Flughafen Frankfurt-Hahn (Foto: Carsten Steger).
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Airhelp-Analyse enthüllt Stagnation der Passagierzufriedenheit an deutschen Flughäfen

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Das Travel-Tech-Unternehmen Airhelp, bekannt für seine Unterstützung von Fluggästen bei Entschädigungsansprüchen, hat seine jährliche Analyse der deutschen Flughäfen auf Basis von Google-Bewertungen veröffentlicht. Die Ergebnisse der diesjährigen Erhebung, in die über 316.000 Rezensionen einflossen – allein mehr als 72.000 zum größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main –, zeichnen ein Bild von weitgehend unveränderter oder sogar leicht gesunkener Zufriedenheit der Reisenden.

Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich lediglich ein einziger Flughafen in der Gunst der Passagiere verbessern, während die Bewertungen für gleich acht Airports um jeweils 0,1 Sterne sanken. Diese Erkenntnisse werfen ein Schlaglicht auf die anhaltenden Herausforderungen und die subjektive Wahrnehmung der Servicequalität an den deutschen Luftverkehrsdrehkreuzen.

Kontinuität an der Spitze und leichte Verbesserungen am unteren Ende

Wie bereits im Vorjahr thront der Flughafen Lübeck-Blankensee mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,4 Sternen an der Spitze des Rankings. Dieser kleinere Regionalflughafen scheint weiterhin die Erwartungen seiner Nutzer in besonderem Maße zu erfüllen. Den zweiten Platz teilen sich gleich drei Airports mit einer Bewertung von 4,3 Sternen: Münster-Osnabrück, Kassel-Calden und Rostock-Laage. Auch diese Flughäfen scheinen bei ihren Passagieren gut anzukommen. Der dritte Rang wird von Nürnberg, Paderborn-Lippstadt, Saarbrücken und Friedrichshafen mit jeweils 4,2 Sternen belegt, gefolgt von Leipzig/Halle und Erfurt-Weimar auf Platz vier mit 4,1 Sternen. Die Flughäfen München, Bremen und Dresden finden sich mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,0 Sternen auf dem fünften Platz wieder.

Am unteren Ende des Rankings gab es hingegen eine bemerkenswerte, wenn auch geringfügige Veränderung. Der Flughafen Frankfurt-Hahn belegt mit lediglich 2,8 Sternen erneut den letzten Platz und bleibt damit der Sorgenkandidat in der Liste. Auf dem vorletzten Platz findet sich der Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) mit 3,2 Sternen. Bemerkenswert ist hierbei, daß der BER im Vergleich zum Vorjahr seine Bewertung um 0,1 Sterne verbessern konnte und damit der einzige Flughafen im Ranking ist, dem dies gelang. Diese leichte Steigerung steht im Einklang mit der kürzlich erfolgten Auszeichnung des BER als „World’s Most Improved Airport“ im Rahmen der diesjährigen World Airport Awards in Madrid, was darauf hindeutet, daß die Bemühungen um eine Qualitätssteigerung langsam Früchte tragen könnten, auch wenn dies in den Google-Bewertungen der Passagiere noch nicht flächendeckend sichtbar wird.

Mittelfeld mit wenig Bewegung – Experten fordern mehr Anstrengungen

Das Mittelfeld des Rankings zeigt ebenfalls wenig Bewegung. Die Flughäfen Dortmund, Köln-Bonn und Memmingen teilen sich mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3,5 Sternen den drittletzten Platz, nur knapp vor Weeze, Hannover und Düsseldorf, die jeweils 3,6 Sterne erhielten. Hamburg und Karlsruhe/Baden-Baden werden mit 3,7 Sternen bewertet. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß es über das gesamte Spektrum der deutschen Flughäfen hinweg nur geringe Veränderungen in der Wahrnehmung der Passagiere gab.

Nina Staub, Rechtsexpertin bei Airhelp, kommentierte die Analyse mit dem Hinweis, daß trotz teils erheblicher Investitionen in die Infrastruktur deutscher Flughäfen die Zufriedenheit der Flugpassagiere kaum gestiegen sei. Als Beispiel nannte sie den Flughafen München, der trotz Investitionen von rund 300 Millionen Euro im Ranking leicht abrutschte.

Staub betonte, daß die Gründe für die Unzufriedenheit vielfältig sein könnten und von operationellen Herausforderungen wie Verspätungen und Streiks bis hin zu subjektiven Faktoren wie Wartezeiten und dem allgemeinen Reiseerlebnis reichten. Die Ergebnisse des Airhelp-Rankings liefern somit wertvolle Einblicke in die Bereiche, in denen die deutschen Flughäfen aus Sicht ihrer Nutzer Verbesserungsbedarf haben. Es bleibt abzuwarten, ob die getroffenen und geplanten Maßnahmen zur Qualitätssteigerung in den kommenden Jahren zu einer spürbaren Erhöhung der Passagierzufriedenheit führen werden.

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