Die Spannungen im Nahen Osten wirken sich erneut auf die internationale Geschäftswelt aus. Rüstungsunternehmen aus Israel wurde die Teilnahme an der diesjährigen Dubai Air Show verwehrt, einer der weltweit größten und wichtigsten Fachmessen für die Luft- und Raumfahrtindustrie.
Eine Sprecherin des israelischen Verteidigungsministeriums bestätigte auf Anfrage den Ausschluß. Obwohl die Entscheidung den Berichten zufolge bereits vor einem kürzlich erfolgten israelischen Angriff auf Katar gefallen sein soll, hat der jüngste Vorfall die diplomatischen Beziehungen in der Region weiter belastet und die Debatte über die Rolle von Rüstungsgeschäften in einer politisch fragilen Region neu entfacht. Die Dubai Air Show, die alle zwei Jahre stattfindet, wäre für israelische Firmen eine wichtige Plattform gewesen, um ihre Produkte zu präsentieren und neue Märkte zu erschließen.
Diplomatische Verwerfungen und wirtschaftliche Folgen
Die Entscheidung, israelische Unternehmen von der prestigeträchtigen Messe auszuschließen, ist ein deutliches Zeichen für die anhaltende politische Empfindlichkeit im Nahen Osten. Am Dienstag hatte die israelische Luftwaffe versucht, die Führungsspitze der islamistischen Hamas in Katar anzugreifen, was in der Region zu großer Empörung geführt hat. Dieser Vorfall könnte die Beziehungen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel, die sich in den letzten Jahren durch die Abraham-Abkommen normalisiert hatten, unter Druck setzen.
Ein Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte, daß die Organisatoren die israelischen Unternehmen bereits vor dem Angriff auf Katar informell über den Ausschluß informiert hätten. Ein offizieller Brief der Organisatoren, aus dem der Finanzdienst Bloomberg zitiert, ist auf Dienstag datiert – dem Tag des Angriffs. Der Ausschluß ist somit nicht nur eine direkte Folge des Angriffs, sondern auch ein Ausdruck einer bereits zuvor bestehenden politischen Entscheidung.
Für die israelischen Rüstungshersteller, zu denen Schwergewichte wie Israel Aerospace Industries (IAI), Rafael Advanced Defense Systems und Elbit Systems gehören, ist der Ausschluß von der Messe ein bedeutender Rückschlag. Diese Unternehmen sind global agierende Akteure und erzielen einen Großteil ihrer Einnahmen aus dem Export. Die Dubai Air Show zieht ein internationales Publikum aus der Rüstungsindustrie, dem Militär und Regierungsvertretern an und bietet eine einzigartige Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und Verträge abzuschließen. Der Verlust dieser Plattform könnte sich negativ auf die künftigen Geschäftsbeziehungen auswirken.
Die Dubai Air Show: Eine Plattform für internationale Geschäfte
Die Dubai Air Show gilt als eine der wichtigsten Luftfahrtmessen der Welt, vergleichbar mit der Farnborough International Airshow in Großbritannien oder der Paris Air Show in Frankreich. Sie findet auf dem Gelände des Dubai World Central (DWC) am internationalen Flughafen von Dubai statt und zieht Tausende von Ausstellern und Zehntausende von Besuchern an. Neben den großen zivilen Flugzeugherstellern wie Boeing und Airbus spielen auch Rüstungsunternehmen eine zentrale Rolle.
Der Ausschluß israelischer Firmen ist nicht das erste Mal, daß politische Konflikte die Messe beeinflussen. In der Vergangenheit gab es immer wieder Debatten über die Teilnahme von Unternehmen aus politisch sensiblen Ländern. Die Entscheidung der Veranstalter, israelische Firmen auszuschließen, ist ein klares Signal, daß die Politik in der Region weiterhin eine entscheidende Rolle im Handel spielt und Geschäftsmöglichkeiten stark von den diplomatischen Beziehungen abhängen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die Gastgeber der Messe, haben in den letzten Jahren versucht, sich als regionales Zentrum für Handel und Finanzen zu etablieren. Die Abraham-Abkommen mit Israel, die 2020 unterzeichnet wurden, galten als Meilenstein und sollten zu einer Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen führen. Die aktuelle Entscheidung, israelische Rüstungsunternehmen auszuschließen, könnte jedoch auf eine Abkühlung der Beziehungen hindeuten oder zumindest zeigen, daß die VAE bereit sind, wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen, die ihre politischen Interessen widerspiegeln.
Zukunft der regionalen Zusammenarbeit
Die Absage der Teilnahme israelischer Rüstungshersteller an der Dubai Air Show ist ein deutliches Zeichen für die Komplexität und Fragilität der Beziehungen im Nahen Osten. Während die Abraham-Abkommen den Weg für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit geebnet haben, bleibt die politische Lage angespannt. Der israelische Angriff auf Katar hat die Empörung in der arabischen Welt wieder angefacht. Für die VAE ist es ein Balanceakt, die Normalisierung der Beziehungen zu Israel fortzusetzen, ohne die Beziehungen zu anderen regionalen Partnern wie Katar zu gefährden.
Der Ausschluß der israelischen Firmen ist somit nicht nur eine kurzfristige Entscheidung, die sich auf die Dubai Air Show auswirkt, sondern auch ein Indikator für die zukünftige Entwicklung der Beziehungen in der Region. Sollten die Spannungen anhalten, könnten auch andere Handelsbeziehungen und Kooperationsprojekte betroffen sein. Für Israel, das seine Rüstungsindustrie als einen zentralen Pfeiler seiner Wirtschaft ansieht, ist der Ausschluß von der Messe eine Mahnung, daß die wirtschaftliche Zusammenarbeit eng mit der politischen Stabilität verknüpft ist. Die Abwesenheit israelischer Firmen in Dubai, wo sie gehofft hatten, neue Märkte zu erschließen, unterstreicht die Realität, daß die geopolitischen Konflikte in der Region nach wie vor die wirtschaftlichen Chancen bestimmen.