Airbus A321 (Foto: Lufthansa).
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Historische Reminiszenzen zum einhundertjährigen Bestehen der Lufthansa

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Die Deutsche Lufthansa begeht im Jahr 2026 ihr einhundertstes Gründungsjubiläum und nutzt diesen historischen Meilenstein für eine umfassende visuelle Neugestaltung ausgewählter Flugzeuge ihrer Flotte. Im Zentrum der Feierlichkeiten steht die Verbindung von technischer Tradition und moderner Luftfahrttechnologie.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Rückkehr klassischer Designelemente, die die Ära der Propellerflugzeuge in die heutige Zeit transferieren. Durch die Lackierung verschiedener Flugzeugtypen in historischen und speziellen Jubiläumsfarben schafft das Unternehmen eine sichtbare Brücke zwischen der Pionierzeit der zivilen Luftfahrt und dem aktuellen Betrieb an den Drehkreuzen Frankfurt und München. Neben der Präsentation dieser Sonderlackierungen bereitet die Fluggesellschaft die Eröffnung eines neuen Repräsentationszentrums vor, das als dauerhafter Ort für die historische Sammlung dienen soll.

Ankunft des Airbus A321 im historischen Parabeldesign

Am heutigen Dienstag steht der Frankfurter Flughafen im Zeichen einer besonderen Ankunft. Ein Airbus A321-200 mit der Registrierung D-AISZ wird am Nachmittag gegen 14.45 Uhr aus dem englischen Norwich erwartet. Das Flugzeug, das unter der Sonderflugnummer LH9898 operiert, wurde in den vergangenen Wochen aufwendig umgestaltet. Es trägt nun das legendäre Parabeldesign, das in den 1950er Jahren die visuelle Identität der Lufthansa prägte. Dieses Design zeichnet sich durch eine markante, geschwungene Linie aus, die dem damaligen Zeitgeist der Stromlinienform entsprach und Dynamik sowie Fortschritt symbolisieren sollte. Die Parabel war ursprünglich untrennbar mit der Lockheed L-1649A Super Star verbunden, die ab 1957 als Flaggschiff der Langstrecke galt.

Die Entscheidung, eine Maschine des Typs A321 für dieses Retro-Design zu wählen, ist strategisch begründet. Als Arbeitstier der europäischen Kurz- und Mittelstrecke wird die D-AISZ an zahlreichen Flughäfen präsent sein und so die historische Marke direkt zu den Passagieren und Flugzeugbegeisterten in ganz Europa tragen. Der Airbus selbst stammt aus dem Baujahr 2009 und repräsentiert die bewährte Technik der aktuellen Flottengeneration. Durch die Lackierung wird nicht nur an die ästhetischen Merkmale der Super Star erinnert, sondern auch an die Zeit, in der das Parabel-Motiv auf fast allen Gegenständen des Bordlebens, von Flugplänen bis hin zu exklusiven Accessoires, zu finden war.

Erweiterung der Jubiläumsflotte am Standort München

Parallel zur Ankunft in Frankfurt wurde auch am Hub in München die Jubiläumspräsenz verstärkt. Bereits am Montag landete ein Airbus A350-900 mit der Kennung D-AIXL aus dem französischen Châteauroux kommend auf dem bayerischen Flughafen. Dieses Langstreckenflugzeug trägt ein spezielles tiefblaues Design mit einem großflächigen, in Gold gehaltenen Kranich-Logo am Seitenleitwerk, das explizit auf das hundertjährige Bestehen hinweist. Es handelt sich um die dritte Maschine in dieser spezifischen Jubilandsoptik. Zuvor wurden bereits eine Boeing 787-9 und ein Airbus A320neo in Frankfurt stationiert, die dasselbe Farbschema nutzen, um weltweit auf das Jubiläum aufmerksam zu machen.

