Der Flughafen Linz-Hörsching konnte im kürzlich abgelaufenen Jahr 2025 hinsichtlich der Passagiere, die diesen Airport genutzt haben, um 45,2 Prozent zulegen. Auf den ersten Blick scheint es ein erhebliches Wachstum zu sein, jedoch wurde die Frankfurt-Anbindung, die maßgeblich dazu beigetragen hat, zwischenzeitlich seitens Austrian Airlines eingestellt.
Der Linzer Flughafen befindet sich in einer akuten Krise, denn im Vorjahr wurde dieser von lediglich 262.347 Reisenden genutzt. Im direkten Vergleich mit dem Wert, den man im Jahr 2024 erreicht hat, bedeutet dies zwar ein Plus von über 81.000 Reisenden, aber auf der Linie hat man derzeit nichts, außer ein paar Ryanair-Flügen vorzuweisen. Bekanntermaßen hat Austrian Airlines die Frankfurt-Verbindung wieder aufgegeben. Seitens der Politik wurde bereits eine europaweite Ausschreibung gestartet, denn man will weiterhin an das Lufthansa-Hauptdrehkreuz angebunden sein. Künftig soll die Route subventioniert werden. Derzeit ist noch völlig offen an welchen Carrier der Zuschlag vergeben wird. Interessenten soll es geben und dem Vernehmen nach auch Anbieter außerhalb des Kranich-Konzerns.
Für das Jahr 2026 setzt die Flughafenleitung auf eine weitere Diversifizierung des Flugplans und eine europaweite Neuausschreibung der essenziellen Frankfurt-Route, um die Anbindung des Wirtschaftsstandorts Oberösterreich langfristig zu sichern. Der Billigflieger Ryanair will derzeit das Angebot in Linz konstant halten. Allerdings: Der irische Konzern befindet sich in einem Clinch mit der Bundesregierung rund um die umstrittene Flugticketsteuer. In Wien verkleinert man die Basis um fünf Maschinen. Jene, die von Malta Air betrieben werden, sollen abgezogen und an anderen Airports stationiert werden. Linz ist keine Basis, jedoch ist Ryanair dafür bekannt, dass man Streckeneinstellungen als Druckmittel nutzt. Historisch gesehen wäre es zumindest keine Premiere, dass man sich von österreichischen Bundesländer-Airports jahrelang zurückzieht, so geschehen in Klagenfurt, Linz und Graz. Zu den beiden zuerst genannten Flughäfen ist man allerdings wieder zurückgekehrt.
Strategische Linienverbindungen als Wachstumsmotor
Der markante Anstieg der Passagierzahlen lässt sich primär auf die Erweiterung des Linienangebots zurückführen. Ende 2024 nahm Austrian Airlines die für den Standort zentrale Verbindung zum Drehkreuz Frankfurt wieder auf, was bereits im ersten Quartal 2025 zu einer hohen Auslastung führte. Parallel dazu etablierte die Fluggesellschaft Ryanair neue Direktverbindungen von Linz nach London-Stansted, Bari und Alicante. Diese Strecken sprachen sowohl Städte- als auch Ferienreisende an und trugen wesentlich dazu bei, die Attraktivität des Regionalflughafens zu steigern.
Flughafen-Geschäftsführer Norbert Draskovits bewertet die Entwicklung grundsätzlich positiv, mahnt jedoch zur Kontinuität. Er betonte, dass die frühzeitige Aufnahme dieser Flugverbindungen im November 2024 die Basis für das erfolgreiche Gesamtjahr 2025 bildete. Dennoch befinde sich der Flughafen Linz weiterhin in einem Prozess der Konsolidierung. Die Arbeit an der Netzwerkerweiterung müsse konsequent fortgesetzt werden, um das Vorkrisenniveau vollständig wiederzuerlangen und die Relevanz des Airports im Wettbewerb der Regionalflughäfen zu behaupten.
