Flughafen Klagenfurt (Foto: Angelika Evergreen).
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Flughafen Klagenfurt verzeichnet deutliches Wachstum und forciert strategische Flächenentwicklung

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Der Flughafen Klagenfurt blickt auf ein durchaus erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Mit einer Steigerung der Passagierzahlen um 27,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr konnte der Kärntner Airport den stärksten Zuspruch seit über einem Jahrzehnt generieren. Parallel zur positiven Entwicklung im Linien- und Charterverkehr verzeichnete das Unternehmen signifikante Zuwächse bei den Flugbewegungen sowie in der General Aviation.

Diese Dynamik ist das Resultat einer gezielten Netzwerkerweiterung und der erfolgreichen Reintegration namhafter Fluggesellschaften in den Flugplan. Neben dem operativen Kerngeschäft rückten im vergangenen Jahr strategische Weichenstellungen in den Fokus, insbesondere im Bereich der großflächigen Immobilien- und Flächenentwicklung auf dem Flughafengelände. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 plant die Flughafenführung eine weitere Verdichtung der Flugfrequenzen sowie die Erschließung neuer Destinationen, um die Anbindung Kärntens an internationale Wirtschaftszentren und Tourismusmärkte langfristig abzusichern.

Signifikante Steigerung der Verkehrszahlen im Geschäftsjahr 2025

Die Bilanz des Jahres 2025 verdeutlicht die Erholung und den Expansionskurs des Standortes. Insgesamt 175.347 Fluggäste nutzten die Infrastruktur des Klagenfurter Flughafens, was einem Zuwachs von mehr als einem Viertel gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders die Sommermonate erwiesen sich als frequenzstark und lieferten die besten Ergebnisse der letzten zwölf Jahre. Dieser Aufschwung spiegelt sich auch in der Zahl der Starts und Landungen wider: Im Bereich Linie und Charter stiegen die Bewegungen um 20,4 Prozent auf insgesamt 2.114. Auch das Segment der Privat- und Businessflüge, die sogenannte General Aviation, trug mit einem Zuwachs von 7 Prozent auf 3.059 Gäste zur positiven Gesamtbilanz bei.

Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung war die Rückkehr von Eurowings. Die Anbindung an den Flughafen Köln/Bonn schuf eine direkte Verbindung zum kaufkräftigen Markt in Nordrhein-Westfalen, was sowohl für den einheimischen Tourismus als auch für die ansässigen Unternehmen von hoher Relevanz ist. Ebenso festigte der Low-Cost-Carrier Ryanair seine Präsenz am Standort. Durch die Erhöhung auf fünf wöchentliche Rotationen nach Palma de Mallorca wurde der hohen Nachfrage im Urlaubssegment Rechnung getragen. Die Zahlen bestätigen, dass die Kombination aus touristischen Zielen und der Anbindung an wirtschaftliche Ballungsräume die notwendige Stabilität für das Wachstum des Flughafens bietet.

Strategische Flächenentwicklung und Modernisierung der Infrastruktur

Über den operativen Flugbetrieb hinaus hat die Geschäftsführung unter Maximilian Wildt im Jahr 2025 die Weichen für eine umfassende wirtschaftliche Nutzung des Areals gestellt. Mit rund 420.000 Quadratmetern verfügt der Flughafen über enorme Flächenreserven, die nun im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung für Investitionsprojekte geöffnet wurden. Ziel dieser Flächenentwicklung ist es, den Standort durch die Ansiedlung von Betrieben und die Vergabe von langfristigen Nutzungsrechten wirtschaftlich breiter aufzustellen. Die unmittelbare Nähe zur Landeshauptstadt und die vorhandene Verkehrsanbindung machen diese Areale zu gefragten Objekten für gewerbliche Investoren.

Parallel dazu wurden diverse Bauprojekte initiiert, um die bestehende Infrastruktur zu modernisieren. Hierbei steht die Optimierung der Servicequalität für Passagiere und Systempartner im Vordergrund. Die Modernisierungsmaßnahmen betreffen sowohl die terminalnahen Einrichtungen als auch die betrieblichen Anlagen, um den Anforderungen eines zeitgemäßen Flughafenmanagements gerecht zu werden. Diese Investitionen in die Substanz des Standortes sind notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber konkurrierenden Regionalflughäfen im Alpen-Adria-Raum zu wahren.

