Die Prodinger Tourismusberatung hat den neuen Destination Value Score vorgestellt, ein Analyseinstrument, das die touristische Wertschöpfung und ihre gesamtwirtschaftlichen Effekte auf regionaler Ebene transparent messen soll. Ziel ist es, den Beitrag des Tourismussektors über reine Nächtigungs- und Bettenzahlen hinaus sichtbar zu machen und sowohl die direkten als auch die indirekten und induzierten ökonomischen Wirkungen zu quantifizieren.
Thomas Reisenzahn, Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung, betont, dass Tourismus Einkommen, Arbeitsplätze und Infrastruktur sichere und damit die Lebensqualität in einer Region stärke. Der Destination Value Score basiert auf einem regionalökonomisch fundierten Modell, das in fünf Schritten die Wirkung des Tourismus in einer Destination erfasst, von der Auswertung regionaler Daten bis zur sektoralen Abgrenzung und der Modellierung der Effekte. Die Analyse deckt zentrale Tourismus-Sektoren ab, darunter Beherbergung, Gastronomie, Bergbahnen, Verkehr, Handel sowie Freizeit, Kultur und Sport.
Die Wertschöpfung wird dabei auf drei Ebenen betrachtet: die direkten Umsätze, die indirekten Effekte über Zulieferbetriebe, Handwerk und Dienstleistungen sowie die induzierten Effekte durch die Konsumausgaben der im Tourismus beschäftigten Arbeitskräfte. Die Analysen zeigen demnach, dass ein großer Teil der Gästeausgaben als Einkommen in der Region verbleibt. Am Beispiel der Gemeinde Zell am See wurde eine Gesamtwertschöpfung von rund 105 Millionen Euro und etwa 990 direkt, indirekt und induziert vom Tourismus abhängigen Beschäftigten ermittelt. Zudem wurde sichtbar, dass von 100 Euro, die Gäste in Hotellerie und Gastronomie ausgeben, 74 Euro als Einkommen in der Region verbleiben.
Der Destination Value Score dient als strategisches Steuerungsinstrument, das Destinationen dabei helfen soll, Investitionen, wie Seilbahnprojekte oder Freizeitinfrastruktur, faktenbasiert zu bewerten und die Notwendigkeit von Förderungen zu argumentieren. In Zeiten, in denen der Tourismus zunehmend diskutiert wird, liefert das Instrument objektive Kennzahlen, um den Beitrag der Gäste zur Finanzierung öffentlicher Leistungen transparent zu kommunizieren und so die Akzeptanz in der Bevölkerung zu stärken. Das Modell, das in Kooperation mit der Maylenstein Wirtschaftsberatung entwickelt wurde, gilt als das erste österreichweit einsetzbare Modell dieser Art zur Messung der touristischen Wertschöpfung auf Destinationsebene.