Das US-Verkehrsministerium (Department of Transportation, DOT) hat die umfassende Übertragung der Betriebsgenehmigungen, internationalen Dienste und Codeshare-Zulassungen von Hawaiian Airlines auf die Alaska Air Group (AAG), die Muttergesellschaft von Alaska Airlines und deren Regionalfluggesellschaft Horizon Air, offiziell genehmigt.
Diese Entscheidung, die am 14. Juli 2025 bekanntgegeben wurde, ist ein entscheidender Schritt nach der im September 2024 vollzogenen Fusion zwischen Alaska Airlines und Hawaiian Airlines. Die Genehmigung unterstreicht das öffentliche Interesse an dem Zusammenschluß, der nicht nur die Wettbewerbslandschaft im US-Inlandsmarkt beleben, sondern auch neue Reisemöglichkeiten für Millionen von Passagieren eröffnen soll.
Der Weg zur Genehmigung: Ein detaillierter Blick auf den Fusionsprozess
Die Fusion zwischen Alaska Airlines und Hawaiian Airlines, die im September 2024 abgeschlossen wurde, ist ein bedeutendes Ereignis in der amerikanischen Luftfahrtindustrie. Die Genehmigung durch das US-Verkehrsministerium (DOT) war der letzte große regulatorische Schritt, um die vollständige Integration der beiden Fluggesellschaften zu ermöglichen. Der Prozeß begann bereits im Dezember 2023, als Alaska Airlines und Hawaiian Airlines das DOT über ihre Absicht informierten, daß die Alaska Air Group (AAG) die Anteile von Hawaiian Airlines übernehmen würde. Dieser Deal, der auf einen Wert von 1,9 Milliarden US-Dollar beziffert wurde, umfaßte auch die Übernahme von 900 Millionen US-Dollar Schulden von Hawaiian Airlines.
Im Juli 2024 beantragten die beiden Fluggesellschaften dann offiziell beim DOT die Genehmigung für den „De-facto-Transfer der wirtschaftlichen Befugnisse von Hawaiian an Hawaiian unter der Eigentümerschaft“ der AAG. Diese Formulierung deutet darauf hin, daß es primär um die Übertragung der bestehenden Rechte und Genehmigungen von Hawaiian Airlines auf die neue Konzernstruktur ging, ohne daß dies als vollständige Liquidation oder Neugründung einer Airline interpretiert wird. Erfreulicherweise für die fusionierenden Unternehmen gab es keine Einwände von Seiten der Stakeholder gegen diese Anträge vom Juli 2024, was den Genehmigungsprozeß erheblich erleichterte.
Am 14. Juli 2025 bestätigte das DOT schließlich, daß es der AAG, der nunmehrigen Muttergesellschaft von Alaska Airlines, Hawaiian Airlines und Horizon Air, erlaubt ist, die „Zertifikate und andere wirtschaftliche Befugnisse“ von Hawaiian Airlines zu übernehmen. Dies umfaßt die Übertragung und Änderung der aktuellen Genehmigungen von Hawaiian Airlines auf Alaska Airlines und/oder Hawaiian Airlines sowie die Übertragung und Änderung der aktuellen Genehmigungen von Alaska Airlines auf Hawaiian Airlines und/oder Alaska Airlines. Diese beidseitige Übertragbarkeit stellt sicher, daß die kombinierte Gruppe die größte operative Flexibilität besitzt.
Das DOT begründete seine Entscheidung wie folgt: „Nach sorgfältiger Prüfung des Antrags und anderer uns vorliegender Informationen stellt das Ministerium fest, daß der vorgeschlagene Zertifikatstransfer im öffentlichen Interesse liegt und die Genehmigung gemäß den Entscheidungskriterien von [Titel 49 des United States Code (USC) Abschnitt 41105] rechtfertigt.“ Dies ist eine Standardformulierung, die besagt, daß die Behörde die potenziellen Auswirkungen der Fusion auf den Wettbewerb, die Verbraucher und die allgemeine Luftfahrtlandschaft positiv bewertet hat.
