Transparent am Flughafen Berlin-Brandenburg (Foto: Steffen Lorenz).
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Reduzierung des Regionalverkehrs zum Flughafen BER aufgrund von Netzüberlastung

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Der Schienenverkehr zwischen der Berliner Innenstadt und dem Flughafen Berlin Brandenburg (BER) erfährt nur wenige Monate nach der Eröffnung der Dresdner Bahn eine deutliche Einschränkung. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat angekündigt, eine der fünf stündlichen Regionalverbindungen vom Hauptbahnhof zum Flughafen vorübergehend zu streichen.

Betroffen ist die Linie RE20, die bislang zur vollen Stunde verkehrte. Hintergrund dieser Maßnahme ist die anhaltende Überlastung des Nord-Süd-Tunnels, in dem es seit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke im Dezember vermehrt zu Stauerscheinungen und Verspätungen kam. Die Bahntochter DB InfraGO sieht die Kapazitätsgrenzen des Knotens Berlin derzeit überschritten, weshalb die Länder Berlin und Brandenburg einer kurzfristigen Angebotsreduzierung zugestimmt haben.

Trotz der Streichung der Linie RE20 bleibt der Flughafenexpress (FEX) als zentrale Verbindung bestehen, wird jedoch in seinem Takt angepasst. Die Züge verkehren künftig viermal pro Stunde zu den Minuten 0, 22, 37 und 52. Ursprünglich war das Ziel der 16 Kilometer langen Neubaustrecke der Dresdner Bahn zwischen Südkreuz und Blankenfelde, die Fahrzeit zum BER massiv zu verkürzen und die Kapazitäten zu erhöhen. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass die Infrastruktur im Bereich des Nord-Süd-Tunnels nicht ausreichend auf das dichte Verkehrsaufkommen vorbereitet war. Der VBB betont, dass die aktuelle Anpassung lediglich eine Notlösung darstellt und fordert von der DB InfraGO langfristige technische Anpassungen, um das ursprünglich geplante Angebotskonzept sicher umzusetzen.

Die Einschränkungen sind zunächst bis zum 30. April 2026 befristet. Dieses Datum korreliert mit dem geplanten Ende der Generalsanierung der Strecke Hamburg–Berlin. Da die Deutsche Bahn jedoch kürzlich witterungsbedingte Verzögerungen bei diesem Großprojekt einräumen musste, bleibt ungewiss, ob die volle Kapazität im Berliner Knoten tatsächlich ab Mai wieder zur Verfügung steht. Neben den Problemen im Tunnel kämpft die Region weiterhin mit personellen Engpässen bei den Stellwerken und Bauarbeiten im umliegenden Netz, was die Stabilität des Fahrplans zusätzlich gefährdet. Der VBB kritisierte in diesem Zusammenhang die Befunde der Bahntochter und wies darauf hin, dass die Pünktlichkeitsprobleme tieferliegende infrastrukturelle Ursachen haben.

Zusätzliche Recherchen verdeutlichen, dass die Dresdner Bahn als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Region gilt, da sie den BER besser an das Fernverkehrsnetz anbinden soll. Dass nun ausgerechnet auf dieser Prestigestrecke das Angebot reduziert werden muss, sorgt bei Fahrgastverbänden für Unmut. Experten weisen darauf hin, dass die Blockverdichtung und die Signaltechnik im Nord-Süd-Tunnel für die dichte Zugfolge der Linien FEX, RE und RB in Kombination mit dem Fernverkehr an ihre Grenzen stößt. Solange diese Engpässe bestehen, bleibt der Flughafenexpress anfällig für Störungen, die sich auf das gesamte S-Bahn- und Regionalnetz der Hauptstadt auswirken können.

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