Eine ernste Sicherheitsbedrohung führte zur vorübergehenden Schließung des Ronald Reagan Washington National Airport (DCA) und zu umfangreichen Störungen im Flugverkehr. Ein eingehender Flug der United Airlines aus Houston war Ziel einer Bombendrohung, die offenbar mit einem Erpressungsversuch verbunden war.
Obwohl der Flug sicher landen konnte und sich die Drohung nach einer intensiven Durchsuchung des Flugzeugs als falsch herausstellte, waren die Folgen für den Flugbetrieb erheblich. Dutzende Flüge mussten umgeleitet werden, und am Flughafen herrschten noch Stunden nach der Wiedereröffnung erhebliche Verspätungen. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Belastungen des US-Luftfahrtsystems.
Der Ablauf des Sicherheitsvorfalls
Der Vorfall begann am Vormittag, als der Kontrollturm des Reagan National Airport einen Anruf erhielt, der auf eine Bombe an Bord von United Airlines Flug 512 vom George Bush Intercontinental Airport in Houston hinwies. Die Drohung war nach übereinstimmenden Berichten von Personen, die mit dem Vorgang vertraut sind, an eine Forderung gekoppelt: Der Anrufer verlangte die Zahlung von 500.000 US-Dollar in Kryptowährung. Er drohte, das Flugzeug würde bei der Landung explodieren, falls die Zahlung nicht geleistet würde.
Als Reaktion auf diese ernste Bedrohung veranlasste der Flughafen unverzüglich einen sogenannten „Ground Stop“, wodurch jeglicher Flugverkehr – sowohl ankommende als auch abfliegende Maschinen – für etwa 90 Minuten gestoppt wurde. Flug 512, eine Boeing 737 MAX 8 mit 89 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern, landete um 11:20 Uhr Ortszeit, nur zwei Minuten nach Verhängung des Ground Stops, sicher auf einer angrenzenden Landebahn abseits des Hauptterminals.
Evakuierung und umfassende Durchsuchung
Unmittelbar nach der Landung wurde das Flugzeug isoliert. Die Passagiere und die Besatzung wurden über Fluggasttreppen schnell evakuiert und mit Bussen zum Terminal gebracht. Die Metropolitan Washington Airports Authority bestätigte, dass die Pisten bis zur sicheren Ausladung aller Personen geschlossen blieben.
Nach der Evakuierung leitete die Strafverfolgung eine umfassende Durchsuchung des Flugzeugs ein. An der Aktion waren die Polizei des Reagan National Airport sowie die National Capital Response Squad des FBI Washington Field Office beteiligt. Die intensive Suche nach Sprengstoffen oder gefährlichen Gegenständen blieb ohne Ergebnis. Es konnte keine Bombe gefunden werden. Nach der Freigabe wurde das Flugzeug zu seinem Gate geschleppt, und der Flughafen nahm um 12:50 Uhr seinen Betrieb wieder auf.
Verkehrsminister Sean Duffy bestätigte den Vorfall und die Entwarnung kurz darauf über die Plattform X. Er teilte mit, der Flug sei sicher gelandet, die Passagiere evakuiert und das Flugzeug vollständig durchsucht worden.
Massive Auswirkungen auf den Luftverkehr
Obwohl der Sicherheitsalarm letztendlich unbegründet war, waren die Auswirkungen auf den Flugverkehr erheblich. Der rund anderthalbstündige Ground Stop führte zu massiven Verzögerungen und Umleitungen. Laut Daten von Flugverfolgungsdiensten mussten insgesamt 31 ankommende Flüge zu neun verschiedenen Flughäfen umgeleitet werden.
Zehn dieser Flüge landeten auf dem Washington Dulles International Airport, neun auf dem Baltimore/Washington International Thurgood Marshall Airport. Die restlichen Flugzeuge wurden zu weiter entfernten Flughäfen umgeleitet, um eine Annäherung an den gesperrten Luftraum von Washington D.C. zu vermeiden.
Selbst nachdem der Flughafen den Betrieb wieder aufgenommen hatte, wirkten sich die Nachwirkungen des Vorfalls spürbar aus. Es wurde weiterhin eine „Ground Delay“-Regelung beibehalten, und die durchschnittlichen Verspätungen für Ankünfte und Abflüge lagen bis in die Abendstunden bei über 80 Minuten, was auf eine erhebliche Überlastung des Systems hindeutet.
Das Luftfahrtsystem unter Druck
Der jüngste Vorfall am Reagan National Airport ereignet sich zu einem Zeitpunkt, an dem das amerikanische Luftfahrtsystem ohnehin durch den anhaltenden Regierungsstillstand (Government Shutdown) stark belastet ist. Bereits am Dienstag hatte Minister Duffy gewarnt, dass Teile des US-Luftraums möglicherweise geschlossen werden müssten, sollte der Stillstand anhalten.
Die Federal Aviation Administration (FAA) berichtete, dass rund 13.000 Fluglotsen ohne Bezahlung arbeiten und 50 Prozent ihrer Einrichtungen von Personalmangel betroffen sind. Dieser über einen Monat andauernde Regierungsstillstand, dessen Ursache in einem legislativen Patt zwischen den Parteien im Kongress gesehen wird, droht, das gesamte US-Flugreisesystem massiv zu stören.
US-Flughäfen haben bereits mit einer Zunahme von Flugverspätungen, Annullierungen und sogar kurzen Ground Stops zu kämpfen, die auf die Belastung der Fluglotsen zurückgeführt werden. Der aktuelle Vorfall am DCA, der eine schnelle und umfassende Reaktion des Sicherheitspersonals und der Fluglotsen erforderte, unterstreicht die Fragilität und die potenziellen Risiken, denen das US-Luftfahrtsystem in der aktuellen politischen Krise ausgesetzt ist. Die Forderung nach einer schnellen Beendigung des Regierungsstillstands wird angesichts der gestiegenen Betriebsstörungen und Sicherheitsanforderungen immer lauter. Die Flugreisenden und die Betreiber von Flughäfen sehen sich mit einer zunehmend unsicheren und unzuverlässigen Reisesituation konfrontiert, die weit über normale Verzögerungen hinausgeht.