Die Luftfahrtbranche am Standort Frankfurt verzeichnet einen bemerkenswerten Zuwachs im hart umkämpften Airline-Catering-Segment. Seit Mitte September 2025 versorgt die in Kelsterbach ansässige GIC International Catering GmbH, ein familiengeführtes Unternehmen mit 25 Jahren Erfahrung, die Langstreckenflüge der chinesischen Airline Air China auf der wichtigen Direktverbindung von Frankfurt nach Chengdu mit maßgeschneiderten Mahlzeiten.
Diese neue Partnerschaft, die Air China als einen der größten Akteure im asiatischen Luftverkehr in das Kundenportfolio von GIC holt, unterstreicht die steigende Bedeutung von individuellen, hochwertigen Bordmenüs als zentrales Element im Wettbewerb der internationalen Fluggesellschaften. Für GIC, das aktuell 21 Airlines am Frankfurter Flughafen beliefert und täglich bis zu 5.000 Mahlzeiten produziert, bedeutet die Kooperation eine strategische Stärkung seiner Position als Premium-Dienstleister in einem von globalen Marktführern dominierten Umfeld.
Kulinarische Brücke zwischen Europa und Asien: Das neue Bordkonzept
Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit zwischen GIC und Air China steht die Entwicklung eines innovativen Speisekonzepts, das die kulturelle und kulinarische Verbindung zwischen Deutschland und der chinesischen Provinz Sichuan in den Fokus rückt. Passagiere auf der Langstreckenroute von Frankfurt zum Tianfu International Airport (TFU) in Chengdu dürfen sich auf eine Fusion aus europäischen Einflüssen und authentischen chinesischen Aromen freuen.
Die Menüvorschläge, wie etwa zartes Rinderfilet mit knusprig gebratenen Kartoffelwürfeln oder aromatisches Kung-Pao-Chicken mit knackigem Gemüse, demonstrieren den Anspruch, über dem Atlantik ein Gourmet-Erlebnis zu schaffen. Nach Angaben von GIC liegt der besondere Wert auf Qualität, Frische und ansprechender Präsentation in allen Serviceklassen. Göksel Yildirim, Geschäftsführer von GIC International Catering, betonte die gemeinsame Basis: „Mit Air China starten wir eine spannende, neue Partnerschaft, die kulinarische Vielfalt auf höchstem Niveau erlebbar macht. Deshalb ist es unser Anspruch, allen Gästen ein Erlebnis zu bieten – authentisch, frisch und stets mit Augenmerk aufs Detail.“
Air China, als einer der größten Carrier Chinas, legt selbst großen Wert auf die Bordverpflegung. In ihren Premiumklassen bietet die Airline über das sogenannte „Forbidden Pavilion“ (First Class) und „Capital Pavilion“ (Business Class) ein monatlich wechselndes, kreatives Menü an, das unter anderem Shrimps, Fisch, Rind, Schwein, Hühnchen und vegetarische Gerichte umfasst, die auch eine spezielle Reservierung im Voraus ermöglichen. Das nun durch GIC umgesetzte Konzept auf der Frankfurt-Chengdu-Route zielt darauf ab, dieses hohe Service-Niveau der chinesischen Fluggesellschaft zu adaptieren und mit dem Know-how des lokalen Caterers zu verfeinern.
Die Flugverbindung: Frequenz und Fluggerät
Die Verbindung zwischen Frankfurt am Main (FRA) und dem neuen Chengdu Tianfu International Airport (TFU) ist für Air China von strategischer Bedeutung, da sie die Provinzhauptstadt Sichuan direkt an ein wichtiges europäisches Drehkreuz anbindet. Der Flug wird typischerweise unter der Flugnummer CA431/CA432 durchgeführt.
Für die Langstreckenverbindung setzt Air China auf Großraumflugzeuge des Typs Airbus A330-300. Diese Jets bieten sowohl in der First und Business Class als auch in der Economy Class ein Inflight-Entertainment-System an. Die Flugdauer für die Strecke von rund 7800 Kilometern beträgt in Richtung Chengdu ungefähr 10 Stunden. Die Regelmäßigkeit der Flüge variiert je nach Saison, bewegt sich aber in der Regel im Bereich von mehreren wöchentlichen Verbindungen. Die Wahl des Airbus A330-300, eines in Asien häufig eingesetzten Langstreckenflugzeugs, unterstreicht die Kapazität und das Engagement der Airline für diese Route.
