschriften sollen diesem Problem entgegenwirken und die Standards im Umgang mit Passagieren mit Behinderungen erheblich verbessern.

Weltweit haben ähnliche Regelungen in den letzten Jahren zu einer besseren Inklusion von Menschen mit Behinderungen geführt, auch wenn in vielen Ländern noch Verbesserungsbedarf besteht. Die USA, mit ihrer Vielzahl an internationalen Flugreisen, nehmen mit dieser Regelung eine führende Rolle in der Luftfahrtindustrie ein, wenn es darum geht, die Rechte von Passagieren mit Behinderungen zu stärken.

Einige Experten und Interessenvertretungen begrüßen die neuen Vorschriften als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung, stellen jedoch auch fest, dass die konsequente Umsetzung und Überwachung der Regelungen entscheidend für ihren Erfolg sein werden. Besonders die Schulung von Mitarbeitern und die klare Verantwortung von Fluggesellschaften könnten zu einer nachhaltigeren Verbesserung der Flugreisebedingungen für Menschen mit Behinderungen beitragen.

Ein großer Schritt für mehr Gleichberechtigung

Die neuen Schutzbestimmungen für Passagiere mit Behinderungen im US-amerikanischen Luftverkehr setzen einen wichtigen Meilenstein in der Reiseindustrie. Mit klaren Regeln und strengeren Anforderungen für Fluggesellschaften wird nicht nur die Sicherheit und Würde der Passagiere gewährleistet, sondern auch die Verantwortung der Fluggesellschaften gestärkt, wenn es um die Behandlung von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geht. Diese Regelung, die im Januar 2025 in Kraft tritt, könnte als Modell für andere Länder und Fluggesellschaften weltweit dienen, die die Rechte von Passagieren mit Behinderungen stärken möchten.

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