Während der warmen Jahreszeit bietet die österreichische Reederei DDSG Blue Danube jeweils an den Verkehrstagen Freitag und Samstag Tagesfahrten nach Bratislava an. Diese werden im Regelfall mit der MS Kaiserin Elisabeth durchgeführt. An Bord werden unter anderem inkludiertes Frühstück, ein kleines Mittagessen, Apfel- und Topfenstrudel am Nachmittag sowie ein All-You-Can-Eat-Abendbuffet angeboten. Man muss aber auch eine ordentliche Portion Zeit mitbringen.
Wer an die Strecke Wien-Bratislava vice versa auf dem Wasserweg denkt, dem fällt zumeist der ebenfalls von der DDSG betriebene Twin City Liner ein. Dabei handelt es sich um die schnellste Verbindung, die momentan auf der Donau angeboten wird. Das liegt nicht nur daran, dass die Katamarane besonders flott unterwegs sind, sondern auch simpel daran, dass der TCL in Wien den Donaukanal nutzt und daher die Schleuse Freudenau umfährt. Das spart kräftig Zeit, mindert aber das Erlebnis um die Schleusung, bei der es so einiges zu sehen gibt.
Gemütliche Fahrt mit vergleichsweise jungem Schiff
Die MS Kaiserin Elisabeth legt für die Fahrten in die Hauptstadt der Slowakei, die an den Verkehrstagen Freitag und Samstag unter dem Titel „Kulinarischer Ausflug Bratislava“ angeboten werden, die Anlegestelle in der Donaumarina Wien. Diese ist beispielsweise mittels der U-Bahn-Linie U2 rasch erreichbar. In Bratislava legt das Schiff nahe dem Euroeva-Shopping-Center an, so dass dieses, die Altstadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und auch das Nivy-Shopping-Center samt Busbahnhof mit nur wenigen Schritten zu Fuß erreichbar sind.
Die DDSG verkauft Fahrkarten auf dieser Route auch Oneway. In der gerade frisch abgelaufenen Sommersaison 2025 wurden hierfür 65 Euro pro Erwachsener Person verlangt. Wer Hin- und Rückfahrt gleichzeitig bucht, bezahlt 99 Euro. Inkludiert sind – nebst der Beförderung – auch Speisen, jedoch nicht die Getränke. Davon ausgenommen sind Kaffee, Tee und Milch beim Frühstück. Der Umstand, dass Oneway-Tickets verkauft werden, ist insofern von hoher Bedeutung, weil die Rückfahrt erheblich länger dauert als die Hinfahrt und man je nach Belieben für die Hin- oder Rückreise auch ein anderes Verkehrsmittel buchen kann.
Beispielsweise bieten Flixbus, Regiojet, Slovak Linies und die Österreichischen Bundesbahnen ihre Dienstleistungen auf dem Landweg an. Die Nutzung der Fernbusse ist insofern empfehlenswert, da es rund zehn Minuten zu Fuß von der Schiffsanlegestelle eine Haltestelle gibt, aber auch der zentrale Fernbusbahnhof Nivy ist in nur wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Alternativ kann durchaus auch der Twin City Liner für eine Richtung genutzt werden. Möglichkeiten gibt es viele, nur sollte man sich im Vorfeld Gedanken darüber machen und traditionell ist es häufig günstiger, wenn man die benötigten Fahrkarten vorab besorgt.



Unterdeck (Foto: Jan Gruber). 
Schleuse Freudenau (Foto: Jan Gruber). 
Unterdeck (Foto: Jan Gruber). 
Screen (Foto: Jan Gruber). 
Schiffsglocke (Foto: Jan Gruber). 
Typenschild (Foto: Jan Gruber). 
Oberdeck (Foto: Jan Gruber). 
Dekoration (Foto: Jan Gruber). 
MS Kaiserin Elisabeth (Foto: Jan Gruber). 
Donau (Foto: Jan Gruber). 
DDSG-Flagge (Foto: Jan Gruber). 
Donau (Foto: Jan Gruber). 
Flaggen (Foto: Jan Gruber). 
Flaggen (Foto: Jan Gruber).
Kurz nach dem Ablegen gibt es Frühstück
Die MS Kaiserin Elisabeth legt jeweils um 9 Uhr 00 in der Wiener Donaumarina ab. Schon sehr bald geht es in die Schleuse Freudenau, was so einiges an Zeit kostet. Mit etwas Glück wird man gemeinsam mit großen Frachtern, Flusskreuzfahrtschiffen oder anderen „Hinguckern“ geschleust. Zu sehen gibt es einiges, wenn man sich dafür interessiert.