Expansion im Frankfurter Catering-Markt
Die Partnerschaft mit Air China ist für GIC International Catering ein wichtiger Meilenstein im Jahr 2025, in dem das Unternehmen sein 25-jähriges Bestehen feiert. Die Aufnahme eines weiteren interkontinentalen Carriers in das Portfolio, das aktuell 21 Fluggesellschaften umfasst, demonstriert die Fähigkeit des mittelständischen Unternehmens, in einem von Branchengrößen wie Doh&Co oder Gategroup geprägten Markt zu bestehen und Marktanteile zu gewinnen.
Die Logistik hinter dem Betrieb in Kelsterbach basiert auf einer Produktionsfläche von 2.500 Quadratmetern, auf der 170 Mitarbeiter tätig sind, um die tägliche Kapazität von bis zu 5.000 Mahlzeiten zu gewährleisten. Der Erfolg von GIC in Frankfurt ist nicht isoliert zu betrachten. Der gesamte globale Markt für Inflight-Catering erlebt eine Wachstumsphase, bedingt durch die Expansion des Flugverkehrs und die steigenden Erwartungen der Passagiere an ein hochwertiges Bordprodukt. Marktanalysten schätzten das globale Marktvolumen für Inflight-Catering im Jahr 2024 auf rund 16,5 Milliarden US-Dollar, mit einer prognostizierten jährlichen Wachstumsrate von über fünf Prozent bis 2033. Die europäische Teilregion gilt dabei als besonders dynamisch.
Im Frankfurter Raum ist der Wettbewerb besonders intensiv. Große Akteure der Branche haben in jüngster Zeit ebenfalls neue Kunden gewonnen. So hat beispielsweise Doh&Co im Geschäftsjahr 2024/2025 China Eastern als neuen Kunden am Standort Frankfurt akquiriert. Die Expansion der Marktteilnehmer zeigt, dass Airlines in die Verbesserung der Kundenerfahrung an Bord investieren, um sich im Wettbewerb zu differenzieren.
Strategische Bedeutung der Neuerungen
Für GIC ist die neue Kooperation mit Air China bereits die zweite Expansion innerhalb kurzer Zeit. Erst kürzlich gab das Unternehmen die Zusammenarbeit mit der kubanischen Fluggesellschaft Cubana de Aviación bekannt. Ab Dezember 2025 wird GIC die Speisen für die zwei wöchentlichen Direktverbindungen von Frankfurt nach Havanna – mittwochs und samstags – liefern, die mit einem Airbus A330-200 bedient werden.
Diese Diversifizierung des Kundenstamms – von einem asiatischen Groß-Carrier hin zu einer karibischen Airline – zeugt von der Flexibilität und der kulturellen Kompetenz des Caterers, maßgeschneiderte Menüs für unterschiedliche Zielgruppen zu entwickeln. Im Falle von Cubana verspricht GIC authentische Menüs mit kubanischem Flair, wie Sous-vide gegarte Beef Short Ribs und Steinpilz-Ravioli, was die Bandbreite der kulinarischen Produktion des Unternehmens unterstreicht.
Der Trend im Airline-Catering geht zunehmend zu personalisierteren und spezialisierteren Angeboten. Fluggesellschaften nutzen die Bordverpflegung als wichtiges Instrument der Kundenbindung. Die Partnerschaft mit lokalen und auf Spezialitäten fokussierten Caterern wie GIC erlaubt es internationalen Fluglinien, sich von standardisierten Menüs abzuheben und ihren Passagieren ein einzigartiges, häufig regional inspiriertes, Speiseerlebnis zu bieten. Diese Strategie wird im globalen Markt, der von einem wachsenden multikulturellen Passagieraufkommen und unterschiedlichen kulinarischen Anforderungen geprägt ist, immer wichtiger. Die Qualität der Mahlzeiten wird somit zu einem entscheidenden Kriterium für die Wahl der Fluggesellschaft, insbesondere auf langen Interkontinentalflügen wie der Route nach Chengdu.