Der britische virtuelle Carrier Global Airlines, ein ambitioniertes A380-Startup, hat die Beratungs- und Investmentfirma Knighthood Global unter der Leitung des ehemaligen Etihad Aviation Group-Chefs James Hogan mit der Bereitstellung von „strategischer Schlüsselberatung und Unterstützung“ beauftragt.
Im Rahmen dieser Vereinbarung wird Knighthood Global auch Anteilseigner an der neuen britischen Fluggesellschaft. Diese strategische Partnerschaft kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da Global Airlines plant, in Kürze ihre ersten beiden Hin- und Rückflüge über den Atlantik durchzuführen, obwohl das Unternehmen noch keine eigene Betriebsgenehmigung (AOC) im Vereinigten Königreich besitzt.
Knighthood Global wird Anteilseigner und strategischer Berater
Knighthood Global gab bekannt, daß das Unternehmen nicht nur strategische Beratung leisten, sondern auch eine Beteiligung an Global Airlines eingehen wird. Der Fokus der Beratung wird auf der Strategie für die nächsten Phasen des Unternehmensaufbaus liegen, während gleichzeitig der Antrag auf ein britisches AOC vorangetrieben wird. James Hogan, der von 2006 bis 2017 die Etihad Aviation Group leitete und eine ambitionierte globale Investitionsstrategie verantwortete, sowie James Rigney, ein ehemaliger Finanzchef von Etihad, werden als strategische Berater für Global Airlines fungieren.
Beide Manager verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Luftfahrtindustrie und sollen Global Airlines in den Bereichen Finanzen und operative Abläufe unterstützen sowie bei der Kapitalbeschaffung beratend zur Seite stehen. Die genaue Höhe der Beteiligung von Knighthood Global und die Details der Partnerschaft wurden auf Anfrage zunächst nicht bekanntgegeben.
Erste Testflüge über den Atlantik unter der Regie von Hi Fly
Die Bekanntgabe der Partnerschaft mit Knighthood Global erfolgt inmitten der Vorbereitungen von Global Airlines für ihre ersten Transatlantikflüge. Das Startup, das noch keine eigene Betriebsgenehmigung besitzt, plant, am 15. Mai einen ersten Hin- und Rückflug von Glasgow International nach New York JFK durchzuführen (Rückflug am 19. Mai), gefolgt von einem weiteren Flugpaar von Manchester nach JFK am 21. Mai (Rückflug am 25. Mai). Alle vier Flüge sollen mit dem unternehmenseigenen Airbus A380-800 mit der Registrierung 9H-GLOBL (Baujahr 2012) durchgeführt werden, der von der maltesischen Fluggesellschaft Hi Fly Malta betrieben wird.
Das über zwölf Jahre alte Flugzeug wurde innen modernisiert, jedoch nicht vollständig umkonfiguriert. Obwohl Global Airlines Ende März von „tausenden von Registrierungen“ für eine exklusive Vorverkaufsliste sprach, waren Anfang Mai noch Tickets für alle vier Flüge verfügbar. Zuvor hatte die Fluggesellschaft bereits Demonstrationsflüge von Barcelona nach Berlin und weiter nach London Gatwick durchgeführt.
Ambitionierte Pläne und Herausforderungen für das A380-Startup
Global Airlines, eine Idee des Reise-Tech-Unternehmers James Asquith, hatte ursprünglich geplant, den transatlantischen Flugbetrieb zwischen Großbritannien und den USA Anfang 2024 aufzunehmen, den Termin jedoch später verschoben. Ein konkreter Zeitplan für den regulären Flugbetrieb wurde noch nicht bekanntgegeben. Knighthood Global teilte mit, daß Global Airlines plant, im Laufe des Jahres 2025 weitere Großraumflugzeuge des Typs A380 in ihre Flotte aufzunehmen, bevor ein Zeitrahmen für den Linienbetrieb bekanntgegeben wird. Bisher hat Global Airlines einen A380 in Betrieb genommen und arbeitet an der Übernahme weiterer A380-Flugzeuge.
Global Airlines befindet sich derzeit im Besitz von Ihtg Limited, die über 75 Prozent der Anteile hält. Dieses Unternehmen wird wiederum von James Asquith kontrolliert, der eine Mehrheitsbeteiligung, aber weniger als 75 Prozent der Anteile besitzt. Weitere Anteilseigner sind nicht öffentlich bekannt. Ihtg Limited war früher als Holiday Swap Group bekannt, deren Webseite derzeit inaktiv ist. Die Wahl des Airbus A380 als Flaggschiff-Flugzeug ist ungewöhnlich für ein Startup, da der Betrieb dieses Großraumflugzeugs mit hohen Kosten verbunden ist und eine entsprechende Nachfrage erfordert.
Erfahrung von James Hogan und Knighthood Global als Schlüssel zum Erfolg?
Die Beteiligung von James Hogan und Knighthood Global könnte für Global Airlines von entscheidender Bedeutung sein. Hogan führte die Etihad Aviation Group durch eine Phase ambitionierter Expansion, die allerdings auch mit erheblichen finanziellen Verlusten durch Beteiligungen an angeschlagenen Fluggesellschaften wie Alitalia und Air Berlin verbunden war.
Nach seinem Ausscheiden bei Etihad gründete er Knighthood Global, eine Beratungsfirma, die bereits Regierungen und Fluggesellschaften in Restrukturierungsphasen beraten hat, darunter die maltesische Regierung bei der Auflösung von Air Malta und der Gründung von KM Malta Airlines. Auch die estnische Regierung wurde bezüglich der ebenfalls insolventen Nordica beraten. Es bleibt abzuwarten, ob die Expertise von Hogan und seinem Team Global Airlines helfen kann, die komplexen Herausforderungen beim Aufbau einer neuen Langstreckenfluggesellschaft zu meistern und einen erfolgreichen Betrieb mit dem Airbus A380 zu etablieren.