Militärische Relevanz und neue Nutzungskonzepte

Ein interessanter Aspekt der Standortnutzung ist die verstärkte militärische Präsenz. Seit dem Frühjahr 2025 fanden mehrmalige temporäre Stationierungen von Eurofightern des Bundesheeres am Flughafen Klagenfurt statt. Dies unterstreicht die strategische Bedeutung der Kärntner Infrastruktur für die nationale Luftraumüberwachung und die militärische Logistik. Die technische Ausstattung und die Bahnlängen des Flughafens ermöglichen die reibungslose Abwicklung solch anspruchsvoller Operationen, was die Vielseitigkeit des Standortes dokumentiert.

Gleichzeitig öffnete sich der Flughafen verstärkt für gesellschaftliche und kulturelle Formate. Die Nutzung des Geländes für Veranstaltungen wie TEDxKlagenfurt oder Kooperationen mit der Gustav Mahler Privatuniversität zeigt, dass die Infrastruktur auch abseits des Flugbetriebs wirtschaftlich und publikumswirksam verwertet werden kann. Sportliche Großereignisse wie der Airport Night Run, der über 1.500 Teilnehmende anzog, positionieren den Flughafen als festen Bestandteil des regionalen Freizeitlebens. Diese Diversifizierung der Einnahmequellen und Nutzungsformen trägt zur Attraktivität des Gesamtstandortes bei.

Ausblick auf das Flugprogramm 2026

Für das Jahr 2026 sind die Planungen bereits weit fortgeschritten und sehen eine weitere Intensivierung des Flugverkehrs vor. Die Partnerschaft mit Austrian Airlines bleibt dabei ein zentraler Pfeiler der Standortstrategie. Mit bis zu 13 wöchentlichen Direktflügen zum Hub Wien wird sichergestellt, dass Fluggäste aus Kärnten Anschluss an ein globales Netzwerk von über 80 Destinationen haben. Die kurzen Umsteigezeiten in Wien sind besonders für Geschäftsreisende ein entscheidender Standortvorteil.

Zusätzlich baut Eurowings die Verbindung nach Köln ab Sommer 2026 auf drei wöchentliche Flüge aus. Ryanair erhöht das Angebot nach London ebenfalls auf drei Frequenzen pro Woche, während die beliebte Verbindung nach Palma de Mallorca weiterhin hochfrequent mit fünf Flügen pro Woche bedient wird. Im Chartersegment setzt der Griechenland-Spezialist Springer Reisen neue Akzente und verdoppelt sein Programm. Neben den bereits etablierten Zielen Paros und Naxos wird ab 2026 auch Skiathos direkt angeflogen. Im Winterflugplan ergänzt zudem die Direktverbindung nach Hamburg das Portfolio, was insbesondere für den Incoming-Tourismus von Bedeutung ist.

Wirtschaftliche Impulse für die Region Kärnten

Der Flughafen Klagenfurt fungiert als unverzichtbares Tor für den Kärntner Wirtschaftsraum. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die gezielten Investitionen in das Streckennetz und die Infrastruktur Früchte tragen. Durch die Verknüpfung von Linienverkehr, Charterangeboten, militärischer Nutzung und Eventmanagement gelingt eine breite Wertschöpfung. Die europaweite Ausschreibung der Entwicklungsflächen bietet zudem die Chance, den Flughafen als modernes Wirtschaftszentrum zu etablieren, das weit über die reine Funktion eines Verkehrsknotenpunktes hinausgeht.

Die Fortführung der engen Kooperation mit Partnern aus Luftfahrt, Wirtschaft und Tourismus wird als entscheidend für den weiteren Erfolg angesehen. Mit der geplanten Frequenzerhöhung bei wichtigen Fluglinien und der Erschließung neuer Nischenmärkte im Charterbereich stellt sich der Flughafen Klagenfurt robust für die kommenden Jahre auf. Das Ziel bleibt eine kontinuierliche Steigerung der Standortattraktivität, um sowohl für Passagiere als auch für Investoren ein verlässlicher und moderner Partner im Süden Österreichs zu sein.

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