Stärkung des Wettbewerbs und Erweiterung des Streckennetzes
In ihrer ursprünglichen Einreichung beim DOT legten Alaska Airlines und Hawaiian Airlines drei zentrale Argumente vor, um die Fusion und die damit verbundene Übertragung der Befugnisse zu rechtfertigen:
- Konsistenz mit DOT-Präzedenzfällen und öffentlichem Interesse: Die Fluggesellschaften argumentierten, daß der vorgeschlagene Transfer von Zertifikaten und wirtschaftlichen Befugnissen, wie Genehmigungen für Flüge in bestimmte ausländische Länder oder Codeshare-Vereinbarungen, im Einklang mit den Präzedenzfällen des DOT und den Standards des öffentlichen Interesses stehe. Die kombinierte Gruppe, die die Marken Alaska Airlines und Hawaiian Airlines beibehalten wird, soll jährlich 54,7 Millionen Passagiere zu 138 Zielen befördern, darunter 29 „Top-internationale Destinationen“. Dies würde die Reichweite beider Fluggesellschaften erheblich erweitern und neue Reisemöglichkeiten für die Kunden schaffen.
- Verbesserung des Wettbewerbs im US-Inlandsmarkt und internationale Expansion: Eines der gewichtigsten Argumente war, daß die Fusion den Wettbewerb im US-Inlandsmarkt stärken würde. Dieser Markt wird derzeit von den „Großen Vier“ – American Airlines, Delta Air Lines, Southwest Airlines und United Airlines – dominiert, die zusammen etwa 80% des Marktanteils halten. Durch den Zusammenschluß entsteht ein stärkerer fünfter Akteur, der in der Lage ist, diesen Giganten besser entgegenzutreten. Des Weiteren würden Kunden von Hawaiian Airlines Zugang zum Mileage Plan von Alaska Airlines sowie zu über 1.200 Destinationen durch die oneworld-Flugallianz erhalten, der Alaska Airlines angehört. Durch den Transfer der Befugnisse könnten die beiden Fluggesellschaften auch den Wettbewerb auf internationalen Flügen intensivieren, indem sie „neue, niedrigere Tarife für verschiedene Kabinenklassen anbieten und zusätzlichen US-Passagierverkehr stimulieren“.
- Synergien, stabile Eigentümerstruktur und Mitarbeitervorteile: Die Fluggesellschaften betonten, daß sich die Eigentümerstruktur nach dem Transfer nicht ändern würde. Die Fusion soll innerhalb von zwei Jahren nach Abschluß 400 Millionen US-Dollar an laufenden Synergien generieren. Diese Synergien ergeben sich typischerweise aus der Vereinheitlichung von Systemen, dem Einkauf, der Netzplanung und der Effizienzsteigerung. Darüber hinaus soll der Transfer den Mitarbeitern beider Unternehmen zugute kommen, indem er attraktivere Gehälter und bessere Leistungen bietet. Alaska Airlines hat dabei mehrfach bekräftigt, das Markenimage von Hawaiian Airlines und deren wesentliche Interisland-Dienste beizubehalten, was für die lokale Wirtschaft und Bevölkerung Hawaiis von großer Bedeutung ist.
Bestehende Genehmigungen und zukünftige Expansion
Die Übertragung der Codeshare-Zulassungen und internationalen Flugrechte ist ein komplexer Prozeß, da jede Fluggesellschaft ein eigenes Portfolio an Genehmigungen und Partnerschaften besitzt. Laut DOT hat Hawaiian Airlines derzeit Genehmigungen für Flüge oder die Vermarktung von Flügen in Länder mit einem Open Skies-Abkommen mit den USA, darunter wichtige Ziele wie Papeete Tahiti Faa’a International Airport (PPT) und Tokyo Haneda Airport (HND). Zudem verfügt Hawaiian Airlines über Drittland-Codesharing-Vereinbarungen nach Vietnam und Hongkong sowie zwischen den USA und Mexiko.
Hawaiian Airlines pflegt Codeshare-Abkommen mit mehreren internationalen Fluggesellschaften, darunter Japan Airlines (ein oneworld-Mitglied, was für Alaska Airlines besonders vorteilhaft ist), sowie mit Air China, China Airlines, Korean Air, Philippine Airlines, Turkish Airlines und Virgin Australia. Alaska Airlines wiederum hat, abgesehen von den oneworld-Allianzpartnern, eigene Codeshare-Vereinbarungen mit Air Tahiti Nui, Condor, Icelandair, Korean Air, LATAM Airlines, Singapore Airlines und STARLUX Airlines. Die Integration dieser vielfältigen Partnerschaften unter einem Dach wird die globale Reichweite der Alaska Air Group erheblich erweitern.
