Der Flughafen Innsbruck (INN) hat am Freitag Tag die Testphase für das neue digitale Ein- und Ausreisesystem (Entry/Exit-System, EES) der Europäischen Union begonnen. Das EES, das den bisherigen Pass-Stempel ersetzt und bis zum 9. April 2026 schrittweise eingeführt werden soll, erfasst künftig die biometrischen Daten von Reisenden aus Drittstaaten an den Schengen-Außengrenzen. Das System ist für den drittgrößten Verkehrsflughafen Österreichs von besonderer Bedeutung, da er einen hohen Anteil an nicht-europäischen Wintergästen, insbesondere aus Großbritannien, abfertigt.
Das automatisierte IT-System betrifft alle Drittstaatsangehörigen, die einen Kurzaufenthalt von maximal 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen im Schengen-Raum planen. Neben den Reisedokumentendaten werden auch Fingerabdrücke und ein Gesichtsbild der Reisenden erfasst und gespeichert. Offiziell gilt das EES in Innsbruck bereits seit dem 19. November 2025. In den kommenden Wochen werden operative und technische Erfahrungen gesammelt, um die Abläufe optimal auf die bevorstehende Wintersaison abzustimmen, die für den saisonal stark frequentierten Flughafen eine hohe Relevanz besitzt.
Flughafengeschäftsführer Marco Pernetta sieht das EES als große Herausforderung für die Wintersaison, zeigte sich aber zuversichtlich, dass sich das System nach der Startphase gut einspielen wird. Aufgrund der erwarteten längeren Kontrollzeiten für Non-Schengen-Gäste sind am Flughafen Innsbruck zusätzliche Grenzkontrollstellen bei der Ein- und Ausreise eingerichtet worden. Mit der verpflichtenden Anwendung des EES ab dem 12. Oktober 2025 sollen die Ein- und Ausreisen von Drittstaatsangehörigen effizienter überwacht und das korrekte Einhalten der Aufenthaltsdauer kontrolliert werden.
Der Flughafen Innsbruck, der 2024 862.202 Jahrespassagiere beförderte und in Besitz der Innsbrucker Kommunalbetriebe, des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck ist, gilt als wichtiger regionaler Wirtschaftsfaktor. Die erfolgreiche Implementierung des EES ist ein zentraler Schritt, um die internationalen Verbindungen und damit den für die Region wichtigen Tourismusbetrieb auch unter den neuen EU-weiten Sicherheitsbestimmungen zu gewährleisten.