Bombardier CRJ-1000 (Foto: SunDawn).
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US-Justizministerium beendet Untersuchung von Bombardier-Verkäufen an Garuda Indonesia ohne Anklage

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Das Justizministerium der Vereinigten Staaten (DOJ) hat stillschweigend eine Untersuchung gegen Bombardier Aerospace eingestellt. Diese Untersuchung betraf den Verkauf von CRJ1000ER-Flugzeugen an Garuda Indonesia (GA) im früheren Jahrzehnt. In einer am 1. Mai 2025 eingereichten Meldung an der Börse von Toronto gab der Flugzeughersteller bekannt, am 1. April eine Mitteilung des DOJ erhalten zu haben, daß die Untersuchung in dieser Angelegenheit sowie ein separates Geschäft mit Eisenbahnausrüstung in Aserbaidschan abgeschlossen worden sei. Die Garuda-Untersuchung lief seit Anfang 2020.

Zwischen 2012 und 2015 erwarb Garuda Indonesia achtzehn CRJ-Flugzeuge im Rahmen eines korrupten Beschaffungsprozesses, der letztendlich dazu führte, daß ein ehemaliger CEO von Garuda und andere vor indonesischen Gerichten angeklagt und verurteilt wurden. Das Fehlverhalten reichte über die Bombardier-Bestellung hinaus und betraf auch Airbus und Rolls-Royce.

Keine Anklage gegen Bombardier oder Mitarbeiter

Die Börsenmeldung von Bombardier hielt fest: „Gegen das Unternehmen oder seine Direktoren, leitenden Angestellten oder Mitarbeiter wurden keine Anklagen erhoben.“ Bombardier hatte auch eine interne Untersuchung eingeleitet, die offenbar noch andauert. Das Unternehmen reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

In den letzten Monaten haben verschiedene US-Regierungsbehörden mehrere Untersuchungen eingestellt, darunter eine Klage wegen chronischer Verspätungen gegen Southwest Airlines, die vom ehemaligen Verkehrsminister Pete Buttigieg angestoßen worden war. Eine DOJ-Klage gegen Boeing im Zusammenhang mit den Abstürzen der B737 MAX in den Jahren 2018-19 wird voraussichtlich in den kommenden Wochen außergerichtlich beigelegt.

Korruption bei Garuda Indonesia führte zu Verurteilungen in Indonesien

Die Korruptionsaffäre bei Garuda Indonesia hatte weitreichende Folgen in Indonesien. Mehrere hochrangige Manager, darunter der damalige CEO Emirsyah Satar, wurden wegen Bestechlichkeit und Korruption im Zusammenhang mit Flugzeugkäufen von verschiedenen Herstellern, einschließlich Bombardier, schuldig gesprochen. Die Ermittlungen in Indonesien deckten auf, wie Schmiergelder geflossen waren, um die Beschaffungsentscheidungen zu beeinflussen. Die Tatsache, daß das US-Justizministerium seine Untersuchung nun ohne Anklage gegen Bombardier abgeschlossen hat, deutet darauf hin, daß die Behörde keine ausreichenden Beweise für eine direkte Verwicklung des Unternehmens oder seiner leitenden Angestellten in die Korruptionshandlungen gefunden hat, die unter indonesischem Recht strafbar waren.

Es ist nicht ungewöhnlich, daß Ermittlungen von US-Behörden eingestellt werden, wenn die Beweislage für eine strafrechtliche Verfolgung nicht ausreicht oder wenn andere Faktoren, wie beispielsweise die Kooperation des Unternehmens mit den Behörden, eine Rolle spielen. Die interne Untersuchung von Bombardier könnte noch zu unternehmensinternen Konsequenzen führen, auch wenn keine strafrechtlichen Schritte in den Vereinigten Staaten erfolgen. Die parallelen Ermittlungen gegen Airbus und Rolls-Royce im Zusammenhang mit den Garuda-Geschäften zeigen, daß die Korruptionsvorwürfe die gesamte Luftfahrtindustrie betrafen. Es bleibt abzuwarten, ob und welche Konsequenzen diese Untersuchungen für die anderen beteiligten Unternehmen haben werden. Die Beendigung der DOJ-Untersuchung gegen Bombardier bedeutet jedenfalls eine gewisse Erleichterung für den kanadischen Flugzeughersteller, der nun nicht mit einer möglichen Anklage in den Vereinigten Staaten rechnen muß.

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