Boeing 787-9 (Foto: Flughafen München / Alex Tino Friedel).
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Newark: United-Flug kehrt nach Kabinenrauch-Meldung zurück

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Ein Routineflug von Newark nach Südafrika nahm in der vergangenen Woche eine unerwartete Wendung, als ein Boeing 787 Dreamliner der United Airlines kurz nach dem Start zum Ausgangsflughafen zurückkehren mußte. An Bord der Maschine mit der Registrierung N27965 befanden sich 253 Personen auf dem Weg nach Kapstadt, als die Piloten weniger als eine Stunde nach dem Abheben die Entscheidung trafen, den Flug abzubrechen.

Der Grund für diese Umkehr war eine Meldung über Rauchentwicklung in der Kabine, die umgehend eine Reihe von Sicherheitsprotokollen auslöste. Das Flugzeug landete sicher auf dem Newark Liberty International Airport, wo es nach einer Inspektion durch die Rettungsdienste zum Flugsteig zurückkehren konnte. Der Vorfall ist nicht der erste seiner Art in diesem Monat auf dieser spezifischen Route. Er unterstreicht die strikte Einhaltung von Sicherheitsvorschriften im kommerziellen Flugverkehr.

Die Entscheidung der Piloten, den Aufstieg bei einer Höhe von 32.500 Fuß zu stoppen und Treibstoff abzulassen, war eine direkte Reaktion auf die potentielle Gefahr an Bord. Solche Vorkommnisse führen stets zu einer sofortigen und unbedingten Priorisierung der Sicherheit von Passagieren und Besatzung. Die reibungslose Abwicklung der Rückkehr zum Flughafen und die nachfolgenden Prozeduren demonstrieren die Wirksamkeit der Notfallpläne und die Professionalität der beteiligten Akteure. Das betroffene Flugzeug wurde für zwei Tage aus dem Dienst genommen, um eine gründliche technische Prüfung zu ermöglichen, bevor es seinen Betrieb auf einer anderen Strecke wieder aufnehmen konnte.

Der Vorfall im Detail: Eine zeitliche Abfolge

Der United Airlines Flug UA1122 vom 20. August, der planmäßig um 20:10 Uhr abfliegen sollte, hob mit einer Verspätung von 75 Minuten um 21:25 Uhr ab. Er hatte eine reguläre Flugzeit von fast 14 Stunden vor sich. Die Besatzung hatte demnach das Flugzeug mit einer großen Menge Kerosin für die lange transatlantische Reise beladen. Etwa eine Dreiviertelstunde nach dem Start, als die Maschine bereits in der Luft war, wurde der Flug abrupt unterbrochen. Eine Anzeige über Rauch in einem Kabinenabteil veranlaßte die Piloten zum Handeln.

Die sofortige Reaktion war die Kommunikation mit der Flugverkehrskontrolle und die Vorbereitung zur Rückkehr nach Newark. Um eine sichere Landung zu gewährleisten, mußte das Flugzeug sein Gewicht reduzieren. Dies wurde durch das Ablassen von Treibstoff über dem Meer bewerkstelligt, ein standardisiertes Verfahren, das die Landung eines mit maximaler Startmasse beladenen Flugzeugs verhindert und somit die strukturelle Integrität der Maschine schützt. Das Flugzeug setzte nach nur 55 Minuten Flugzeit sicher auf der Landebahn 04R des Flughafens Newark auf und wurde anschließend zur Inspektion durch Rettungskräfte angehalten, bevor es eigenständig zum Flugsteig rollen konnte.

Die Passagiere wurden in der Folge auf andere Flüge umgebucht und mußten eine erhebliche Verspätung in Kauf nehmen. Obwohl der Rauchalarm sich als nicht kritisch herausstellte, wurde das Flugzeug N27965 für zwei Tage am Boden gehalten, um eine umfassende technische Untersuchung zu durchlaufen. Erst am 22. August nahm die Maschine den Betrieb wieder auf und flog auf der Strecke nach Delhi. Dieser gründliche Wartungsprozeß ist in der Luftfahrtindustrie üblich und dient der Eliminierung jeglicher Zweifel an der Flugtüchtigkeit eines Flugzeugs nach einem sicherheitsrelevanten Vorfall.

