Die JP Hospitality, eine spezialisierte Tochtergesellschaft der österreichischen JP Immobiliengruppe, hat auf der internationalen Immobilienmesse Expo Real in München eine neue Hotelmarke lanciert, die das Segment der Flughafenhotels grundlegend verändern soll. Unter dem Namen „Pan Am Hotel“ wird ein Premium-Lifestyle-Konzept etabliert, das die oft als uninspiriert geltende Airport Hospitality auf ein neues Niveau heben will.
Die Marke, inspiriert von der „goldenen Ära des Reisens“, zielt darauf ab, ein Produkt zu schaffen, das sowohl den gestiegenen Komfortansprüchen der Reisenden als auch den Renditeerwartungen von Investoren gerecht wird. Mit diesem Schritt vollzieht JP Hospitality zudem eine strategische Erweiterung und tritt erstmals selbst als Hotelbetreiber auf, womit das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette von der Entwicklung über das Investment bis hin zum Management abdeckt. Die ersten Häuser unter dem neuen Markennamen sind für das Jahr 2028 an europäischen und internationalen Luftfahrt-Drehkreuzen geplant.
Mit der einstigen Fluggesellschaft Pan American hat die Hotelmarke jedoch nichts zu tun. Nachdem sich die Airline schon über viele Jahre hinweg im Niedergang befand, wurden die Reste in den Jahren 1990 und 1991 von Delta Air Lines übernommen. Die Markenrechte am Brand „Pan Am“ wurden von Delta nicht wahrgenommen, sondern werden seither regelrecht gehandelt, da sich mit diesem Brand noch immer Geld verdienen lässt. Es gab mehrere Anläufe eine „neue Pan Am“ in die Luft zu bringen, jedoch waren diese nicht von dauerhaftem Erfolg gekrönt. Es gibt derzeit viele Lizenznehmer, die unter der Marke Pan Am aktiv sind oder aber Produkte, die das Logo der einstigen Fluggesellschaft zieren, vertreiben. In den USA tritt auch eine Eisenbahngesellschaft als Pan Am auf. JP Hospitality nutzt die Marke daher ebenfalls unter Lizenz und erhofft sich offensichtlich am Mythos Pan Am profitieren zu können.

Eine Marktlücke an internationalen Hubs
Die Notwendigkeit einer Neudefinition der Airport Hospitality ist ein zentrales Argument der Initiatoren. Traditionelle Flughafenhotels sind zwar aufgrund der stabilen Auslastung und der stetig wachsenden Übernachtungszahlen in Flughafennähe eine attraktive Anlageklasse, kämpfen jedoch oft mit einem schlechten Image und mäßigen Gästebewertungen – trotz tendenziell hoher Preise. Diese Diskrepanz zwischen stabiler Nachfrage und geringer Service- und Designqualität sehen die Verantwortlichen von JP Hospitality als eine klare Marktlücke.
Gebhard Schachermayer, CEO der PNMB Brand GmbH und Managing Partner bei JP Hospitality, betonte anlässlich des Launches auf der Expo Real, dass Flughäfen „bessere Hotels“ verdienen. Dies solle durch Komfort, Qualität und Innovation ohne überhöhte Preise erreicht werden. Die steigende Reisetätigkeit und die gleichzeitige Unzufriedenheit der Gäste mit dem bestehenden Angebot haben JP Hospitality bewogen, diese Lücke mit einem hochwertigen und bedarfsorientierten Konzept zu füllen. Die Entwicklung von Flughäfen zu sogenannten „Airport Cities“ oder eigenständigen Business Parks erhöht die Attraktivität der Standorte zusätzlich, da neben Transitpassagieren auch Geschäftskunden und Mitarbeiter der umliegenden Unternehmen als Zielgruppe gewonnen werden.
