Die jordanische Nationalfluggesellschaft Royal Jordanian Airlines (RJ) setzt ihre Wachstumsstrategie auf dem europäischen Markt fort und kehrt nach einer mehrjährigen Unterbrechung nach München zurück. Ab dem 27. März 2026 soll die Nonstop-Verbindung zwischen der bayerischen Landeshauptstadt und der jordanischen Metropole Amman, dem Drehkreuz der Airline, wieder ganzjährig angeboten werden.
Die Route, die zuletzt im Jahr 2020 bedient wurde, ist zunächst mit drei wöchentlichen Umläufen jeweils mittwochs, freitags und sonntags geplant. Mit der Wiederaufnahme der München-Flüge ergänzt Royal Jordanian ihr bereits bestehendes deutsches Streckennetz, das die wichtigen Wirtschaftsstandorte Berlin, Düsseldorf und Frankfurt umfasst, um einen weiteren zentralen Hub. Dieser Schritt unterstreicht die ambitionierte Strategie von Royal Jordanian, Jordanien als vielseitiges und modernes Reiseziel für den deutschen Markt zu positionieren und gleichzeitig die Rolle Ammans als wichtiges regionales Bindeglied zwischen Europa, dem Nahen Osten, dem Golf und Asien zu stärken.
Flottenmodernisierung als Basis der Expansion
Die strategische Neuausrichtung von Royal Jordanian stützt sich maßgeblich auf eine umfangreiche Modernisierung der Flotte. Bis zum Jahr 2028 plant die Fluggesellschaft, ihre Gesamtflotte von aktuell 24 auf über 40 Flugzeuge zu erweitern. Im Mittelpunkt dieser Erneuerung steht die schrittweise Einführung der Airbus A320neo-Familie, welche die älteren A320ceo-Modelle ablösen soll.
Auf der neuen München-Route wird der moderne Airbus A320neo zum Einsatz kommen. Dieses Flugzeugmuster, das für seine technischen Vorteile und den Passagierkomfort bekannt ist, spielt eine Schlüsselrolle in der Expansion der Airline auf Kurz- und Mittelstrecken. Das Kabinendesign des A320neo, zu dem WLAN an Bord und die innovative Airspace-Kabine gehören, ist auf ein verbessertes Reiseerlebnis ausgelegt. Die Konfiguration dieser Flugzeuge variiert; während einige A320neo mit einer reinen Economy-Bestuhlung ausgeliefert werden, verfügen andere Konfigurationen über eine gehobene Reiseklasse. Die Verfügbarkeit von Sitzlehnen-Bildschirmen für alle Passagiere soll den Komfort auf der Strecke von Amman nach München, die als wichtige Achse im europäischen Netz gilt, erhöhen. Die Flottenstrategie zielt darauf ab, nicht nur die Kapazität zu erhöhen, sondern auch die Servicequalität über alle Strecken hinweg zu optimieren, um die Wettbewerbsfähigkeit in einem hart umkämpften regionalen und internationalen Luftverkehrsumfeld zu sichern.
Deutschland als wichtiger Expansionsmarkt in Europa
Die Aufnahme der München-Verbindung ist Teil einer umfassenderen Europa-Strategie von Royal Jordanian. Das Unternehmen hat in den letzten drei Jahren bereits mehr als zehn neue Verbindungen auf dem europäischen Markt etabliert. Deutschland, als größter Wirtschaftsraum Europas und wichtiger Quellmarkt für den Tourismus, nimmt dabei eine herausragende Stellung ein. Die Rückkehr nach München, einer der bedeutendsten Metropolen und Verkehrsknotenpunkte des Kontinents, gilt als logische Konsequenz dieses Wachstumskurses.