Seit dem Abschluß der Fusion hat Alaska Airlines bereits konkrete Pläne für die Ausweitung ihrer internationalen Flugdienste bekanntgegeben. Dazu gehören neue Direktflüge vom Seattle-Tacoma International Airport (SEA) nach:
- Tokyo Narita International Airport (NRT), der im Mai 2025 aufgenommen wurde.
- Seoul Incheon International Airport (ICN), der im September 2025 starten soll.
- Rom Leonardo da Vinci Fiumicino Airport (FCO), der im Mai 2026 starten soll.
Für die Rom-Verbindung kündigte Alaska Airlines an, daß die Flüge auf einer Boeing 787-9 Dreamliner durchgeführt würden, die von Alaska Airlines betrieben wird, sobald eine einheitliche Betriebsgenehmigung (Single Operating Certificate, SOC) von der Federal Aviation Administration (FAA) im Herbst 2025 erwartet wird. Die Konsolidierung der Betriebsgenehmigungen unter einem SOC ist ein typischer Schritt nach einer Fusion, um operative Effizienz zu steigern und regulatorische Komplexität zu reduzieren.
Bedeutung der Fusion für den Markt und die Passagiere
Die Genehmigung dieser Fusion und der damit verbundenen Transfers durch das DOT hat weitreichende Auswirkungen auf den US-amerikanischen und internationalen Luftfahrtmarkt.
- Gestärkter Wettbewerb: Der Zusammenschluß schafft eine größere, finanziell stabilere Fluggesellschaft, die besser in der Lage ist, mit den vier größten US-Carriern zu konkurrieren. Dies könnte langfristig zu einer gesünderen Wettbewerbsdynamik führen und potenziell bessere Preise und Dienstleistungen für die Verbraucher bedeuten.
- Erweiterte Konnektivität: Die Passagiere beider Fluggesellschaften profitieren von einem erweiterten Streckennetz und Zugang zu globalen Allianzen. Insbesondere Reisende von und nach Hawaii erhalten mehr Optionen für Verbindungen zum Festland und darüber hinaus.
- Synergiegewinne: Die erwarteten Synergien von 400 Millionen US-Dollar pro Jahr zeigen das Potenzial für erhebliche Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen innerhalb der neuen Konzernstruktur. Dies kann die Profitabilität verbessern und Investitionen in zukünftiges Wachstum ermöglichen.
- Bewahrung der Identität: Das Versprechen, die Marke Hawaiian Airlines und ihre wichtigen Interisland-Dienste zu erhalten, ist ein positives Signal für die lokale Bevölkerung und Wirtschaft Hawaiis. Dies könnte dazu beitragen, mögliche Bedenken hinsichtlich einer „Übernahme“ durch einen Festland-Carrier zu mildern.
Die Integration zweier Fluggesellschaften ist jedoch auch mit Herausforderungen verbunden, wie der Harmonisierung von Betriebsabläufen, IT-Systemen und Unternehmenskulturen. Der Erfolg dieser Fusion wird sich in den kommenden Jahren zeigen, doch die DOT-Genehmigung ist ein klarer Rückenwind für die neue Alaska Air Group.
Das US-Verkehrsministerium hat die Übertragung der Betriebsgenehmigungen und Codeshare-Zulassungen von Hawaiian Airlines an die Alaska Air Group genehmigt, womit die im September 2024 vollzogene Fusion beider Fluggesellschaften einen entscheidenden regulatorischen Meilenstein erreicht hat. Die Entscheidung wird als förderlich für das öffentliche Interesse angesehen, da sie den Wettbewerb im US-Luftfahrtmarkt stärkt, die Konnektivität für Millionen von Passagieren erweitert und signifikante Synergien generieren soll. Mit der Ausweitung internationaler Routen unterstreicht die neu formierte Alaska Air Group ihre Ambitionen auf dem globalen Luftverkehrsmarkt.