Das Konzept: Premium-Lifestyle und ikonisches Design
Das „Pan Am Hotel“ Konzept baut auf dem ikonischen Erbe der früheren Luftfahrt auf, übersetzt dieses jedoch in ein modernes, skalierbares Format für die Gegenwart. Das Design ist stark vom Mid-Century Modern Stil geprägt und soll Reisende in die nostalgische Atmosphäre der 1960er Jahre versetzen. Dieser Stil, der für seine klaren Linien, organischen Formen und die Verwendung von Holz und leuchtenden Farben bekannt ist, schafft eine ästhetisch ansprechende Umgebung, die sich deutlich von der Funktionalität vieler bestehender Flughafenhotels abhebt.
Über das Design hinaus legt das Konzept einen Fokus auf einen konsequenten, rund um die Uhr verfügbaren Serviceansatz. Flexible Nutzungsmöglichkeiten sollen über die reine Übernachtung hinaus einen Mehrwert bieten: Geplant sind beispielsweise Zimmerkategorien, die unterschiedliche Bedürfnisse und Budgets abdecken – von kleineren „Economy“-Zimmern über „Premium“-Räumlichkeiten bis hin zu großzügigen „First“-Suiten. Ein Factsheet der Marke zeigt zudem Pläne für Daytime Sleeperettes für Reisende mit längeren Aufenthalten. Darüber hinaus werden Einrichtungen wie Crew Lounges, 24/7 Snack- und Kaffee-Shops, A-la-carte-Restaurants und Bars sowie Arbeitsbereiche mit Telefonzellen und Tagungsräumen die Funktionalität für unterschiedliche Gästegruppen sicherstellen.
Der Ansatz sieht vor, dass die Hotels nicht nur Transitstationen, sondern „echte Tore zur Weiterreise“ darstellen, indem sie den Aufenthalt so komfortabel und nahtlos wie möglich gestalten.

Die strategische Expansion und der Betreiber-Einstieg
Mit dem Launch von Pan Am Hotel betritt JP Hospitality Neuland, indem das Unternehmen erstmals als Betreiber der eigenen Hotelmarke auftritt. Bisher war JP Hospitality, das sich auf Lifestyle- und Stadthotels in erstklassigen Lagen innerhalb der Eurozone konzentriert, primär als Investor, Entwickler und Rebranding-Experte tätig. Die bisherige Hotel-Pipeline umfasste unter anderem Projekte in Wien, Kitzbühel, Italien und Spanien, wobei der Fokus auf dem Erwerb und der Neupositionierung bestehender, unabhängiger Hotels lag. Die Übernahme der Betreiberrolle verschafft JP Hospitality nun eine integrierte Hospitality-Plattform, die die gesamte Wertschöpfungskette kontrollieren kann und damit das Potenzial zur aktiven Wertschöpfung in den erworbenen Immobilien maximieren soll.
Die ersten Pan Am HotelS sollen 2028 an europäischen Flughäfen eröffnet werden. JP Hospitality betont, bereits über eine umfassende Pipeline an geeigneten Airport-Assets zu verfügen. Die geografische Expansion ist dabei nicht auf Europa beschränkt; aktiv werden auch Standorte an internationalen Drehkreuzen verhandelt, was das globale Skalierungspotenzial des Konzepts unterstreicht. Ein wichtiger Teil der Strategie ist auch das Rebranding-Potenzial für bestehende Flughafenhotels, die durch eine Umgestaltung zur Marke „Pan Am Hotel“ frisches Ertragspotenzial freisetzen sollen.
Die Präsentation auf der Expo Real, der wichtigsten Fachmesse für Gewerbeimmobilien in Europa, bot die notwendige Bühne für diesen bedeutenden Markteintritt. Der Launch wurde am 7. Oktober in Kooperation mit der PKF hospitality group durchgeführt. Michael Widmann, Global CEO der PKF hospitality group, unterstrich die Bedeutung der Präsentation einer solch „spannenden neuen Hotelmarke“ im Rahmen des Messeformats. Der Zeitpunkt des Markteintritts erscheint vor dem Hintergrund der allgemeinen Erholung des Flugverkehrs und der steigenden Passagierzahlen an internationalen Flughäfen als strategisch günstig, um das Wachstumspotenzial im Segment der Airport Hospitality zu erschließen.