Häufung von Zwischenfällen auf der Kapstadt-Route

Besondere Aufmerksamkeit erregt die Tatsache, daß dies nicht der erste Zwischenfall auf der Strecke von Newark nach Kapstadt in diesem Monat war. Bereits am 3. August mußte ein Flug mit der gleichen Flugnummer UA1122 nach einem Start vom Newark Liberty International Airport nach einer technischen Störung ebenfalls zum Abflugort zurückkehren. In jenem Fall war eine Funktionsstörung eines der sogenannten Spoiler am Flügel die Ursache. Diese aerodynamischen Klappen, die zur Reduktion des Auftriebs und zur Unterstützung bei der Bremsung dienen, zeigten ein Problem, das eine Fortsetzung des Langstreckenfluges unmöglich machte.

Die zweimalige Rückkehr von Flügen auf der gleichen Strecke innerhalb weniger Wochen ist ungewöhnlich und wird von Luftfahrtbeobachtern genau analysiert. Die Boeing 787-9 Dreamliner, ein moderner Flugzeugtyp, der für Langstreckenflüge konzipiert wurde, bildet das Rückgrat der Flotte von United Airlines auf dieser Route. Die Maschine N27965, die an dem Vorfall vom 20. August beteiligt war, ist ein relativ junges Flugzeug mit einem Alter von rund 9,5 Jahren. Sie gehört zu den 45 Exemplaren dieses Typs, die United derzeit betreibt, mit weiteren 143 Maschinen im Auftrag. Die Airline hat eine hohe Anzahl von 787-Maschinen, was sie zu einem der größten Betreiber dieses Typs macht.

Sicherheitsprotokolle und ihre Umsetzung

Die Luftfahrtindustrie ist bekannt für ihre strengen Sicherheitsstandards und -protokolle. Zwischenfälle wie die Rückkehr des United-Fluges sind, obwohl sie für die Passagiere unangenehm sind, ein Beleg für die Wirksamkeit dieser Sicherheitsmechanismen. Die Entscheidung der Piloten, bei der kleinsten Unregelmäßigkeit den Flug abzubrechen und zum Flughafen zurückzukehren, ist ein elementarer Bestandteil der Sicherheitsphilosophie in der kommerziellen Luftfahrt. Die Piloten sind darauf trainiert, in kritischen Situationen schnell und entschlossen zu handeln, um jegliches Risiko zu minimieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die sofortige Reaktion der Bodeninfrastruktur. Die Rettungsdienste am Flughafen Newark waren umgehend bereit, die ankommende Maschine zu empfangen und zu inspizieren. Die Landung wurde priorisiert, und der gesamte Ablauf verlief professionell und ohne weitere Komplikationen. Obwohl die Flugzeugausfälle und Umleitungen zu operativen Störungen und Unannehmlichkeiten für die Passagiere führen, demonstrieren sie, daß die Sicherheit an erster Stelle steht. Die technischen Untersuchungen, die nach einem solchen Vorfall folgen, sind entscheidend, um die Ursache zu ermitteln und zukünftige Vorkommnisse zu verhindern. Die Ausfälle von Flugzeugen für Wartungsarbeiten sind ein normaler Teil des Flugbetriebs. Die jüngsten Vorfälle auf der Kapstadt-Route sind somit eher ein Beweis für die funktionierenden Sicherheitsprotokolle als ein Anlaß zur Besorgnis. Sie zeigen, daß die Fluggesellschaften und ihre Besatzungen bereit sind, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Unversehrtheit ihrer Passagiere und die Sicherheit des Flugbetriebs zu gewährleisten.

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