Die Wahl des Airbus A350-900 für das Münchner Drehkreuz unterstreicht die Bedeutung dieses Standortes für das internationale Langstreckennetz. Die D-AIXL wird fortan auf Routen nach Nordamerika und Asien eingesetzt, wobei die Sonderlackierung als fliegende Botschafterin fungiert. Lufthansa hat angekündigt, dass die Jubiläumsflotte in den kommenden Wochen sukzessive ausgebaut wird. Geplant ist die Einbeziehung weiterer Flaggschiffe, darunter mindestens ein Airbus A380, eine Boeing 747-8 sowie der hochmoderne Airbus A350-1000. Diese Vielfalt an Flugzeugtypen stellt sicher, dass das Jubiläum auf allen Ebenen des Flugbetriebs, vom regionalen Zubringer bis zum interkontinentalen Giganten, sichtbar bleibt.

Die Lockheed Super Star und der neue Hangar One

Die Feierlichkeiten beschränken sich nicht nur auf den aktiven Flugdienst. Ein zentrales Element der Traditionspflege ist die dauerhafte Präsentation historischer Fluggeräte. Nach Jahren aufwendiger Restaurierungsarbeiten wird eine Lockheed L-1649A Super Star ihren Platz im neu errichteten Lufthansa Group Hangar One finden. Dieses Gebäude am Frankfurter Flughafen wurde speziell als Konferenz- und Besucherzentrum konzipiert und soll im April 2026 seine Tore öffnen. Neben der Super Star wird dort auch eine Junkers Ju 52 ausgestellt, die als eines der ikonischsten Flugzeuge der deutschen Luftfahrtgeschichte gilt.

Die Super Star nimmt in der Geschichte des Unternehmens eine Sonderstellung ein. Als letztes großes Kolbenmotor-Verkehrsflugzeug vor dem Anbruch des Jet-Zeitalters bot sie eine für die damalige Zeit außergewöhnliche Reichweite und Komfort. Die Restaurierung war ein technisch anspruchsvolles Unterfangen, das Experten über mehrere Kontinente hinweg beschäftigte. Der Hangar One soll künftig nicht nur als Museum dienen, sondern auch als moderner Veranstaltungsort, an dem die Entwicklung der Luftfahrttechnologie von den Anfängen der Lufthansa im Jahr 1926 bis hin zu den heutigen digitalen und effizienten Systemen nachvollzogen werden kann.

Ausblick auf die kommenden Jubiläumswochen

In der Luftfahrtbranche werden solche Jubiläumsaktionen genau beobachtet, da sie oft mit einer Neupositionierung der Marke einhergehen. Die Kombination aus Retro-Elementen wie dem Parabeldesign und der futuristisch anmutenden blauen Jubiläumslackierung zeigt den Versuch des Unternehmens, Tradition mit Innovationskraft zu vereinen. Technisch gesehen ist jede Sonderlackierung mit erheblichem Aufwand verbunden. Ein Flugzeug der Größe eines Airbus A350 oder einer Boeing 747 benötigt hunderte Liter Speziallack und mehrere Wochen in der Lackierhalle, wobei präzise Schablonen verwendet werden, um die komplexen Logos und Linienführungen exakt aufzutragen.

Lufthansa plant für den Rest des Jahres 2026 eine Reihe von Veranstaltungen, bei denen die Sonderflugzeuge im Mittelpunkt stehen werden. Dazu gehören Fotoflüge, spezielle Bordmenüs, die sich an historischen Vorbildern orientieren, und öffentliche Ausstellungen im neuen Hangar One. Die Branche erwartet, dass insbesondere die Boeing 747-8 im Jubiläumsdesign ein begehrtes Motiv für Luftfahrtbegeisterte weltweit sein wird. Durch die gezielte Stationierung der Flugzeuge an beiden großen deutschen Drehkreuzen wird eine maximale Abdeckung und Sichtbarkeit der Jubiläumsbotschaft erreicht, während gleichzeitig der reguläre Flugbetrieb ohne Einschränkungen fortgeführt wird.

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