Herausforderungen bei der Frankfurt-Anbindung
Trotz der positiven Jahresbilanz gab es im November 2025 einen Rückschlag für den Standort: Die Frankfurt-Verbindung wurde vorübergehend pausiert. Da Frankfurt als internationales Drehkreuz für die exportorientierte oberösterreichische Wirtschaft von herausragender Bedeutung ist, wurde dieser Ausfall als erheblicher Einschnitt wahrgenommen. Die Verbindung dient nicht nur dem Individualverkehr, sondern ist essenziell für die globale Erreichbarkeit lokaler Unternehmen.
Um eine dauerhafte Lösung zu finden, hat das Land Oberösterreich entschieden, die Flugstrecke nach Frankfurt europaweit auszuschreiben. Dieser Schritt soll sicherstellen, dass künftig ein verlässlicher Partner die Bedienung der Route übernimmt. Die Flughafenführung zeigt sich zuversichtlich, dass dieses Verfahren erfolgreich abgeschlossen werden kann. Eine rasche Wiederaufnahme der Flüge gilt als oberste Priorität für die Standortpolitik im Jahr 2026, um den wirtschaftlichen Anschluss an das globale Luftverkehrsnetz zu gewährleisten.
Entwicklung im Luftfrachtsektor
Die Luftfracht bleibt neben dem Passagierverkehr das zweite wesentliche Standbein des Linzer Flughafens. Im Jahr 2025 wurde ein Gesamtumschlag von 47.865 Jahrestonnen erreicht. Dies stellt im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 9,5 Prozent dar, der vor allem auf die verhaltene weltweite Konjunktur zurückzuführen ist. Besonders betroffen war der Luftfrachtersatzverkehr (Road Feeder Service), der mit 32.650 Tonnen ein Minus von 13,2 Prozent verzeichnete. Dieses Segment reagiert erfahrungsgemäß sehr sensibel auf Schwankungen in der Industrieproduktion und im globalen Warenhandel.
Im Gegensatz dazu erwies sich die direkt geflogene Fracht als robuster Ankerpunkt. Mit 15.215 Jahrestonnen blieb das Aufkommen in diesem Bereich mit einem marginalen Rückgang von 0,3 Prozent nahezu stabil. Der Anteil der geflogenen Fracht am Gesamtaufkommen stieg damit auf einen Höchstwert von 31,7 Prozent. Norbert Draskovits hob hervor, dass man trotz der schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen an die guten Ergebnisse der Vorjahre anknüpfen konnte. Für 2026 wird auf eine konjunkturelle Erholung gehofft, die den Warenverkehr wieder ankurbelt und die Auslastung der Frachtkapazitäten erhöht.
Ausblick auf das Flugprogramm Sommer 2026
Für die kommende Sommersaison 2026 hat der Flughafen Linz ein umfangreiches Programm für Urlauber und Geschäftsreisende zusammengestellt. Ein Schwerpunkt liegt weiterhin auf den Mittelmeer-Destinationen. Griechenland nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein, mit wöchentlichen Verbindungen nach Kreta (3x), Rhodos (2x) sowie Kos, Kefalonia, Skiathos und Lefkas. Auch die Türkei ist mit vier wöchentlichen Flügen nach Antalya und zusätzlichen Verbindungen nach Dalaman stark vertreten.
Das Angebot in Westeuropa wird durch Ryanair-Flüge nach London, Bari, Alicante und Mallorca ergänzt, die jeweils zweimal pro Woche bedient werden. Ein besonderes Merkmal des Linzer Flugplans sind die zahlreichen Städte- und Sonderflüge. Ziele wie Tirana in Albanien, Barcelona und Bilbao in Spanien sowie mehrere französische Städte wie Lyon und Montpellier unterstreichen den Anspruch des Flughafens, Nischenmärkte und spezifische touristische Nachfragen zu bedienen. Mit diesem breit gefächerten Portfolio zielt der Linz Airport darauf ab, die Passagierzahlen im Jahr 2026 weiter zu stabilisieren und neue Kundengruppen in der Region zu erschließen.