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Salzburg: Eine Tour durch die Stiegl-Brauerei

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In Salzburg, am Fuße des Festungsberges, schlägt das Herz einer Jahrhunderte alten Brautradition: die Stiegl Brauwelt. Die Stieglbrauerei, deren Geschichte bis ins späte Mittelalter zurückreicht, ist heute die größte Privatbrauerei Österreichs und ein fester Bestandteil der regionalen Kultur.

Für Besucher hat sie mit den Stiegl Brauwelten ein Erlebniszentrum geschaffen, das die reiche Historie des Unternehmens mit dem modernen Brauhandwerk verbindet. Auf über 5.000 Quadratmetern können Gäste in die Welt des Bieres eintauchen, die historischen Wurzeln der Brauerei erkunden und den gesamten Brauprozess von den Rohstoffen bis zum fertigen Produkt hautnah miterleben. Dieser Artikel widmet sich der bewegten Geschichte der Stieglbrauerei und beschreibt detailliert die Erlebnisse, die Besuchern in den Brauwelten geboten werden.

Die Stiegl Brauwelt: Ein Museum der Sinne

Das Herzstück des Besuchererlebnisses ist das Stiegl Museum, das auf mehr als 5.000 Quadratmetern die Geschichte der Brauerei und die Kultur des Bieres darstellt. Die Ausstellung ist interaktiv und multimedial gestaltet, so daß Besucher nicht nur passive Betrachter sind, sondern aktiv in die Welt des Bieres eintauchen können. Der Rundgang beginnt oft mit dem Stiegl-Braukino, einem 270°-Panorama-Erlebnis, das in einem Film die Geschichte der Brauerei, die Kunst des Brauens und die Bedeutung der verwendeten Rohstoffe auf eindrucksvolle Weise vermittelt.

Anschließend führt die Ausstellung durch verschiedene Themenbereiche. Hier kann man historische Braugeräte, alte Flaschen, Bierkrüge und Werbematerialien aus vergangenen Zeiten betrachten. Eine Besonderheit ist der sogenannte Bieraltar, eine künstlerische Installation, die dem Bier als kulturellem Gut huldigt. Die Besucher erfahren hier alles über die vier Grundzutaten des Bieres – Wasser, Malz, Hopfen und Hefe – und deren Einfluß auf Geschmack und Qualität. Auch die Geschichte der Brauerei im Kontext der Stadt Salzburg wird thematisiert, wobei historische Dokumente und Photographien die Entwicklung der Brauerei im Laufe der Jahrhunderte illustrieren. Ein audiogeführter Rundgang in mehreren Sprachen vertieft das Wissen und bietet zusätzliche Informationen zu den einzelnen Exponaten.

Brauereiführung und Verkostung: Ein Blick hinter die Kulissen

Neben dem Museumsbesuch sind die Werksführungen ein Höhepunkt der Stiegl Brauwelt. Hier haben Besucher die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen der laufenden Produktion zu werfen. Ein sachkundiger Führer, oft ein Biersommelier, begleitet die Gäste durch die modernen Produktionsstätten. Die Führung beginnt im Sudhaus, wo man die großen Kupferkessel und die computergesteuerten Anlagen bestaunen kann. Man erfährt, wie aus den Rohstoffen die sogenannte Würze entsteht. Anschließend geht es weiter zu den Gär- und Lagertanks, wo der Gärungsprozeß stattfindet. Das beeindruckende Ausmaß der Anlagen vermittelt eine Vorstellung von den Dimensionen der Produktion in Österreichs größter Privatbrauerei. Ein weiterer spannender Bereich ist die Abfüllanlage. Hier können die Besucher beobachten, wie in kurzer Zeit tausende von Flaschen befüllt, etikettiert und für den Versand vorbereitet werden.

Es ist ein faszinierendes Schauspiel, das die Präzision und Effizienz der modernen Brautechnik demonstriert. Ein zentraler Bestandteil jeder Führung ist die anschließende Bierverkostung. Die Gäste werden in einen Verkostungskeller geführt, wo sie verschiedene Stiegl-Biere probieren können. Der Biersommelier erklärt die unterschiedlichen Biersorten, ihre Besonderheiten und Geschmacksnuancen. Dazu gibt es traditionell Brezen, um den Geschmack zu neutralisieren. Die Verkostung ist nicht nur eine Gelegenheit, die Produkte zu genießen, sondern auch eine lehrreiche Erfahrung, die das Verständnis für die Kunst des Bierbrauens vertieft. Als Andenken an den Besuch erhalten die Gäste zudem ein kleines Präsent.

Fazit: Spannender Einblick hinter die Kulissen

Der Besuch der Stiegl Brauwelt sollte unbedingt mit einer Werksführung verbunden werden. Man erfährt viel über die Geschichte der Brauerei, deren Produkte und insbesondere über die Herstellung von Bier. Wenn man nicht an einer Führung teilnehmen möchte, so steht für das Museum ein kostenfreier Audioguide in Form einer App zur Verfügung. Dieser kann auch schon vorab heruntergeladen werden.