Kurz nach der Abfahrt serviert das Team von JP Donaucatering, auf diesem Schiff Gastronomie-Pächter (seit der Gründung im 19. Jahrhundert hat die DDSG schon immer die gastronomischen Dienstleistungen auf den Passagierschiffen verpachtet), ein Frühstück. Dieses besteht aus Semmeln, Kornspitz, Käse, Schinken, Salami, Marmelade und so weiter. Vom Buffet können sich Passagiere so viel Tee, Kaffee und Milch holen wie sie möchten. Alle weiteren Getränke sind kostenpflichtig, wobei das Preisniveau nicht überteuert ist, sondern sich auf dem üblichen Niveau der Wiener Gastronomie befindet.
Während der Schifffahrt nach Bratislava wird auch der Nationalpark Donau Auen durchfahren. Dieser ist landschaftlich spektakulär und mit ein bisschen Glück bekommt man auch den einen oder anderen durchaus seltenen Vogel zu sehen. Zum Beispiel auf die Stadt Hainburg, Burgruinen in der Slowakei oder die Pressburg erhält man von der Donau aus natürlich einen hochinteressanten Blick. Eine Perspektive, die man eben vom Land aus nicht zu sehen bekommt.
Die MS Kaiserin Elisabeth erreicht gegen 12 Uhr 00 herum die slowakische Hauptstadt. Zuvor serviert das Servicepersonal ein kleines Mittagessen. Am Tag der Testfahrt gab es Blognese-Penne. Nach dem Anlegen kann die slowakische Hauptstadt erkundet werden. Sofern man wieder mit diesem Schiff zurück nach Wien fährt, so stehen etwa vier Stunden zur Verfügung. Möglichkeiten gibt es sehr viele, denn die sehenswerte Altstadt ist nur wenige Schritte entfernt. Wer lieber shoppen gehen möchte, wird sicherlich in den Einkaufszentren Nivy oder Eurovea bzw. in den kleinen Geschäften in der Innenstadt fündig. Während der Hinfahrt können direkt an Bord geführte Touren gebucht werden. Diese werden im Normalfall mit einem spannenden Oldtimerbus durchgeführt.
Rückfahrt dauert sechs Stunden oder länger
Während für die Hinfahrt mehr oder weniger genau drei Stunden benötigt werden, dauert die Rückfahrt von Bratislava nach Wien erheblich länger. Das liegt in erster Linie daran, dass die MS Kaiserin Elisabeth im Gegensatz zum Twin City Liner kein Katamaran ist und daher wesentlich von der starken Gegenströmung betroffen ist. In Fahrtrichtung Bratislava profitiert das Schiff von der Strömung, da man vereinfach ausgedrückt „mit Rückenwind“ unterwegs ist. Nach Wien hingegen muss der Schiffsdiesel ordentlich was leisten. Die von der Reederei angegebene Fahrzeit beträgt stolze sechs Stunden. Ein Offizier erklärte dies auf Nachfrage damit, dass man aufgrund der starken Gegenströmung schlichtweg nicht schneller fahren könne als etwa 10,5 Stundenkilometer. In der Strömung hingegen schaffe man so in etwa 20 bis 25 Stundenkilometer, gelegentlich sogar mehr.
Somit muss man für die Strecke Bratislava-Wien so einiges an Zeit mitbringen. Das DDSG-Schiff legt planmäßig gegen 16 Uhr 00 ab und erreicht die österreichische Hauptstadt erst gegen 22 Uhr 00. Da gibt es aber noch einen zeitfressenden Faktor und dieser nennt sich Schleuse Freudenau. Es kann schon vorkommen, dass man nicht nur in der Schleuse warten muss bis das Schiff durchgeschleust wurde, sondern auch vor dieser bereits ein Stau ist, denn auch andere Wasserfahrtzeuge wollen durch. Mitunter kann es dazu kommen, dass sich die Ankunft in der Donaumarina dadurch auf etwa 23 Uhr 00 verzögert.
Strudel am Nachmittag und umfangreiches Buffet am Abend
Kurz nach der Abfahrt in Bratislava wird seitens des Teams von JP Donaucatering bereits serviert. Zunächst gibt es Apfel- und Topfenstrudel. Kaffee, Tee und weitere Getränke können kostenpflichtig bestellt werden. Nach etwa zwei Stunden wird dann das Abendbuffet eröffnet. Angeboten werden verschiedene Salate und mehrere Hauptspeisen. Unter anderem gab es am Tag der Testfahrt Hendl-Geschnetzeltes, Lasagne, gebackene Hühnerstreifen, veganes Curry und Schweinsbraten. Dazu stehen verschiedene Beilagen wie Nockerl zur Auswahl. Einige Zeit später werden am Buffet verschiedene Nachspeisen angeboten.