Obwohl die Verbindung nach München bereits im Jahr 2020 eingestellt wurde, zeigt die nun angekündigte, ganzjährige Bedienung an drei Wochentagen das Vertrauen der Airline in die langfristige Nachfrage. Interessanterweise gab es in den Monaten vor der offiziellen Ankündigung Berichte über die kurzfristige Zurücknahme von Flugplanmeldungen für München, was auf eine dynamische und flexible Routenplanung der Airline hindeutet. Neben München und den bereits bedienten Zielen Frankfurt, Düsseldorf und Berlin hat Royal Jordanian in der Vergangenheit auch öffentlich Interesse an weiteren deutschen Zielen wie Hamburg bekundet. Dies signalisiert die strategische Bedeutung des deutschen Marktes, der für die jordanische Fluggesellschaft als entscheidend für die „Levante-Strategie“ betrachtet wird, um Touristen aus Zentraleuropa direkt in die Region zu bringen.
Amman: Das Drehkreuz zum Nahen Osten und nach Asien
Die neue Flugverbindung zwischen München und Amman, die mit einer Flugzeit von wenigen Stunden die Region der Levante direkt an Bayern anbindet, erfüllt eine doppelte Funktion: Sie dient als Direktzugang zum Königreich Jordanien und gleichzeitig als Drehscheibe für den Weiterflug zu Zielen im Nahen Osten, am Golf und in Asien. Der Queen Alia International Airport (AMM) in Amman ist als wichtiges regionales Drehkreuz konzipiert und ermöglicht Reisenden den Zugang zu mehr als 60 Zielen im Streckennetz von Royal Jordanian.
Die geografische Lage Jordaniens macht Amman zu einem natürlichen Transitpunkt. Das hochmoderne Flughafengebäude, das Architektur und beduinische Traditionen vereint, ist auf eine effiziente Abfertigung des internationalen Verkehrs ausgelegt und verkörpert die Rolle Ammans als kosmopolitisches und modernes Zentrum der Region. Durch die Mitgliedschaft von Royal Jordanian in der Luftfahrtallianz oneWorld werden zusätzliche Umsteigemöglichkeiten und Synergien für Passagiere aus Deutschland geschaffen, welche über Amman bequem zu einer Vielzahl von Destinationen außerhalb Europas reisen können.
Das touristische Potenzial Jordaniens im Fokus
Die jordanische Regierung und Royal Jordanian sehen in der Erweiterung des Flugnetzes eine zentrale Säule zur Steigerung der Touristenzahlen. Jordanien präsentiert sich als vielfältiges Reiseland, das mit einer einzigartigen Mischung aus faszinierenden Wüstenlandschaften, historischen Schätzen und kultureller Authentizität wirbt. Zu den größten Attraktionen zählen die in den Fels gehauene Stadt Petra, die zum UNESCO-Welterbe und Weltwunder der Neuzeit gehört, die beeindruckende römische Stätte Jerash sowie die surreal anmutende Wüstenlandschaft des Wadi Rum. Auch das Tote Meer lockt mit seinem Wellness- und Erholungsangebot.
Obwohl der Tourismussektor des Landes in den vergangenen Jahren, insbesondere durch regionale politische Spannungen, zeitweise erhebliche Rückschläge hinnehmen musste – so sanken die Einnahmen von europäischen Reisenden nach jüngsten Berichten signifikant ab – bleibt das langfristige Potenzial des Landes unbestritten. Die direkte Anbindung an einen bedeutenden europäischen Markt wie München soll dazu beitragen, die Reisebereitschaft deutscher Touristen zu stärken und Jordanien als eine sichere und zugängliche Destination im Nahen Osten wahrzunehmen. Die Airline unterstützt dieses Ziel aktiv durch eigene Informationsplattformen wie exploRJordan, die detaillierte Reisetipps und Informationen über die „verborgenen Schätze“ des Landes bereitstellen. Die Bemühungen zielen darauf ab, Jordanien dauerhaft als ein „trendiges“ und „authentisches arabisches Reiseziel“ auf der Landkarte der internationalen Fernreisen zu etablieren.