Ist man an einer Führung durch die Produktion interessiert, so sollte beachtet werden, dass diese nur an den Werktagen Montag bis Donnerstag „aktiv“ beobachtet werden kann. Freitags bis Sonntags werden zwar auch Rundgänge angeboten, jedoch können die Anlagen – mit wenigen Ausnahmen – dann nur im Stillstand angesehen werden. Daran sollte man bei der Reservierung, die über die Homepage der Stiegl Brauwelt möglich ist, denken. Für Erwachsene fallen Kosten in der Höhe von 21,90 Euro an. Inkludiert sind auch drei Bier-Kostproben bzw. an zwei von drei Probierstationen auf Wunsch alkoholfreie Alternativen.

Alles in allem ist ein Besuch bei Stiegl ein interessantes Ausflugsziel in Salzburg, wenn man sich informieren möchte wie das Bier eigentlich hergestellt und dann in die Flasche, Dose oder ins Fass kommt. Die gelungene Verbindung von historischen Exponaten, modernster Multimediatechnik und dem Blick auf die aktuelle Produktion macht den Besuch zu einem umfassenden Erlebnis für alle Sinne. Ob man sich für die Geschichte des Unternehmens interessiert, die Geheimnisse des Brauens entdecken möchte oder einfach nur die verschiedenen Biersorten verkosten will – die Stiegl Brauwelt bietet für jeden Besucher ein passendes Programm und ist somit ein lohnendes Ausflugsziel in der Mozartstadt.

Die Anfänge am „Stiegl“: Eine Geschichte seit 1492

Die Geschichte der Stieglbrauerei beginnt im Jahre 1492. Damals wurde das „Prewhaws auff der Gestettenn“ in der Salzburger Altstadt, wo sich heute das Haus der Natur befindet, erstmals urkundlich erwähnt. Der Name „Stiegl“ leitet sich von einer kleinen Treppe, einer „Stiege“, ab, die von der Brauerei zum nahegelegenen Almkanal führte, aus dem das Brauwasser geschöpft wurde. In den folgenden Jahrhunderten wuchs die Bedeutung der Brauerei stetig.

Bereits um 1650 war Stiegl zur größten Brauerei Salzburgs aufgestiegen. Die wechselnden Eigentümer prägten das Unternehmen, das sich durch Krisen und Kriege behaupten konnte. Eine entscheidende Wende ereignete sich im Jahre 1765, als der vermögende Johann Ambros Elixhauser in die Familie einheiratete. Unter seiner Leitung florierte die Brauerei, und das Stiegl-Bier fand sogar bei Persönlichkeiten wie Wolfgang Amadeus Mozart Anklang, der es der Überlieferung nach gerne genoss. Im Jahre 1863, da der Standort in der Altstadt zu klein geworden war, erfolgte der Umzug nach Maxglan, wo die Brauerei bis heute ihren Hauptsitz hat. Dort wurde sie modernisiert und ausgebaut, doch ein verheerender Brand im Jahre 1875 zerstörte einen Großteil der Anlagen. Der damalige Besitzer, Josef Schreiner, ließ sich jedoch nicht entmutigen und baute die Brauerei umgehend wieder auf.

Die Ära der Familie Kiener und der Aufstieg zur Privatbrauerei

Ende des 19. Jahrhunderts übernahm Franz Huemer die Brauerei und führte sie aus einer Phase des Mißmanagements. Der eigentliche Aufstieg zur heutigen Bedeutung begann jedoch mit der Übernahme durch die Familie Kiener. Seit mehr als 120 Jahren ist Stiegl nun in ihrem Besitz. Unter der Führung von Dr. Heinrich Dieter Kiener III. entwickelte sich Stiegl von einer regionalen Braustätte zu Österreichs größter Privatbrauerei. Der Betrieb wurde stetig modernisiert und erweitert.

Ein wichtiger Meilenstein war die Eröffnung des neuen Sudhauses im Jahre 2005, welches zu den modernsten in ganz Europa zählt. Es zeugt vom Bestreben, Tradition mit modernster Technik zu verbinden, um höchste Qualität zu gewährleisten. Auch der Fokus auf regionale Rohstoffe und die eigene Landwirtschaft am Stiegl-Gut Wildshut unterstreichen das traditionelle Bewusstsein des Unternehmens. Im Jahre 2009 wurde ein historischer Meilenstein erreicht, als zum ersten Mal in der über 500jährigen Geschichte die Millionengrenze an gebrauten Hektolitern überschritten wurde. Neuerdings bietet die Brauerei erstmals in ihrer Firmengeschichte auch verschiedene Limonaden an. Damit will man sich außerhalb dem Kerngeschäft Bier ein weiteres Standbein aufbauen.

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