Die lange Fahrzeit zwischen Bratislava und Wien kann trotz dem umfangreichen Abendessen, bei dem All You Can Eat gilt, durchaus zur Geduldsprobe werden. Insbesondere dann, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Daher empfiehlt es sich, wenn die eine oder andere Beschäftigung wie beispielsweise Bücher oder Brettspiele mitgenommen wird. Mit WLAN-Internet ist die MS Kaiserin Elisabeth nämlich nicht ausgerüstet. Steckdosen sind unterhalb der Tische vorhanden, jedoch nur in jenen Reihen, die sich direkt an Schiffswänden befinden. Auch sollte man bedenken, dass die Schleusung in Freudenau so einiges an Zeit in Anspruch nehmen kann. Allerdings kann es auch so einiges zu sehen geben, denn in der Nacht sind häufig große Flußkreuzfahrtschiffe und Frachter unterwegs.
1995 gebaut und seit 2019 bei der DDSG
Die MS Kaiserin Elisabeth, gebaut im Jahr 1995 auf der Werft in Tangermünde, Deutschland, kam im Jahr 2019 in den Besitz der DDSG Blue Danube. Seitdem verstärkt es den Linienverkehr, vor allem auf der Strecke Wien–Dürnstein–Wien und dem kulinarischen Ausflug Wien–Bratislava–Wien.
Mit einer Länge von 57 Metern, einer Breite von 10,63 Metern und einem Tiefgang von 1,35 Metern bietet die MS Kaiserin Elisabeth eine solide Basis für den Passagierverkehr. Angetrieben wird das Schiff von MAN-Maschinen, die eine Leistung von 884 PS erbringen und eine maximale Geschwindigkeit von 25 km/h ermöglichen. Die Kapazität variiert je nach Bestuhlung: Für die Linienschifffahrt mit à la carte Service können bis zu 280 Passagiere befördert werden. Bei Veranstaltungen mit Buffet und Tanzfläche reduziert sich die Zahl auf rund 220 Gäste. Rein theoretisch ist das Schiff für die Beförderung von bis zu 600 Personen zugelassen, jedoch wird dieser Wert bei weitem nicht ausgereizt.
Die Ausstattung des Schiffs ist auf Komfort und Erlebnis ausgerichtet. Eine Besonderheit ist das rundum begehbare Freideck, das einen 360-Grad-Panoramablick auf die vorbeiziehende Landschaft ermöglicht und mit Liegestühlen zum Verweilen einlädt. Der helle Innenraum erstreckt sich über zwei Decks, ist vollklimatisiert und verfügt über eine Spiegeldecke, die für ein maritimes Flair sorgt. An Bord stehen den Gästen zwei Bars sowie ein Restaurant zur Verfügung. Zudem ist das Schiff mit modernen technischen Hilfsmitteln wie einem Soundsystem und LCD-Screens für Präsentationen ausgestattet und verfügt über eine behindertengerechte Einrichtung. Über WLAN verfügt die MS Kaiserin Elisabeth allerdings nicht.
Fazit: Lädt zum Kombinieren ein
Der von der DDSG angebotene „kulinarische Tagesausflug nach Bratislava“ ist eine durchaus interessante Möglichkeit die slowakische Hauptstadt zu erkunden. Wer jedoch nur zum Einkaufen in die Slowakei möchte, ist mit dem Auto, Fernbus, der Bahn oder dem Twin City Liner schneller und preiswerter unterwegs. Soll es aber ein Erlebnis mit Speisen werden, ist die MS Kaiserin Elisabeth eine interessante Möglichkeit. Die Hin- und Rückfahrt ist mit 99 Euro ausgepreist, Oneway fallen 65 Euro pro erwachsener Person an. Durchaus bietet es sich daher an beispielsweise die Hinfahrt mit der MS Kaiserin Elisabeth zu nutzen und für den Rückweg auf ein anderes Verkehrsmittel auszuweichen. Oder aber umgekehrt, wenn man ein gemütliches Abendessen ohne Zeitdruck beispielsweise mit Familie oder Freunden verbringen möchte.
Die DDSG wird aus heutiger Sicht die Bratislava-Tagesausflüge wieder ab Mai 2026 anbieten. Die Saison 2025 wurde diesbezüglich per 25. Oktober 2025 abgeschlossen. Der Fahrplan und die Preise für das kommende Jahr stehen auf dieser Route noch nicht fest. Es ist auch darauf hinzuweisen, dass die MS Kaiserin Elisabeth im Regelfall zum Einsatz kommt. Aus betrieblichen Gründen kann es vorkommen, dass die DDSG ein vergleichbar ausgestattetes Schiff aus der Flotte einsetzt.
















